Büroangestellte
verschwenden 3,5 Jahre ihres Lebens mit unnötigen E-Mails
E-Mails
nehmen bis zu 25 Prozent eines Arbeitstages in Anspruch / Ein Drittel aller
E-Mails irrelevant
Hürth,
4. Juni 2007. E-Mails
sind oft unnötig und damit ein gewaltiger Zeitfresser. Zu diesem Ergebnis kommt
eine Studie des Henley Management College im Auftrag des Headset-Spezialisten
Plantronics, bei der 180 Manager in Deutschland, Großbritannien, Dänemark und
Schweden befragt wurden. Bis zu zwei Stunden täglich beschäftigen sich
europäische Manager mit der E-Mail-Kommunikation, das sind 25 Prozent eines
typischen Arbeitstages. Hochgerechnet auf die Lebensarbeitszeit (etwa 40 Jahre)
verbringen sie etwa 10 Jahre mit dem Schreiben und Beantworten von E-Mails.
Rund 32 Prozent aller gelesenen und gesendeten E-Mails bezeichneten die
Befragten als „irrelevant“ und reine Zeitfresser. Alles in allem verschwenden
Büroangestellte dreieinhalb Jahre ihres Lebens mit unnötigen E-Mails.
Hydra-Effekt:
E-Mails erzeugen mehr E-Mails und verzögern Prozesse
Eine
weitere Erkenntnis der Studie: E-Mails generieren immer neue E-Mails. Jede
gesendete elektronische Nachricht führt zu vier bis sechs neuen E-Mails in der
Inbox. Die befragten Manager stehen der E-Mail deshalb als internem
Kommunikationsweg und Ersatz für persönliche Gespräche kritisch gegenüber:
Entscheidungsprozesse via E-Mail werden als besonders zeitintensiv
eingeschätzt. Ein effektiver Einsatz der elektronischen Post bleibt oft reines
Wunschdenken.
Als ein
hilfreiches Mittel bei der Eindämmung der E-Mail-Flut werden hingegen
Telefonate erachtet. Im Gegensatz zum zeitraubenden Frage-und-Antwort-Spiel des
E-Mail-Austauschs bietet ein Telefonat die Möglichkeit, die verschiedenen
Standpunkte direkt und klar zu diskutieren. Entscheidungen fallen schneller,
unnötige E-Mails bleiben aus.
Schnurlose
Headsets steigern die Produktivität
Der
Einsatz eines schnurlosen Headsets kann die Arbeitsproduktivität zusätzlich um
23 Prozent steigern. Die Hände bleiben für andere Tätigkeiten frei, zudem ist
der Angestellte nicht mehr mit einem Kabel an den Schreibtisch gefesselt und
kann beispielsweise Akten oder Ausdrucke holen.
Obwohl
die Befragten von einer höheren Effektivität des Telefons überzeugt sind,
zeigen die Studienergebnisse, dass viele Angestellte selten das Telefon
benutzen und stattdessen komplexe Sachverhalte via E-Mail mit vielen anderen
Kollegen in Kopie diskutieren. Dabei waren 43 Prozent der Meinung, dass nur
jede zehnte E-Mail die Botschaft klar und deutlich übermittelt. Somit fluten E-Mails
weiterhin die Inboxen und es kostet viel Zeit diese wieder aufzuräumen. Aber
auch mobile Geräte wie PDAs verstärken die E-Mail-Lawine. Die Notwendigkeit,
jederzeit erreichbar zu sein, führt dazu, dass Mitarbeiter auch daheim E-Mails
lesen und sofort beantworteten.
Der
soziale Kontakt bei Telefongesprächen wirkt sich auch förderlich auf die
Entstehung von sozialen Bindungen (Stichwort: Team-Geist) aus. E-Mails
beeinflussen diesen Prozess eher negativ, so zeigt die Studie.
„Unsere
Untersuchungen haben ergeben, dass die E-Mailnutzung außer Kontrolle geraten
ist“, sagt Peter Thomson, Direktor des „The Future Work Forum“ am Henley
Management College. „In vielen Büros reden die Kollegen nicht mehr miteinander,
sondern schreiben lieber E-Mails. Dabei kann die verstärkte Nutzung des
Telefons, idealerweise kombiniert mit einem Headset, das Problem auflösen.
E-Mails sollten dann nur noch eingesetzt werden, um die Ergebnisse aus einem
Telefonat für alle zu dokumentieren.“
„E-Mails
werden bevorzugt, obgleich das Telefon das bessere und effektivere
Kommunikations-Tool ist“, so Philip Vanhoutte, European Managing Director von
Plantronics. „Für jede Kommunikation gibt es ein geeignetes Tool, daher sollten
Manager sich in ihren Unternehmen für eine stärkere Nutzung des Telefons
einsetzten.“
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