Solarbranche
fürchtet um bayerische Arbeitsplätze
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EEG Absenkung muss einstellig bleiben
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Langfristig verlässliche Rahmenbedingungen gefordert
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Erwin Huber und SCHOTT Solar diskutieren über geplante
Kürzungspläne der Solarförderung
Mainz/Mitterteich, 19. März 2010 –
Das
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist das Schlüsselinstrument für die
Erreichung der zentralen Klimaziele und zum Umstieg von der CO2-basierten
Energieversorgung in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien. Als solches muss
es auch erhalten bleiben. Das ist
das Ergebnis eines Gespräches zwischen Erwin Huber, Vorsitzender des
Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, Tobias Reiß, Energiepolitischer
Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Roland Grillmeier, Bürgermeister von
Mitterteich, und der Geschäftsführung von SCHOTT Solar. Das Solarunternehmen hat
nochmals seine Forderung verdeutlicht, dass die anstehende Absenkung im
Einspeisetarif im einstelligen Prozentbereich bleiben muss. Für die
Investitionen in neue Arbeitsplätze sind langfristig verlässliche
Rahmenbedingungen unerlässlich.
"Der
Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung beträgt heute bereits 16
Prozent. Das sind Verdienste des EEG und der hervorragenden Technologie, die
vor allem aus Deutschland kommt und zu der SCHOTT Solar seit über 50 Jahren
einen großen Beitrag leistet", so Dr. Nikolaus Benz, Geschäftsführer der
SCHOTT Solar CSP. Er ergänzt: "Die Pläne der Bundesregierung, die Solarförderung
zu kürzen, bedeuten eine existenzielle Gefährdung und potentielle Schädigung der
deutschen Photovoltaik-Industrie. Damit stehen Deutschlands
Technologieführerschaft bei einem der wichtigsten Zukunftsmärkte und tausende
Arbeitsplätze auf dem Spiel. Es schadet der Branche, wenn wir alle 6 Monate
eine neue Diskussion zum EEG bekommen, Investitionen benötigen langfristige
Perspektiven."
Berlin will die
Subventionen für Sonnenstrom zum 1. Juli 2010 zusätzlich zur planmäßigen
Kürzung von 9 Prozent ein weiteres Mal reduzieren. Für umweltfreundlichen Strom
aus neuen Solardächern soll es künftig 16 Prozent weniger geben als bisher. Damit
würde sich die Einspeisevergütung im Vergleich zu 2009 um insgesamt ein Viertel
auf 33 Cent pro Kilowattstunde verringern. Solaranlagen auf Äckern sollen bis
auf wenige Ausnahmen künftig gar nicht mehr gefördert werden.
Klar ist:
Eine Absenkung der Vergütung ist notwendig – jedoch nicht in dem
geplanten Ausmaß. Die Solarindustrie in Deutschland benötigt für ihre
Investitionen in Milliardenhöhe mittelfristig planbare Rahmenbedingungen und
eine verlässliche Politik. SCHOTT Solar zufolge sei eine maßvolle Kürzung der
Förderung im einstelligen Bereich akzeptabel. Nach Aussagen von Experten
bedeutet eine Absenkung der Solarförderung im zweistelligen Prozentbereich das
Aus für den europäischen Produktionsstandort. Einer Studie der Landesbank
Baden-Württemberg vom Januar 2010 zufolge, begünstigen diese Kürzungen vor
allem ostasiatische Wettbewerber, die zu völlig anderen Konditionen
produzieren. Ohne Arbeits- und Umweltschutzauflagen, gestützt durch staatliche
Kredite und einer künstlich schwach gehaltenen Währung wollen diese Unternehmen
verstärkt Marktanteile in Deutschland gewinnen, um diesen Wachstumsmarkt
künftig kontrollieren zu können.
Von der
Kürzung stark betroffen sind nicht nur Hersteller wie SCHOTT Solar, die in
Bayern Arbeitsplätze schaffen, sondern vor allem auch die vielen lokalen Handwerksbetriebe,
die die Anlagen beim Kunden auf den Dächern montieren. Erwin Huber äußerte
Verständnis dafür, dass die Industrie verlässliche und planbare
Rahmenbedingungen für Investitionen in Produktionsanlagen und damit für die
Schaffung von Arbeitsplätzen in Bayern brauche.
Die
Kürzungspläne der Bundesregierung sind für Bayern besonders dramatisch: Das
Bundesland ist Photovoltaik-Spitzenreiter in Deutschland – knapp die Hälfte
aller installierten Sonnenenergie-Anlagen Deutschlands steht im Freistaat.