Solarkraftwerke
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Aus
konzentrierter Sonnenenergie entsteht zunächst Wärme, dann Strom
In
weniger als einer Stunde sendet die Sonne nach Angaben der Fraunhofer-
Gesellschaft (FhG) soviel Energie auf die Erde, wie wir Menschen in einem Jahr
verbrauchen1). In Zeiten knapper und teurer fossiler Rohstoffe gilt
es, diese regenerative Energiequelle verstärkt nutzbar zu machen, und zwar auch
durch Solarkraftwerke auf Basis der Concentrated Solar Power Technologie (CSP).
Während
die Photovoltaik eine Technik zur dezentralen Nutzung der Sonnenenergie ist,
liegt die Stärke von Solarkraftwerken in der zentralen Energieerzeugung. Allein
in den unbesiedelten Wüsten Nordafrikas ließe sich nach Berechnungen des
Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme (FhG ISE) ein Vielfaches des
europäischen Strombedarfs erzeugen2). Damit sind Solarkraftwerke
eine bedeutende Technologieoption für einen nachhaltigen Energiemix der
Zukunft. Sie werden voraussichtlich unmittelbar zur CO2-Minderungsstrategie der
Europäischen Union beitragen. Nach einer Greenpeace-Studie spart jede
Kilowattstunde Solarstrom etwa 0,6 kg CO2, damit könnte durch den Einsatz von
Solarkraftwerken weltweit bis 2020 die Emission von rund 154 Millionen Tonnen
CO2 verhindert werden3).
Einfache
Funktionsweise
Solarkraftwerke
mit Parabolrinnentechnologie sind nichts anderes als Dampfkraftwerke, die aus
Wärme Strom erzeugen. Der entscheidende Unterschied zu konventionellen
Kraftwerken: Nicht Gas, Kohle oder Öl, sondern
die
Sonne liefert die Energie, die die Turbinen antreibt. Im Solarfeld eines
Solarkraftwerks
mit Parabolrinnentechnologie konzentrieren parabolisch geformte und in langen
Reihen angeordnete Spiegel die einfallende Sonnenstrahlung lokal bis zu 80-fach
auf ein Absorberrohr, in dem ein Wärmeträger auf rund 400 Grad Celsius erhitzt
wird. Im zentralen Kraftwerksblock wird dann in einem Wärmetauscher der Dampf
erzeugt, der eine konventionelle Dampfturbine antreibt. Moderne Speichertechnik
macht den Solarstrom bei ungünstigem Wetter und in der Nacht verfügbar: Der im
Solarfeld umlaufende Wärmeträger stellt bereits einen Wärmespeicher dar, der
kurzfristige Bewölkungsphasen überbrücken kann. Salzspeicher gewährleisten
zusätzlich eine verlässliche Stromversorgung über mehrere Stunden, wenn die
Sonne nicht scheint. Durch die Anwendung der Speichertechnik kann die Turbine
außerdem sehr lange unter Volllast und dadurch mit einem hohem Wirkungsgrad
laufen. Das führt zu einer hohen Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks.
Bewährte
Technik
Neun in
Kalifornien in den achtziger Jahren errichtete Kraftwerke der ersten Generation
haben ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit dauerhaft unter Beweis
gestellt: Rund 200.000 Haushalte werden kontinuierlich seit rund 20 Jahren mit
Strom versorgt. Aufgrund der aktuell sehr starken Marktnachfrage wird weltweit
an der Effizienzsteigerung der Parabolrinnentechnologie gearbeitet. Die in den
USA gewonnenen Erfahrungen dienten als Grundlage für die Entwicklung einer
neuen Generation von Parabolrinnenkomponenten mit erheblich gesteigerter
Leistung. Auf Grund des nahezu unerschöpflichen Energiepotentials der Sonne,
der technischen Leistungsfähigkeit und der nachhaltigen Wirtschaftlichkeit sind
Solarkraftwerke in der Lage, einen essentiellen Beitrag zur künftigen
Stromversorgung zu leisten.
Gute
Voraussetzungen
Solarkraftwerke
sind besonders effizient bei einer hohen Sonneneinstrahlung. Sie bieten deshalb
nicht nur den südlichen Mitgliedstaaten der EU, sondern auch vielen
wirtschaftlich benachteiligten Regionen im Sonnengürtel der Erde gute Entwicklungschancen.
Angesichts des drohenden Klimawandels wird durch Solarkraftwerke eine
Möglichkeit eröffnet, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der
Stromerzeugung gerade in diesen Ländern erheblich zu erhöhen. Als
Dampfkraftwerke sind Solarkraftwerke mit fossilen Energiequellen oder Biomasse
kombinierbar: Parabolrinnen-Solarfelder lassen sich an konventionelle
Kraftwerke ankoppeln. Gerade im Sonnengürtel der Erde kann damit eine sichere
Energieversorgung mit hohem Solaranteil realisiert werden.
Quellen:
1) FHG Magazin, 2/2008; 2) FhG ISE, Solar Thermal Power Generation,
7/2003; 3) Greenpeace, Solar Generation II, 10/2004.