Risiken managen
Es gibt Szenarien, die sind ein Albtraum für jeden
Sicherheitsbeauftragten. So haben die Engländer kürzlich gezeigt, wie man nicht
mit vertraulichen Daten umgehen sollte: der Verlust zweier CDs mit
vertraulichen Daten wie Adressen, Versicherungsnummern und Bankverbindungen von
mehreren Millionen Kindergeldempfängern hat Ende 2007 neben Kopfschütteln,
Schadenfreude und Unverständnis auch für die erste Krise der frisch inthronisierten
Regierung Brown gesorgt. Zudem haben Umfragen zufolge Fahrgäste in nur einem
halben Jahr sage und schreibe 55.000 Mobiltelefone, 5.000 Handhelds, 3.000
Notebooks und 900 USB-Sticks in Londoner Taxis liegen lassen. Auf einer
Vielzahl dieser Geräte und auf den verloren gegangenen CDs befanden sich
vertrauliche, unternehmenskritische und interne Informationen. Diese können für
die Unternehmen genauso wie für die Kindergeldempfänger einen erheblichen
Schaden anrichten, wenn sie in falsche Hände geraten.
Finanzdienstleistungen sind Vertrauenssache
Speziell, wenn es um Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche
geht, reagieren Kunden auf Meldungen wie diese sehr sensibel. Denn
Finanzdienstleistungen sind Vertrauenssache. Die Kunden erwarten von den
Instituten, dass Informationen und persönliche Daten, die sie ihrer Bank oder
Versicherung zur Verfügung stellen, vertraulich behandelt und sicher
vorgehalten werden. Finanzdienstleister arbeiten heute global und sind dabei
vom dynamischen Zugriff auf diese Informationen abhängig. Die Menge der
digitalen Daten nimmt jedoch ständig zu, häufig verlassen Daten zudem über
Laptops, USB-Sticks, PDAs oder per E-Mail – nicht nur im Taxi – den
Bereich der gesicherten Informationsinfrastruktur und werden von verschiedenen
internen und externen Nutzern verarbeitet. Nicht nur in diesem Zusammenhang
birgt der Umgang mit Informationen Risiken. Auch innerhalb des Unternehmens
müssen geschäftskritische Daten so vorgehalten werden, dass sie gegen gewollten
oder ungewollten Missbrauch, Verlust oder Beschädigung geschützt sind. Zudem
müssen die Unternehmen gewährleisten, dass die Compliance-Richtlinien
eingehalten werden.
Für Finanzdienstleister ist daher ein umfassendes
Risikomanagement von zentraler Bedeutung. Dazu gehört zum einen die Schulung
und Sensibilisierung der Mitarbeiter für den richtigen Umgang mit vertraulichen
Informationen. Zum anderen ist eine informationszentrierte Strategie notwendig,
die effektive Mittel zur Erkennung, Bewertung und Minderung der Risiken
bereitstellt, denen Informationen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg
ausgesetzt sind. Eine solche Strategie dient dazu, den Zugriff auf
Informationen zu regulieren und sowohl innerhalb der eigenen Infrastruktur als
auch im Austausch mit Partnern und Kunden Diebstahl, Verlust und Missbrauch zu
verhindern. Mit einer gezielten Information Risk Management Strategie können
Finanzdienstleister diese Risiken minimieren und gleichzeitig Kosten sparen,
ihre Ressourcen und Geschäftsprozesse schützen und dafür sorgen, dass
behördliche und juristische Anforderungen eingehalten werden. Dies ist
Vorraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit und dauerhaftes
Vertrauen der Kunden.
Verfügbarkeit ohne Sicherheit ist wertlos
In Zeiten von Internet und Online-Banking müssen die Angebote
und Dienstleistungen von Finanzunternehmen rund um die Uhr verfügbar sein.
Neben den Kunden greifen auch Mitarbeiter immer häufiger von unterwegs oder von
zu Hause auf Unternehmensdaten zu. Mindestens genauso wichtig wie die
Verfügbarkeit ist jedoch die Sicherheit dieses Zugriffs. Da in Unternehmensnetzwerken
gespeicherte Informationen zu den wichtigsten Ressourcen einer Firma zählen,
muss gewährleistet sein, dass nur Berechtigte Zugriff auf diese Informationen
haben. Die Nutzung statischer Passwörter ist in diesem Zusammenhang nicht mehr
ratsam. Abhilfe schaffen jedoch Lösungen wie eine
Zwei-Faktor-Authentifizierung, die eine wesentlich sicherere
Benutzer-Authentifizierung ermöglichen. Für den Remote- und internen Zugriff werden
die Identitäten von Personen überprüft, bevor diese auf Ihre IT-Ressourcen
zugreifen können. Dies bietet mehr Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsorts
und unterstützt bei Ausfällen die Weiterführung der Geschäftsprozesse.
Compliance leicht gemacht
Finanzdienstleister in aller Welt sind für die
Zuverlässigkeit ihrer Sicherheitssysteme und die Gesetzeskonformität ihrer
Audit-Daten verantwortlich. Die Infrastrukturen und Betriebsabläufe der meisten
Institute sind jedoch komplex und in hohem Maße verteilt, so dass die
Protokollierung eine große Herausforderung darstellt. Der Druck, die Compliance
mit internen und externen Bestimmungen nachzuweisen, kann zur Blockierung und
Komplizierung geschäftlicher Abläufe führen und damit die Betriebskosten in die
Höhe treiben. Laut Gesetz müssen bestimmte Anwendungs- und Audit-Daten über lange
Zeiträume aufbewahrt werden. Mithilfe einer Informationsmanagement-Plattform
können Event-Daten in nutzbare Compliance- und Sicherheitsinformationen
transformiert werden. Ein Sicherheitsinformations- und Ereignismanagement ist
für Firmen mit einer unternehmenskritischen IT-Infrastruktur und
Compliance-Auflagen daher unentbehrlich geworden.
Vertrauen der Kunden ist essenziell für das Geschäft
Kunden erwarten, dass ihre persönlichen Daten sicher sind und
vertraulich behandelt werden. Für Verfehlungen wie die eingangs genannten haben
sie daher mit Recht nur sehr wenig Verständnis. Gleichzeitig schätzen Kunden
die Einfachheit von Online-Self Services, fürchten aber auch die Sicherheitsrisiken,
die bei Transaktionen über das Internet bestehen. Zudem schreiben
Aufsichtsbehörden hohe Sicherheitsmaßnahmen für Finanzinstitute vor, die
Online-Transaktionen wie Online-, Telefon- und Multi-Channel-Banking anbieten.
Daher ist es für Finanzdienstleister essentiell, die Vertrauenswürdigkeit und
Sicherheit Ihrer Online-Kanäle sicherzustellen. Sie können dies beispielsweise
durch den Einsatz von Betrugserkennungs- und Managementlösungen schaffen, die
über risikobasierte Authentifizierung für Online und Telefon,
Online-Authentifizierung zwischen Standort und Nutzer, Transaktionsüberwachung,
Transaktionssignierung und Anti-Phishing-/Anti-Pharming-Services verfügen.
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