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Sie sehen den Artikel: Solarenergie – Wachstumsmotor für Deutschland. Veröffentlicht am: 03.03.2010
 

Solarenergie – Wachstumsmotor für Deutschland

 

Der Solarmarkt wächst dynamisch – trotz Wirtschaftskrise. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) betrug die in Deutschland im Jahr 2008 neu installierte Leistung rund 1.500 MWp1). Überall in Deutschland entstehen neue Produktions- und Forschungsstandorte für Solartechnologie. Im vergangenen Jahr stiegen die Investitionen der Zulieferer und Industrie in Forschung und Entwicklung auf rund 190 Mio. Euro2). Dabei investieren die Unternehmen besonders intensiv in die strukturschwachen Regionen in den neuen Bundesländern.

 

Wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Prinzipiell sind zwei Wachstumstreiber für die anhaltende Konjunktur verantwortlich. Zunächst sind Erneuerbaren Energien vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion eine attraktive Alternative zu konventionellen Energiequellen. Der Umwelt- und Klimaschutz ist ein schlagkräftiges Argument der Deutschen für den Umstieg auf Erneuerbare Energien. Innerhalb der breiten Palette dieser Energiequellen ist die Solarenergie nach Angaben der Meinungsforschungsinstitute Emnid und Allensbach bei der Mehrheit der deutschen Bundesbürger sehr beliebt und eine gute Option zu den immer teuerer werdenden Rohstoffen wie Öl, Gas oder Kohle. Laut Umfragen von Allensbach befürworten über 90 Prozent ihre intensivere Nutzung3). Als zweiter Treiber hat das so genannte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der positiven Entwicklung der regenerativen Energien den Boden geebnet. Es verpflichtet die Betreiber von Stromnetzen, Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien anzuschließen und den umweltfreundlichen Strom für einen bestimmten Zeitraum nach gesetzlich festgelegten Preisen zu vergüten. Für Strom aus Photovoltaikanlagen beträgt dieser Zeitraum 20 Jahre zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme der Anlage. Wer Solarstrom produziert, hat also einen festen Abnehmer und eine entsprechend langfristige Planungssicherheit.

 

Schlüsselrolle Deutschlands am Weltmarkt

Am Weltmarkt sind Solartechnologien aus Deutschland sehr gefragt. Der Marktanteil deutscher Unternehmen liegt im Durchschnitt der Wertschöpfungsstufen bei rund 20 Prozent. Die deutschen Photovoltaikhersteller profitieren zunehmend von ihren getätigten Investitionen in die Forschung und Entwicklung und nutzen ihre gute Innovations- und Technologieposition, um sich im internationalen Marktumfeld Vorteile zu verschaffen. Die Exportquote und der Exportumsatz sind nach Angaben des BSW zwischen 2002 und 2008 deutlich angestiegen. Die Experten erwarten bis 2010 eine weitere Steigerung von Exportquote und Exporterlösen und gehen davon aus, dass die deutschen Solarunternehmen einen Weltmarktanteil von etwa einem Fünftel auch in den kommenden Jahren gegen wachsende Konkurrenz aus Fernost werden behaupten können4). Besonders die deutschen Solarzellenhersteller profitieren von der zunehmenden Marktdynamik. Sie sind nach Angaben des Branchenverbandes BSW in den vergangenen zwei Jahren doppelt so schnell gewachsen wie ihre internationale Konkurrenz und haben ihren Weltmarktanteil von rund sieben Prozent im Jahr 2000 auf rund 25 Prozent der insgesamt installierten Leistung im Jahr 2005 ausgebaut.

 

Neben den USA und Japan verfolgen zunehmend auch südeuropäische Nationen wie Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland den Ausbau der Nutzung der Solarenergie und verzeichnen schon heute überdurchschnittliche Wachstumsraten.

 

Erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze

Nach Angaben des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ist die Zahl der Stellenangebote im Bereich der Erneuerbaren Energien im ersten Quartal 2009 gegenüber den Vorjahren weiter gestiegen5). Im Vergleich mit 2008 gab es rund ein Viertel mehr an offenen Stellen. Angesichts der weltwirtschaftlichen Lage und dem Stellenabbau in Deutschland seit Jahresbeginn 2009 ist es bemerkenswert, dass die Solarunternehmen weiterhin Personal aufbauen können. Führend in der Schaffung neuer Arbeitsplätze ist danach der Bereich der Solarenergie. Im Zeitraum von nur zwei Jahren hat sich die Arbeitnehmerzahl innerhalb der Solarbranche nach Angaben des BMU verdoppelt6). Der Bundesverband Solarwirtschaft zählte 2006 bereits rund 50.000 Beschäftigte. Bislang kamen jährlich etwa 5.000 bis 10.000 Arbeitsplätze hinzu. Bei anhaltend hoher Nachfrage und den starken Exportquoten könnten nach Informationen des Umweltministeriums bis 2020 mehr als 200.000 weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Den Löwenanteil macht auch hier die Photovoltaik aus: Das BMU erwartet, dass sich bis 2020 die Beschäftigtenzahl von rund 30.000 (2006) auf über 100.000 Arbeitnehmer verdreifachen wird7).

 

Industrie und Verbraucher fordern Planungssicherheit

Obwohl sie bisher auf staatliche Förderungsmaßnahmen angewiesen ist, wird die Solarbranche nach Expertenmeinung in absehbarer Zeit voraussichtlich auch ohne Marktunterstützung wachstumsfähig sein. Angesichts steigender Ölpreise und sinkender Kosten für regenerative Energien soll dies nach Angaben der Europäischen Solarindustrie Vereinigung (EPIA) und Greenpeace International in den nächsten 10 bis 15 Jahren möglich sein8). Bis dahin können nur zuverlässige gesetzliche Rahmenbedingungen wie das EEG die deutsche Solarindustrie auch im Hinblick auf das verschärfte internationale Wettbewerbsumfeld weiterhin stärken.

 

Quellen: 1), 2) BSW, Statistische Zahlen, 03/2009; 3) Allensbach-Studie zu Energieversorgung und Energie-Politik 11/2003; 4) BSW, Statistische Zahlen, 01/2008; 5) BEE, Arbeitmarktmonitoring Erneuerbare Energien 2009; 6) 7) Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit (BMU), Erfahrungsbericht zum EEG, 07/2007

BSW, Export, 2007; 8) Greenpeace/EPIA, Solar Generation III, 12/2006.

 


 

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