Anwenderbericht
Keine Risiken und Nebenwirkungen im Pharma-Lager
„Just in time“ ist die Kenngröße, an der die Effizienz von
Logistik-Leistungen gemessen wird. Nicht zu spät und nicht zu früh sollen
Rohstoffe zur Produktion gelangen, Produkte die Fertigung verlassen und die
Waren beim Kunden eintreffen. Diese Anforderungen können Logistikunternehmen
nur mit hochmodernen Logistik- und Lagersystemen erfüllen, die zudem jederzeit
verfügbar und funktionsfähig sind. MAN Logistics zählt in diesem Segment mit über
700 Referenzanlagen in aller Welt zu den führenden Anbietern. Für das
Pharmaunternehmen Aventis hat der Logistik-Dienstleister ein sechsgassiges
Hochregallager mit rund 20.000 Stellplätzen für Chemie-, Euro und
Industriepaletten errichtet. Herzstück des automatisierten Lagers ist die
Fördertechnik: rund 200 Antriebe und sechs Regalbediengeräte mit einer Höhe von
31 Metern sorgen für die reibungslose Ein- und Auslagerung der Arzneimittel.
Falls die Systeme einmal nicht wie am Schnürchen laufen, können Aventis und MAN
Logistics aufgrund der Netzwerkkameras des Kaiserslauterer Herstellers Mobotix
AG, die in die automatisierten Gabelstapler integriert sind, Störungsursachen
direkt analysieren und die Fehler „just in time“ beheben.
In der Pharmazeutikbranche ist die schnelle und sichere
Lieferfähigkeit von Produkten nicht nur wünschenswert und Geschäfts-fördernd,
sondern existenziell wichtig: Verfallsdaten und die oft nötige Kühlung der
Präparate setzen hohe Maßstäbe für die Vertriebs- und Auslieferungslager.
Ausfälle an den Logistik-Systemen können teuer werden. Die Aventis Pharma
Deutschland GmbH mit 9.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 2,9
Milliarden Euro eines der größten Pharmaunternehmen auf dem deutschen Markt,
begegnet diesem Problem mit einer ebenso pragmatischen wie effizienten Lösung:
Die Regalbediengeräte des Hochregallagers, die in einer Stunde jeweils 25
kombinierte Ein- und Auslieferungsvorgänge verrichten, sind mit je zwei
Kamerasystemen ausgestattet. Hierdurch haben die Lagerbetreiber die
Möglichkeit, eine Störung umgehend anhand der Videoaufzeichnung zu analysieren
und kurzfristig gezielte Maßnahmen zu ihrer Behebung einzuleiten. Konzipiert
hat diese Lösung MAN Logistics.
Auf der Suche nach der richtigen Lösung
Von der Idee der Kameraüberwachung bis hin zur tatsächlichen
Umsetzung bei Aventis lag jedoch ein weiter Weg. „Die meisten Kameras starten
ihre Aufzeichnung erst mit dem Alarm“, erklärt Georg Leichtle, Leiter der
Steuerungsabteilung bei MAN Logistics, die Problemstellung, vor der der
Dienstleister bei der Suche nach einer geeigneten Kamera stand. Das Gerät muss,
um die stetige Verfügbarkeit des Hochregallagers von Aventis zu sichern, auch
die Bilder aufzeichnen, die zu einem Störfall geführt hatten. Nur so können die
Techniker im Fall des Falls direkt reagieren.
Fündig wurde MAN Logistics auf der Homepage eines
Partnerunternehmens. Der IT- und Automatisierungs-Dienstleister IBC machte
Georg Leichtle und seine Kollegen mit den Funktionen und Möglichkeiten der
Kameras der Mobotix AG vertraut – darunter auch das benötigte Feature der
Aufzeichnung von Vor-Alarm-Bildern, die die Ursache für eine Störung in Bildern
dokumentieren. So überschreiben die Kameras des Kaiserslauterer Herstellers im
Normalbetrieb zwar kontinuierlich früher gespeicherte Bildsequenzen der
Live-Aufzeichnungen. Kommt es jedoch zu einer Veränderung im Kamerabild, die
durch einen Störfall der überwachten Geräte ausgelöst wird, stoppt ein solches
Ereignis das Überschreiben der Bilder. Je nach Bedarf können dann die Aufnahmen
der letzten Sekunden vor dem Defekt analysiert werden.
Dies ermöglicht den Lagerverantwortlichen eine schnelle und
präzise Bearbeitung der Störung, oft sogar ohne dass ein Servicetechniker bei
abgeschalteten Systemen die betreffende Regalgasse begehen muss. Ist dennoch
eine Reparatur vor Ort erforderlich, so lässt sich durch die Videobilder
bereits im Vorfeld feststellen, wie viel Servicepersonal, welche Schutz- und
Hilfsmittel und welche Werkzeuge oder Ersatzteile der Störfall nötig macht.
Eine Diagnose per Bildschirm erfordert allerdings, dass die
Kameraaufzeichnungen so detailscharf sind, dass sie auch kleinste Fehlerquellen
sichtbar machen. Hier arbeiten die bei Aventis eingesetzten Mobotix-Kameras mit
einem CMOS-Bildwandler, der eine Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten hat. Die
neusten Mobotix-Generationen verfügen bereits über eine Auflösung im
Megapixel-Bereich. Zudem steuert die Software-basierte Bildverarbeitung der
Geräte automatisch die Belichtung, den Weißabgleich und Farbkorrekturen. Frei
wählbare Belichtungszonen sorgen zugleich dafür, dass die Kameras auch in
schwierigen Gegenlichtverhältnissen eingesetzt werden können.
