Anwenderbericht
Per Nummernschild aufs
Werksgelaende
Das "Fendt Dieselross" war in den Dreissiger Jahren
der erste europaeische Kleinschlepper mit sechs PS, Anbaupflug und
fahrunabhaengigem Maehwerk. Er versetzte erstmals auch klein- und
mittelbaeuerliche Betriebe in die Lage, das Pferd rentabel zu ersetzen. Erbauer
des innovativen Vehikels fuer die Landwirtschaft war die Fendt AG. Fast 80
Jahre spaeter arbeitet Fendt heute an GPS-Systemen, die direkt in die
Fahrzeugsteuerung eingreifen und so per Satellit schnurgerade Ackerfurchen
ziehen. Gestern wie heute hatte das Unternehmen, das als Familienbetrieb begann
und mittlerweile knapp 2.600 Mitarbeiter beschaeftigt, stets die Nase vorn bei
Innovationen. Auch in Sicherheitsfragen setzt Fendt auf moderne Technologie. So
ersetzt heute ein ausgekluegeltes Zutrittskontrollsystem den Pfoertner, der die
Zu- und Ausfahrt von LKW ueberwacht. Fuer die Erfassung der Fahrzeuge und ihrer
Nummernschilder aus aller Welt sind zudem gestochen scharfe Aufnahmen noetig.
Diese liefern Netzwerkkameras der Mobotix AG.
Als die Gebrueder Fendt Anfang des letzten Jahrhunderts in
der Schmiede ihres Vaters Johann Georg mit dem Bau der ersten Traktoren
begannen, waren GPS-Systeme noch ferne Utopien. Doch innovativ war das
Unternehmen von Anfang an. Dem "Dieselross" folgten zahlreiche
Neuentwicklungen wie 1980 der erste Grosstraktor mit bis zu 150 PS oder 1996
die stufenlose Vario-Technik, die eine Revolution im Getriebebau der Branche
darstellt. Neben der Technik wuchs auch das Unternehmen selbst rapide an: Mehr
als 70 Jahre nach seiner Gruendung beschaeftigt Fendt heute mehrere Tausend
Mitarbeiter an den Allgaeuer Standorten Marktoberdorf, Asbach-Baeumenheim und
Kempten. Jaehrlich werden dort etwa 11.000 Traktoren gebaut und mehr als eine
Milliarde Euro umgesetzt. Seit 1997 gehoert Fendt zum weltweit operierenden
AGCO Konzern. Als fuehrende High-Tech- und Qualitaetsmarke von AGCO hat die
Firma mit ihren Traktoren, Maehdreschern und Ballenpressen Zugang zu 7.350
Haendlern in 140 Laendern.
Automatische
Zugangsloesung
Rund 160 Lastwagen pro Tag liefern die benoetigen Komponenten
fuer die bis zu 60 taeglich in Marktoberdorf gefertigten Schlepper an. Dieser
Schwerlastverkehr floss lange Jahre mitten durch den Ortskern. Um das dortige
Verkehrsaufkommen zu reduzieren, verlegte Fendt Ende 2003 die LKW-Zufahrt auf
die gegenueberliegende Seite des Firmengelaendes, wo sie direkt an die
Umgehungsstrasse angebunden ist. Dadurch wurde aber eine zweite Pforte
geschaffen, die etwa 450 Meter Luftlinie vom Haupteingang entfernt ist. Bislang
war es die Aufgabe des zentralen Pfoertners, den einfahrenden LKW die Zu- und
Ausfahrt zu ermoeglichen und gleichzeitig deren Anwesenheit zu dokumentieren.
Die Einstellung eines weiteren Pfoertners fuer den neuen Zugang wollte Fendt
jedoch vermeiden. "Wir benoetigten also eine automatische Loesung",
erklaert Klaus Kirschke, Leiter der zentralen Instandhaltung bei Fendt/AGCO,
"die sowohl das Kennzeichen registriert als auch den bereits im
Unternehmen bekannten Fahrzeugen die Zufahrt gestattet. Fremde Fahrzeuge
sollten nach einer kurzen Anmeldung durchgelassen werden."
