Windelgeld - TÜV-Kindergeld - Ausbildungsinitiative:
„Von Geburt bis Ausbildung“ – TÜV Hessen startet
Programm zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Sozialministerin Lautenschläger: „Vorbildliches
Familienkonzept“
Darmstadt,16.01.2008. „In Gesellschaft und Wirtschaft muss
ein Kulturwandel stattfinden. Wer Flexibilität von Mitarbeitern erwartet, muss
auch Familienfreundlichkeit bieten“, erklärte die Hessische Sozialministerin
Silke Lautenschläger in Darmstadt.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie werde immer wichtiger. „Der TÜV Hessen
setzt diese Erkenntnis hervorragend um. Sowohl im Sinne der Familien, wie auch
als Wettbewerbsfaktor für die einzelnen Unternehmen und als Wachstumsfaktor für
die Volkswirtschaft insgesamt wird die Vereinbarkeitsfrage immer
entscheidender. Das Konzept ‚von Geburt bis zur Ausbildung’ trägt dem in
kreativer Weise Rechnung “, so Lautenschläger.
TÜV Hessen verstärkt gesellschaftspolitisches Engagement
–
„Familienfreundlichkeit ist ein Erfolgsfaktor“
Im Jahr 2008 will der TÜV Hessen sein
gesellschaftspolitisches Engagement noch einmal verstärken und hat das Konzept
„Familie und Beruf“ entwickelt. Auf der bestehenden Grundlage einer
familienfreundlichen Unternehmenspolitik werden damit weitere Maßnahmen und
Services „von Geburt bis Ausbildung“ eingeführt, die insbesondere den Eltern
unter den rund 1.000 Mitarbeitern eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie
ermöglichen soll.
„Ich bin davon überzeugt, dass Familienfreundlichkeit auch
ein Erfolgsfaktor für Unternehmen ist.
Der TÜV Hessen macht es richtig. Jedes Engagement eines Unternehmens das
hier investiert wird, sorgt für mehr Zufriedenheit der Mitarbeiter, wirkt
motivierend und Leistung steigernd“, sagte die Ministerin bei der Präsentation des
Maßnahmenkatalogs vor der Presse am 16. Januar in der Zentrale des TÜV Hessen
in Darmstadt.
Die Geschäftsführer Dr. Wolfgang Gehrke und Falk Börsch
stellten die Maßnahmen und Services „von der Geburt bis zur Ausbildung“ vor,
mit denen der TÜV Hessen Familienbewusstsein in den Mittelpunkt seiner
Personalpolitik stellt. „Unseren Mitarbeitern wollen wir alle Möglichkeiten
bieten und sie nach Kräften gerade nach der Geburt von Kindern unterstützen.
Wir wollen unsere qualifizierten Fachkräfte und ihr Know-how an uns zu binden“,
sagte Falk Börsch. Eine geringe Fluktuation sei Indiz dafür, dass dies bereits
heute - etwa durch flexible
Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen - gut gelinge. Dies wiederum ist Ergebnis
eines zukunftsfähigen Personalkonzepts, für das der TÜV Hessen 2007 bereits zum
zweiten Mal das BestPersZertifikat als Qualitätssiegel für gute Personalarbeit
des renommierten Instituts für Managementkompetenz (imk) an der Universität des
Saarlandes erhalten hat.
Ebenso wichtig sei es, sich gegenüber dem Arbeitsmarkt und
potenziellen Arbeitnehmern als attraktiver, familienfreundlicher Arbeitgeber zu
präsentieren. Angesichts des akuten Mangels an gut ausgebildeten Ingenieuren
und Fachkräften verspreche sich das Unternehmen im Ringen um die besten Köpfe
einen Wettbewerbsvorteil davon, gerade arbeitssuchenden Nachwuchskräften und
deren jungen Familien gute Perspektiven zur günstigen Vereinbarkeit von Familie
und Beruf anzubieten, so Dr. Wolfgang Gehrke. Nach außen verdeutlichen soll
dies das Zertifikat „Beruf und Familie“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und
des Bundesfamilienministeriums, das der TÜV Hessen im Jahr 2008 anstrebt.
„Wer zu uns kommt, soll gewiss sein, dass man es hier gerne
sieht, dass Kinder da sind. Wir gehen auf die Sorgen und Bedürfnisse in den
ersten Jahren nach der Geburt von Kindern ein und kommen jungen Eltern mit
unseren Angeboten vor allem finanziell entgegen“, unterstrichen die
TÜV-Geschäftsführer. Jährlich lässt sich der TÜV Hessen das Programm einen
mittleren sechsstelligen Euro-Betrag kosten.
Ein Konzept – Drei Säulen:
Auf dem bestehenden Fundament mit flexiblen Arbeitszeit- und
Urlaubsregelungen bauen nun drei thematische Säulen auf: die speziellen
Maßnahmen sollen – bildlich gesehen – Mitarbeiter und deren Kinder
auf einer Zeitachse von der Geburt bis zur Ausbildung begleiten und
unterstützen.