Diagnose und Hilfe aus der Ferne
„Zudem überzeugte uns die Tatsache, dass sich die
Mobotix-Lösung der bereits bestehenden IT-Infrastruktur von Aventis anpasst und
keine zusätzlichen Kabel verlegt oder Programme installiert werden müssen“,
erinnert sich Georg Leichtle von MAN Logistics an den Entscheidungsprozess. Die
Kameras schloss man vielmehr einfach an einen mitfahrenden Access Point der
Regalbediengeräte von Aventis an. Die Live-Bilder können so über Datenfunk
wahlweise kontinuierlich oder nur im Falle eines besonderen Ereignisses aus der
Regalgasse heraus übertragen werden. Ein stationärer Access Point speist hierbei
die Daten in das TCP/IP-Ethernet ein, so dass jede Zugangs-berechtigte Person
von einem PC die Kameras aus der Ferne verwalten und bedienen kann. Die
Administration der Mobotix-Geräte sowie das Sichten der Kamerabilder erfolgt
einfach über einen Standard-Webbrowser.
Durch diese Anbindung hat auch MAN Logistics die Möglichkeit,
sich vom Servicestützpunkt Heilbronn aus über eine Router-Verbindung direkt in
die Anlage des Kunden einzuwählen und, falls erforderlich, Tipps zur Behebung
einer Störung geben. Und selbst auf das Notebook oder das PDA eines
Servicetechnikers kann die Kamera eine Störungsmeldung und die dazugehörigen
Bilder übertragen.
Robuste Helfer
In der Tatsache, dass die Mobotix-Kamerasysteme daneben auch
Industrie-zertifiziert nach IP65 sind, sah Georg Leichtle einen weiteren
Vorteil für ihren Einsatz bei Aventis. „Das Gehäuse der Kameras ist äußerst
robust, die Geräte lassen sich schnell mechanisch und elektronisch anschließen
und sind sehr widerstandsfähig gegen Schocks und Vibrationen. Zudem kommen sie
auch in einer ungünstigen Umgebung, zum Beispiel mit Stäuben und Dämpfen, gut
klar“, zählt der Steuerabteilungs-Leiter auf. Hinzu kamen für ihn das gute
Preis-Leistungs-Verhältnis und die Möglichkeit, die Kameras nachzurüsten, ohne
in die eigentliche Maschinensteuerung der vorhandenen Regalbediengeräte
eingreifen zu müssen.
Bei Aventis sorgen die Kameras dafür, dass das Hochregallager
im Falle einer Störung schnellstmöglich wieder einsatzfähig ist. Und auch für
andere Unternehmen plant MAN Logistics den Verkauf von Regalbediengeräten mit
integrierten Mobotix-Netzwerkkameras. „Mit dieser Integration haben wir in der
Branche offensichtlich eine Vorreiterrolle übernommen“, stellt MAN
Logistics-Vertriebsleiter Mark Vogt fest. „Das Engagement zahlt sich für uns
aus, denn die Verbesserung der Verfügbarkeit der Logistikanlagen und die daraus
resultierende Kostenersparnis sind Anforderungen, die der Markt zunehmend
stellt.“ Flexibel und schnell können Unternehmen mit der neuen Technologie auf
Störfälle reagieren. Flexibel sind auch die Kameras – je nach Bedarf kann
ihr Innenleben aus Hauptplatine und zwei Kameramodulen als so genanntes
Developer Kit auch einfach in andere Geräte eingebaut werden. In diesem Fall
tragen sie als unsichtbare Helfer zur „Just in time“-Auslieferung von
Industriegütern bei.
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Zeichen))
<< Infobox: Verwendete Hardware bei der Aventis
Pharma Deutschland GmbH>>
Kameras:
12 Mobotix M1M Mono-IT Kameras
Leitstand:
WIN2000-Server mit Standard-Webbrowser sowie Visualisierungsapplikation
WIN-CC-Server
Arbeitsplätze:
2 WIN2000-Clients mit Standard-Webbrowser sowie
Visualisierungsapplikation WIN-CC-Client
Verbindung:
Kameras in kundenseitigem 100-Mbit-Netzwerk über Cisco Access
Point 350 und Cisco Aironet Workgroup Bridge.
Verbindung zu Fernwartungszwecken über ISDN-Netzwerk-Router
mit PPP-Protokoll an Service-Zentrale MAN Logistics GmbH Heilbronn.
Stromversorgung:
Mobotix-Netzteile
<< Infobox: Mobotix
AG >>
Hauptsitz:
MOBOTIX AG
Luxemburger Straße 6
D-67657 Kaiserslautern
Tel.: +49-631-3033-111
Fax: +49-631-3033-190
Internet: www.mobotix.com
Niederlassungen:
Columbia, South Carolina (USA)
Vorstand und Gründer:
Dr. Ralf Hinkel, Diplom-Informatiker
Mitarbeiter:
zirka 60 in Deutschland und 4 in USA
Umsatzentwicklung:
2003:
Umsatzwachstum von 103 Prozent (bei einem Exportanteil von 45 Prozent)
2004: geplanter
Umsatz von elf Millionen Euro
Die Gewinnzone wurde bereits im letzten Quartal 2002
erreicht.
Installationen:
Rund 30.000 installierte Netzwerkkamera-Systeme
Vertrieb:
Indirekter Vertrieb über zertifizierte Secure-Partner und den
Fachhandel