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Sie sehen den Artikel: Sicherheit am Geldautomaten durch Netzwerkvideo. Veröffentlicht am: 17.05.2005
 

Anwenderbericht

 

Gut gefilmt ist schon gewonnen

Sicherheit am Geldautomaten durch Netzwerkvideo

 

Selbstbedienungsgeräte wie Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Für Geldinstitute sind sie ein ideales Instrument, um Mitarbeiter von Routineaufgaben in den Schalterhallen zu entlasten. Für Kunden bieten Geldautomaten den Vorteil, dass Bargeld rund um die Uhr verfügbar ist. Damit sichere Transaktionen an die richtige Person gewährleistet sind, müssen sich die Bankkartenbesitzer per PIN identifizieren. Um Missbrauch vorzubeugen, zeichnet die Bank die Geld abhebenden Kunden zusätzlich mit einer Kamera auf. Probleme können bei diesen Aufzeichnungen dann auftreten, wenn die Bilder der Porträtkamera wegen direkter Sonneneinstrahlung nicht brauchbar sind. Eine norddeutsche Sparkasse wandte sich mit dieser Thematik an die Firma Conect Kommunikationssysteme. Diese entwickelte eine Lösung auf Basis der Netzwerkkameras des Kaiserslauterer Herstellers Mobotix AG. 

 

Den ersten deutschen Geldautomaten installierte im Mai 1968 die Kreissparkasse Tübingen. Um ihn zu bedienen, benötigte der Kunde einen Doppelbartschlüssel für den Tresor, eine Plastikkarte zur Identifikation sowie einen Beleg in Form einer Standardlochkarte für jeden angeforderten 100-Mark-Schein. Hatten die Banken anfangs noch die Befürchtung, dass Selbstbedienungsautomaten sich negativ auf die Kundenbeziehung auswirken würden, erkannte man schon bald die Vorteile der Automatisierung. Der eigentliche Durchbruch kam allerdings erst, als die Geldautomaten in den Foyers und Außenbereichen der Banken installiert wurden und damit für die Kunden permanent erreichbar waren. Heute sind Geldautomaten in Deutschland flächendeckend verbreitet: Rund 60.000 Geräte stehen nach Schätzungen des Internet-Finanzdienstleisters Forium an zirka 40.000 Standorten bereit. Die Kunden danken es: Bei einer Umfrage kürten im Jahr 2002 die Deutschen den Geldautomaten mit 72 Prozent der Stimmen zur nützlichsten technischen Neuerung der letzten Jahrzehnte.

 

Wenn das Gegenlicht zum Problem wird

 

Mit der zunehmenden Nutzung der Geldautomaten gewann auch die Sicherheit an Bedeutung. Tresordicke und Vandalismus-Schutz sind heute genauso wichtige Überlegungen wie die sichere Übertragung sensibler Kundendaten oder biometrische Verfahren zur eindeutigen Identifikation, beispielsweise die Kamera-Aufzeichnung des Bankkunden bei der Geldentnahme. Unbrauchbar können solche Videoaufnahmen allerdings werden, wenn der Standort des Geldautomaten an einer Südwand mit direkter Sonneneinstrahlung liegt: Eine Sparkasse in Norddeutschland, die einen Automaten südlich von einem Verbrauchermarkt installiert hatte, stellte fest, dass die Aufzeichnungen der Porträtkamera nicht zu gebrauchen waren – zuviel Gegenlicht lautete die Diagnose.

 

Mit diesem Problem wandte sich das Geldinstitut an die Firma Conect Kommunikationssysteme, die Dienstleistungen in der klassischen Netzwerktechnik und kreative Konzepte für individuelle Videosysteme anbietet. "Wir sollten nicht nur das Gegenlicht-Problem lösen“, erklärt Conect-Geschäftsführer Karl Heinrich Spiering. „Die Sparkasse wollte auch die Sicherheit erhöhen und künftig das Ereignis 'Hand-zum-Geld', also die direkte Geldentnahme, dokumentieren. Dabei durften jedoch weder die Konstruktion des Geldautomaten verändert noch das Eingabefeld der PIN-Nummer gezeigt werden."

 

Die bank-internen Anforderungen beziehungsweise die gesetzlichen Vorgaben waren strikt, die Aufgabe entsprechend alles andere als einfach. "Uns war klar, dass eine gängige Kamera dieses Problem nicht lösen kann", erzählt Fernseh- und Nachrichtentechniker Hendrik Braasch, der bei Conect für das Projektmanagement verantwortlich war. "Allerdings bin ich vor etwa eineinhalb Jahren durch einen Zeitschriftenartikel auf das Netzwerk-Kamerasystem der Firma Mobotix aufmerksam geworden." Der Netzwerk-Spezialist war von den vielfältigen Möglichkeiten der Kameras auf Anhieb begeistert: "Mit den Geräten können die unterschiedlichsten Projekte realisiert werden.“ Zudem überzeugte Braasch der Support des Kaiserslauterer Kameraherstellers. „Wann immer ich eine Frage hatte, wurde mir sofort geholfen", erinnert er sich.

