TÜV Kids: Technikpower für Kinder und Lehrkräfte
Wiesbaden - Das Projekt TÜV Kids, eine Initiative des TÜV
Hessen für alle vierten Grundschulklassen, erweitert zukünftig das
Fortbildungsangebot für hessische Lehrerinnen und Lehrer. Kultusministerin
Karin Wolff, die die Schirmherrschaft im März 2007 übernommen hat, begrüßt
diese Entwicklung ausdrücklich: „Mit dieser Initiative hilft der TÜV Hessen
Grundschülerinnen und -schülern, die Welt der Technik im wahrsten Sinne des
Wortes zu begreifen. Gerade Lehrkräfte prägen die Welt ihrer Schülerinnen und
Schüler mit – umso wichtiger ist es, dass Projekte wie TÜV Kids durch
Lehrerinnen und Lehrer genutzt werden, weil so die Neugier und der
Forschungsdrang von Kindern gestärkt und sie zur Beschäftigung mit
naturwissenschaftlichen und technischen Themen angeregt werden.“ Auch bei
Pädagoginnen und Pädagogen stoße das Projekt auf großes Interesse, so dass eine
wachsende Nachfrage von Lehrkräften nach Fortbildungen zu diesem Thema festzustellen
sei. Hessens Zielsetzung, naturwissenschaftliche Bildung zu stärken und für
Schülerinnen und Schüler ein Angebot zu schaffen, das den Wissensdrang herausfordert,
sieht die Kultusministerin durch die Forschung der vergangenen Jahre bestätigt.
Die Hessische Landesregierung setze darauf, den naturwissenschaftlichen Anteil
im Sachunterricht zu stärken und in naturwissenschaftliche Bildung der Kinder
zu investieren.
Im Rahmen der Fortbildungsreihe unter dem Motto „Wir kommen
zur Sache“ haben Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit experimentelle Versuche
selbst zu erproben und dadurch konkrete Anregungen für die Umsetzung mit in
ihren Unterricht mitzunehmen. „Viele Lehrerinnen und Lehrer wollen das
Interesse der Kinder an Technik weiter ausbauen. Dazu brauchen sie aber
fachliche Unterstützung, wie sie die Kinder experimentieren lassen können. Und
vor allem konkrete Tipps, wie das mit geringen finanziellen Mitteln zu
realisieren ist“, erklärt Fortbildungsleiter Manfred Weller vom TÜV Hessen. An
zwei Nachmittagen lernen die Pädagoginnen und Pädagogen deshalb elf
verschiedene Experimente kennen, die sie ohne große Kosten und Aufwand mit
ihren Klassen nachbauen können.
Hintergrund:
Der TÜV Hessen hat TÜV Kids ins Leben gerufen, um die
Technikkompetenz bereits im frühen Kindesalter zu fördern. Das Angebot richtet
sich in Hessen an alle 1.172 Grundschulen. Während einer Doppelstunde bauen die
Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen gemeinsam mit dem TÜV Kids-Trainer
ein Stromprüfgerät aus Alltagsgegenständen. Durch das Prüfen von verschiedenen
Gegenständen lernen die Kinder spielerisch, wie unterschiedliche Gegenstände
elektrischen Strom leiten. Seit dem Start der Initiative Ende März beteiligten
sich im vergangenen Schuljahr rund 20 Prozent aller hessischen Grundschulen mit
476 Klassen und 10.316 Kindern - das bedeutet, in nur drei Monaten hat gut
jeder fünfte Viertklässler an TÜV Kids teilgenommen. Für das aktuelle Schuljahr
hält das Interesse unvermindert an: 353 Schulen mit 744 Klassen haben sich bis
zu den Herbstferien angemeldet. Bis Ende des Schuljahrs werden die TÜV
Kids-Trainer über 40 Prozent aller hessischen Grundschulen seit Start der
Initiative besucht haben. Und mehr als 26.000 Stromprüfgeräte werden dann in
Hessen gebaut worden sein.
Neben dem Projekt „TÜV Kids“ beteiligt sich Hessen seit dem Schuljahr 2004/05
am Programm SINUS-Transfer Grundschule. Dessen zentrales Anliegen ist es, den
Mathematikunterricht und den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht durch
enge Zusammenarbeit mit und von Lehrkräften in der Grundschule zu optimieren
und weiter zu entwickeln. Daneben legt der Bildungs- und Erziehungsplan für
Kinder von 0 - 10 einen Schwerpunkt darauf, dass Kinder im Lernen, Forschen und
in ihrer Entdeckungsfreude gestärkt werden.