Erster Baustein: So gibt es für junge Eltern beispielsweise
„Windelgeld“. Dahinter steht die Idee, die Kosten für alle Windeln zu
übernehmen, die ein Baby in den ersten drei Lebensjahren benötigt.
Durchschnittlich 14 Geburten bei TÜV-Mitarbeitern gab es in der Vergangenheit
pro Jahr.
Daneben zahlt der TÜV Hessen ab dem dritten Lebensmonat bis
zum Monat der Einschulung eines Mitarbeiter-Kindes ein monatliches „TÜV-Kindergeld“
in Höhe von 50 Euro. Derzeit sind 84 Kinder von Mitarbeitern im relevanten
Vorschulalter zwischen 0 und 6 Jahren. Damit möchte der TÜV Hessen einen
möglichst schnellen Wiedereinstieg ins Berufsleben fördern. Denn aufgrund der
dezentralen Unternehmensorganisation – 1000 Mitarbeiter arbeiten an ca.
70 Standorten in Hessen – ist die Einrichtung einer einheitlichen,
zentralen Betreuung für die Kinder von Mitarbeitern nicht möglich.
Bei einer längeren Elternzeit verlieren Mitarbeiter aber den
Anschluss an die Berufswelt und der TÜV Hessen vorübergehend seine
qualifizierten Arbeitnehmer. Der finanzielle Zuschuss soll helfen, eine
angemessene Betreuung für das Kind zu finanzieren: Sei es in einer
Kinderkrippe, in einem Kindergarten oder bei einer Tagesmutter.
Besonders attraktiv ist das Angebot einer Ausgleichszahlung,
die es Mitarbeitern erleichtern soll, eine „Familien-Auszeit“ zu nehmen: Nimmt
der Beschäftigte Elternzeit, so zahlt der TÜV Hessen für zwei Monate den
Differenzbetrag zwischen Elterngeld und Nettoeinkommen, das „TÜV-Elterngeld“.
So kann sich der Mitarbeiter mit der Sicherheit des vollen Gehalts zwei Monate
lang voll auf seine junge Familie konzentrieren.
Die zweite Säule des neuen Programms betrifft die
Möglichkeiten der Ausbildung, die der TÜV Hessen deutlich erweitert: Die Zahl
seiner kaufmännischen Auszubildenden in der Zentrale in Darmstadt hat der TÜV
Hessen verdoppelt. Damit bildet er über den eigenen Bedarf aus.
Verdoppelt werden soll auch die Zahl der Studenten in den
beiden dualen Studiengängen, die der TÜV Hessen für seine zwei größten
Geschäftsbereiche Auto Service an der Hochschule Darmstadt und Industrie Service mit der
Fachhochschule Gießen-Friedberg (StudiumPlus) unterhält. Ziel ist, geeigneten
Fachkräfte-Nachwuchs frühzeitig zu rekrutieren über den Weg der dualen
Ausbildung. Die Studenten profitieren von verkürzten Ausbildungszeiten und
finanziellen Zuwendungen. So will man einem absehbaren Fachkräftemangel
rechtzeitig und wirkungsvoll entgegen steuern. Das duale Studium im Bereich Auto
Service soll nach Möglichkeit auf andere Hochschulen ausgeweitet werden. Verstärkt
werden auch Diplom- bzw. Abschlussarbeiten und Praktikumsstellen vergeben; die
Zahl der Praktika pro Jahr soll verdoppelt werden.
Dritter Baustein des Konzepts „Familie und Beruf“ ist das
gesellschaftliche Engagement des TÜV Hessen mit der Bildungs-Initiative „TÜV
Kids“: Am Ende des Schuljahres Ende Juni werden gut 30.000 Viertklässler in
Hessen an der für Schulen kostenlosen Technik-Doppelstunde teilgenommen haben.
Schirmherrin ist die hessische Kultusministerin Karin Wolff. Dabei nutzt der
TÜV Hessen die Begeisterungsfähigkeit der Kinder und führt sie in
kindgerechter, spielerischer Weise an das Thema Technik heran, in dem TÜV
Kids-Trainer gemeinsam mit den Kindern Schritt für Schritt ein einfaches
technisches Gerät bauen. Material sowie die Ausbildung und Koordination der TÜV
Kids-Trainer übernimmt der TÜV Hessen. Daneben bietet er auch Fortbildungen für
Lehrer zum Thema an. Die Kampagne erfährt seit ihrem Start im März 2007
bundesweit enorme Beachtung. Im November 2007 wurde sie für den renommierten
„Politikaward“ in der Kategorie „Corporate Social Responsibilty“ nominiert.
Dort platzierte sie sich unter den besten Fünf neben Unternehmen wie dem
Hamburger Sportverein (HSV), Daimler, Microsoft und Betapharm – ein
großer Erfolg für den TÜV Hessen.