 

Der Kunde im Porträt und mit der Hand am Geld

 

So fand man auch in diesem Fall gemeinsam eine Lösung. Diese besteht aus einem sehr flexiblen so genannten Integration Set mit einer Hauptplatine und abgesetzten Kamera-Objektiven auf separaten Platinen. Aufgrund der präzisen Gegenlichtkorrektur der Mobotix-Kamera stellt die direkte Sonneneinstrahlung für das Gerät kein Problem dar: Die Bildzonen, auf die sich die Belichtungsautomatik einstellen soll, sind frei wählbar. Die beiden getrennten Objektive können zudem ein Dualbild erzeugen, das sowohl das Porträt des Bankkunden als auch das vom Kreditinstitut geforderte Ereignis 'Hand-zum-Geld' widergibt.

 

Damit die Bilder im Fall des Falles gerichtlich verwertbar sind, war auch die Einblendung der Transaktionsdaten in das Kamerabild eine Vorgabe der Sparkasse für die neue Lösung. Hierfür entwickelte Conect eine eigene Hard- und Software. Diese integrierte das Unternehmen dann so in den Geldautomaten, dass die an der Schnittstelle zur Verfügung gestellten Bank-Daten ausgelesen und im gewandelten Dateiformat in jede Aufnahme der Kamera eingeblendet werden können.

 

Ausgelöst wird die Aufzeichnung der einzelnen Geldentnahme-Vorgänge über die Ereignissteuerung beziehungsweise die Sensoren der Mobotix-Kamera. Tritt eine Bewegung in einem vorher definierten Bildausschnitt des Geräts ein, so wird es aktiv. Die Kamera startet beispielsweise automatisch eine Aufnahme, wenn eine Kundenkarte eingeschoben wird oder sich eine Person dem Automaten unmittelbar nähert. Anschließend werden die Bildsequenzen mittels der Mobotix-Serverfunktion auf dem Laufwerk eines PCs abgelegt. Über die bestehenden LAN/WAN-Verbindungen kann sie der autorisierte Administrator dort direkt abrufen.

 

Mehr als erwartet

 

Mit der Übertragung der drei Informationen Kunden-Portät, Bild „Hand-zum-Geld“ und Transaktionsdaten sowie der automatischen Gegenlichtkorrektur der Kamera wäre die Aufgabenstellung eigentlich schon gelöst gewesen. Dass die neue Lösung darüber hinaus auch die Betriebskosten senkt und die Sicherheit erhöht, erfreut den Kunden umso mehr: Die zuständigen Bankmitarbeiter müssen die Videobänder nicht mehr persönlich an den externen Geldautomaten abholen, sondern können die Kameradaten direkt von der Zentrale aus abrufen. Teure Spezialdrucker für Videosysteme sind ebenfalls nicht mehr erforderlich – die Bilder können auf ganz normalen Arbeitsplatz-Druckern ausgedruckt werden. Der Datenzugang zur Kamera läuft über die bereits bestehende IT-Infrastruktur, und durch den ausschließlichen Einsatz von Standard-Browsern und dem Betriebssystem Linux in der Kamera entfallen jegliche Lizenzgebühren.

 

Der Erfolg des Prototyps für das norddeutsche Kreditinstitut hat Conect dazu motiviert, gemeinsam mit weiteren Partnern von Mobotix serienfähige Anwendungen für unterschiedliche Geldautomaten-Systeme zu entwickeln. Und auch in der Praxis hat sich die Lösung bereits bewährt: Eine nächtliche Vandalismus-Attacke konnte dank der guten Qualität der aufgezeichneten Kamerabilder und der schnellen Verfügbarkeit der Daten umgehend aufgeklärt werden.

 

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<< Infobox: Verwendete Hardware >>

 

Kamera:

Mobotix M1D-Secure-Integration-Set

 

Server:

Standard-PC des Geldinstituts mit 120 Gigabyte Festplattenkapazität

 

Switch:

Ethernet-Switch zur Verbindung von Router, Geldautomat, Kamera und Fileserver

 

Router:

Cisco 2600er Familie mit Ethernet- und WAN-Interface

 

Verbindung:

X.25 Standleitung des Geldinstituts

 

Stromversorgung:

Mobotix Netzteil sowie ein Poweradapter zur Stromversorgung über das Ethernet-Kabel

 

<< Infobox: Mobotix AG >>

 

Hauptsitz:

MOBOTIX AG

Luxemburger Straße 6

D-67657 Kaiserslautern

Tel.: +49-631-3033-111

Fax: +49-631-3033-190

Internet: www.mobotix.com

 

Niederlassungen:

Columbia, South Carolina (USA)

 

Vorstand und Gründer:

Dr. Ralf Hinkel, Diplom-Informatiker

 

Mitarbeiter:

zirka 60 in Deutschland und 4 in USA

 

Umsatzentwicklung:

Im Geschäftsjahr 2003/2004 erzielte Mobotix ein Wachstum von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der letzte Quartals-Umsatz (II/2004) betrug 2,75 Millionen Euro. Die Exportquote lag bei rund 40 Prozent. Die Gewinnzone erreichte Mobotix bereits im letzten Quartal 2002.

 

Installationen:

Rund 30.000 installierte Netzwerkkamera-Systeme bis Ende 2003

 

Vertrieb:

Indirekter Vertrieb über zertifizierte Secure-Partner und den Fachhandel

 

 

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