Mitarbeiter
von SCHOTT Solar und Politiker protestieren gegen geplante EEG-Novelle
·
Ministerpräsident Seehofer kündigt Beratung im
Ministerrat zum EEG an
·
1.200 Arbeitsplätze bei SCHOTT Solar in Gefahr
·
Mitarbeiter schließen symbolisch ihr Werk
Mainz/Alzenau, 4. Februar 2010 – Etwa 300 Mitarbeiter der SCHOTT
Solar AG haben heute in Alzenau gegen die Gefährdung ihrer Arbeitsplätze durch
einen neuen Gesetzentwurf protestiert. Auslöser der Aktion ist die Planung des
Bundesumweltministeriums, die Einspeisevergütung von Solarstrom zum 1. April
massiv zu kürzen. Unterstützung erhalten die Mitarbeiter bei ihrer
Protestaktion von Politikern aller Parteien. Der stellvertretende Bürgermeister
von Alzenau, Dr. Alexander Legler (CSU), zitierte in seiner Rede den CSU-Vorsitzenden
und Ministerpräsidenten Horst Seehofer dahingehend, dass man sich im
Ministerrat der von SCHOTT Solar geschilderten Problematik kurzfristig annehmen
wolle.
Der Vorstand
der SCHOTT Solar AG, Bürgermeister Scharwies sowie Landrat Dr. Reuter und zahlreiche
Politiker aus der Region hatten Seehofer gestern in einem Gespräch in Alzenau
auf die Situation der Solarindustrie in Deutschland aufmerksam gemacht. „Wir
haben bereits 2009 ein schwieriges Jahr hinter uns. Mit der geplanten
zusätzlichen Absenkung würde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Wir
beschäftigen in Deutschland allein 1.200 Mitarbeiter. Deren Arbeitsplätze sehen
wir gefährdet“, sagt Dr. Martin Heming, CEO von SCHOTT Solar. „Bereits zum
Jahresbeginn wurde die Solarvergütung um 9 bis 11 Prozent reduziert. Die
geplanten zusätzlichen Absenkungen von bis zu 44 Prozentpunkten bis zum 1.
Januar 2011 gefährden sowohl unsere Investitionen als auch unsere
Arbeitsplätze", sagte Klaus Bernhard Hofmann, Sprecher des SCHOTT Konzerns
und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW).
Von der
Kürzung stark betroffen seien nicht nur Hersteller wie SCHOTT Solar, sondern
vor allem auch die vielen lokalen Elektrobetriebe, die die Anlagen beim Kunden
auf den Dächern montieren. Ministerpräsident Seehofer äußerte Verständnis
dafür, dass die Industrie verlässliche und planbare Rahmenbedingungen für
Investitionen in Produktionsanlagen und damit für die Schaffung von
Arbeitsplätzen in Bayern brauche.
Mit der
Protestaktion „Symbolische Werksschließung“ machen heute
unternehmensübergreifend die Mitarbeiter an zahlreichen deutschen
Solarstandorten auf ihre Situation aufmerksam. SCHOTT Solar beteiligt sich an
den beiden Produktionsstätten Alzenau und Jena.