Anwenderbericht
Wie der Kalk automatisch aus dem Werk kommt
Täglich verlassen rund 16.000 Tonnen Kalkerzeugnisse das Werk
Flandersbach der Rheinkalk GmbH. Damit deckt Europas größtes Kalkwerk etwa
einen Viertel des Bedarfs in Deutschland ab. Würde der Transport ausschließlich
über die Schiene abgewickelt, könnten mit dieser Menge rund 320
Eisenbahn-Waggons beladen werden – ein Zug von fast vier Kilometern
Länge. Da aber ein Teil der Produkte das Werk per LKW verlässt, spielt die
Logistik eine wesentliche Rolle – und damit auch die Versandautomation.
Hierfür setzt die Rheinkalk GmbH eine Lösung des Ulmer Systemhauses Fritz &
Macziol ein. Die Abfertigung, die in Selbstbedienung erfolgt, wird mit
Netzwerkkameras der Mobotix AG kontrolliert.
Für die Stahlproduktion ist Kalk unverzichtbar. August
Thyssen gründete deshalb im Jahr 1903 die „Rheinische Kalksteinwerke GmbH"
in Wülfrath, um den Bedarf seines Stahlwerks in Duisburg-Hamborn selbst decken
zu können. Seit 1997 gehört Rheinkalk zur belgischen Lhoist-Gruppe. Der
Standort Wülfrath beschäftigt rund 630 Mitarbeiter. Größter Kunde des Werks ist
noch heute die deutsche Stahlindustrie, die etwa 50 Prozent der Produktion
abnimmt. Die andere Hälfte wird für die Bereiche Umweltschutz, Baustoff- und
Chemische Industrie hergestellt.
Damit die Preise stabil bleiben und die Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen garantiert ist, gilt in der Grundstoff- und Schüttgutindustrie
– ebenso wie in anderen Branchen – das Prinzip „mehr Leistung mit
weniger Mitarbeitern“. Automatisierungslösungen sind gefragt. Die Rheinkalk AG
hat sich in diesem Punkt für eine Zusammenarbeit mit dem Systemhaus Fritz &
Macziol entschieden, das das gesamte Spektrum der Logistik-Automation abdeckt
– von der Planung und Projektierung über die Einbeziehung von
Komplementärprodukten bis hin zu Wartung und Softwarepflege sowie einem
24-Stunden-Service und Versand-Outsourcing. Im Einsatz ist im Werk Flandersbach
die Fritz & Macziol-Software für Versandsysteme VAS. Diese bietet die
Möglichkeit, die technische Soft- und Hardware, also Waagen, Silosteuerung und
Terminals, mit kaufmännischen Komponenten wie Auftragssteuerung, Fakturierung
und Controlling zu verknüpfen.
Abfertigung in Selbstbedienung
Die Software-Unterstützung spart Rheinkalk Personal und ermöglicht
den reibungslosen Nacht- und Wochenend-Versand: die Verladung und das Abwiegen
der Kalkprodukte auf den Lastwagen sowie die Abwicklung von Anlieferungen
inklusive der Steuerung von Schranken, Zutrittskontrollen und Prozesssteuerung
können selbstständig von den LKW-Fahrern vorgenommen werden. Mit speziellen
ID-Karten im Scheckkartenformat loggen sie sich einfach ein und übernehmen die
Abfertigung in Selbstbedienung. Für Karl-Otto Geruhn, Versandleiter im Werk
Flandersbach, bedeutet das System eine erhebliche Arbeitserleichterung: „Unsere
vollautomatisierten Silos erkennen die Karte und die darin gespeicherten Daten
und führen ausschließlich den beauftragten Ladevorgang durch.“ Versuche, andere
Mengen oder Produkte aufzunehmen, werden automatisch abgewiesen. Auch wenn der
Fahrer aus Versehen das falsche Silo anfährt, verhindert das System den
Ladevorgang.
Eine sichere Sache also? „Nicht ganz“, räumt Versandleiter
Geruhn ein. „Wenn die ID-Karte missbraucht oder falsch verwendet wird, muss ich
wissen, welcher LKW tatsächlich im Werk war. Und als Beweis benötige ich
aussagekräftige, gerichtsverwertbare Bilder.“ Durch ihre
Visualisierungs-Applikation bietet die Versandsystem-Software VAS aber auch für
dieses Problem eine Lösung: Netzwerkkameras des Kaiserslauterer Herstellers
Mobotix AG registrieren automatisch alle Fahrzeuge, die sich auf den Waagen des
Werks befinden, mit Kennzeichen, Datum und Uhrzeit. Die entsprechenden Bilder
ordnen die Kameras eigenständig mit allen auf der ID-Karte gespeicherten Informationen
dem Lieferschein und dem Eichprotokoll zu. So verfügt der Versandleiter nicht
nur über die Bilder, sondern auch über alle anderen Daten, die den Vorgang
betreffen. „Damit lässt sich sehr schnell feststellen, wann welcher LKW von
welcher Spedition welche Menge von welchem Produkt aus dem Werk abtransportiert
hat. Unstimmigkeiten können so direkt geklärt werden“, freut sich Versandleiter
Geruhn.