Elektronischer Pfoertner
fuer den Schwerlastverkehr
Mit der Installation einer komplett automatisierten
Zugangsloesung wurde die Scaltel AG beauftragt. Anton Huber, Projektleiter beim
Netzwerk-Spezialisten, hatte genau Vorstellungen zum Aufbau der Anlage:
"Fuer die Bilduebertragung und Nummernschilderkennung benoetigten wir ein
Subsystem, das aus einer IP-Kamera und einer entsprechenden Software besteht",
erklaert der Fachmann. "Mir war es dabei wichtig, dass in dem System eine
Mobotix-Kamera integriert ist, weil diese Technologie einfach eine optimale
Bildqualitaet liefert." Die Wahl in Sachen Software fiel auf das
Zufahrtskontrollsystem XPARQ von Axxteq, das deutsche und internationale
Nummernschilder erkennen kann und sich flexibel in bereits vorhandene IT- und
Netzwerkstrukturen integrieren laesst. Die Bilder fuer die
Nummernschilderkennung auf OCR-Basis (Optical Character Recognition) liefern
drei Netzwerkkameras von Mobotix. Die hohe Qualitaet des Bildmaterials ist
dabei die Grundlage fuer eine erfolgreiche Identifizierung der Nummernschilder:
"Auch bei problematischen Lichtverhaeltnissen, wie zum Beispiel
Beeintraechtigungen durch Gegenlicht, Fahrzeugscheinwerfer und Reflexe, liefern
die Mobotix-Kameras unter fast allen Bedingungen ein ausreichend
kontrastreiches Bild des Nummernschildes", erklaert Dr. Andreas Scholz,
Geschaeftsfuehrer von Axxteq. Weitere Vorteile der Mobotix-Technologie sind die
Schaerfenleistung der Teleobjektive, die hohe Aufloesung der Megapixel-Kameras
sowie deren unkomplizierte Einbindung in bereits vorhandene Netzwerkstrukturen.
Das Nummernschild als
Zugangsausweis
Derzeit sind bei Fendt drei Mobotix-Kameras in Betrieb. Eine
fuer die Ein-, eine fuer die Ausfahrt und eine dritte zur UEberwachung eines
Drehkreuzes, das den Mitarbeitern Zutritt gewaehrt. Die Kameras sind so
justiert, dass der etwa 450 m Luftlinie entfernt am Haupteingang sitzende
Pfoertner nicht nur das Nummernschild, sondern auch die komplette Front des LKW
mitsamt dem Fahrer erkennen kann. Dieses Bild wird zugleich gespeichert und
dient bei Unregelmaessigkeiten der Dokumentation.
Eine typische Zufahrt beginnt mit dem Auffahren des LKW auf
eine Induktionsschleife. Die Mobotix-Kamera erstellt dann ein Bild der
Fahrzeugfront inklusive Nummernschild und Fahrer. Das Kennzeichen wird durch
die Axxteq-Software identifiziert und mit einer Datenbank der bekannten
Kennzeichen verglichen. Bei registrierten Kennzeichen oeffnet sich die Schranke
automatisch, waehrend fremde Fahrzeuge per Gegensprechanlage vom Pfoertner
erfasst und in die Kartei aufgenommen werden. Zusaetzlich koennen alle derart
registrierten Fahrzeuge das Gelaende automatisch wieder verlassen, wobei die
Software die Ausfahrt verbucht. Klaus Kirschke, Leiter der zentralen
Instandhaltung bei Fendt/AGCO, ist mit dem System zufrieden: "Wir haben
jetzt einen sehr guten Ueberblick, welche Fahrzeuge sich auf dem Werksgelaende
befinden. Die Zufahrt kann problemlos kontrolliert und geregelt werden."
Durch die automatische Zufahrtskontrolle kann der zentrale Pfoertner auch den
zweiten Werksgelaendeeingang im Auge behalten – der elektronische Kollege
aus Software und Kamera uebernimmt fuer ihn die vor Ort noetigen Handgriffe.
<< Infobox: Verwendete Hardware bei der Fendt AGCO
GmbH & Co. OHG>>
Kameras:
2 Mobotix M10M mit Teleobjektiv zur Fahrzeugerkennung, 1
Mobotix M10M zur Sicherung des Personeneingangs
Server:
Server mit Linux-Betriebssystem fuer den Betrieb der XPARQ-Software
Netzwerk:
Das Kamerasystem ist in das Unternehmens-netzwerk
eingebunden, jedoch als virtuelles LAN organisiert.
Stromversorgung:
Mobotix Power Adapter
<< Infobox: Mobotix AG >>
Hauptsitz:
MOBOTIX AG
Luxemburger Strasse 6
D-67657 Kaiserslautern
Tel.: +49-631-3033-111
Fax:
+49-631-3033-190
Internet:
www.mobotix.com
Niederlassungen:
Columbia, South
Carolina (USA)
Vorstand und Gruender:
Dr. Ralf Hinkel, Diplom-Informatiker
Mitarbeiter:
zirka 60 in Deutschland und 4 in USA
Umsatzentwicklung:
Im Geschaeftsjahr 2004/2005 erzielte Mobotix Umsatz von 12,1
Millionen Euro. Dies entspricht einem Wachstum von 44 Prozent gegenueber dem
Vorjahr. Die Exportquote liegt derzeit bei 46 Prozent. Die Gewinnzone erreichte
Mobotix bereits im letzten Quartal 2002.
Installationen:
Ueber 50.000 installierte Netzwerkkamera-Systeme bis Ende
2005
Vertrieb:
Indirekter Vertrieb ueber 125 Partner in 60 Laendern sowie
den Fachhandel