Alles im Blick
Der effiziente Prozess ist technisch möglich, weil die
Mobotix-Netzwerkkameras standardmäßig einen PC integriert haben, der die
Auswertung und Verwaltung der Bilder sowie ihre Speicherung –
Kamera-intern oder auf einem externen Server – eigenständig übernimmt.
Hierbei können die Geräte so eingestellt werden, dass sie nur dann Bilder
speichern, wenn ein so genanntes „Ereignis“ durch Bewegungen im Kamerabild
ausgelöst wird. Dies spart Netzwerkkapazitäten. Die Aufnahmen können über jeden
Standard-Webbrowser abgerufen werden. Auch die Administration der Geräte
erfolgt mittels Browser. Hierdurch lassen sich die Kameras problemlos in
bestehende IT-Infrastrukturen integrieren.
„Mit den Netzwerkkameras von Mobotix können wir unseren
Kunden eine optimale Lösung anbieten“, begründet Claus Jordan, Manager Sales
& Marketing Industrial Applications bei Fritz & Macziol, die
Entscheidung für die Geräte des Kaiserslauterer Unternehmens. Die Technologie
habe die Verantwortlichen des Systemhauses durch ihre vielfältige
Einsetzbarkeit und das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. „Zudem
sind die Kameras wegen ihrer Robustheit und Wetterfestigkeit gerade für die
raue Umgebung eines Steinbruchbetriebes sehr gut geeignet.“ Einen weiteren
Vorteil sieht Jordan darin, dass jede Mobotix-Kamera eine eigene IP-Adresse
besitzt: „So können wir uns von Ulm aus in die Kamera einwählen und bei Bedarf
entsprechende Service-Leistungen erbringen beziehungsweise uns ein Bild der
Situation vor Ort machen.“
Zuverlässige Helfer
Auch bei anderen Kunden der Grundstoff- und
Schüttgut-Industrie sowie in Anwendungen fernab davon, zum Beispiel in der
Baufortschritts-Dokumentation, setzt Fritz & Macziol die Mobotix-Kameras
inzwischen ein. Die Kameras laufen dort ebenso zuverlässig wie im Kalkwerk
Flandersbach. Entsprechend ist auch Rheinkalk-Versandleiter Karl-Otto Geruhn
zufrieden: „Ein System, das ich kaum wahrnehme, weil es alle Anforderungen
erfüllt und einfach problemlos funktioniert, ist immer ein gutes System.“
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GmbH, Werk Flandersbach >>
Kameras:
2 M1M-IT DUAL Kameras
Serverraum:
2 WIN2000-VAS®-Server mit Standard-Webbrowser sowie
integrierte Visualisierungsapplikation in der
Versandsystem-Software VAS®
Arbeitsplätze:
4 WIN2000 VAS®-Arbeitsplätze mit Standard-Webbrowser sowie
integrierte Visualisierungsapplikation in der Versandsystem-Software VAS®
Verbindung:
Kameras im kundenseitigen 100Mbit-Netzwerk zur
Werksüberwachung des Ein/Ausfahrtsbereichs und zum Archivieren und Zuordnen der
Bilder zu den zugehörigen Lieferscheinen im VAS®.
Stromversorgung:
Mobotix-Netzteile
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Hauptsitz:
MOBOTIX AG
Luxemburger Straße 6
D-67657 Kaiserslautern
Tel.: +49-631-3033-111
Fax: +49-631-3033-190
Internet: www.mobotix.com
Niederlassungen:
Columbia, South Carolina (USA)
Vorstand und Gründer:
Dr. Ralf Hinkel, Diplom-Informatiker
Mitarbeiter:
zirka 60 in Deutschland und 4 in USA
Umsatzentwicklung:2003:
Umsatzwachstum von 103 Prozent (bei einem Exportanteil von 45
Prozent)
2004: geplanter Umsatz von elf Millionen Euro
Die Gewinnzone wurde bereits im letzten Quartal 2002
erreicht.
Installationen:
Rund 30.000 installierte Netzwerkkamera-Systeme
Vertrieb:
Indirekter Vertrieb über zertifizierte Secure-Partner und den
Fachhandel