Anwenderbericht
Netzwerk-Video: Zuverlässige Bildübertragung aus eisiger
Kälte
Wann und unter welchen Umständen treten Bannerwolken auf?
Wieviel Schnee liegt auf der Zugspitze? Und wie groß ist der daraus
resultierende Reflexionsgrad des Zugspitzplattes, der für die Auswertung von
gemessenen UV-Strahlungen benötigt wird? Wie weit haben sich die Kontinentalplatten
Europas und Amerikas im vergangenen Jahr voneinander entfernt? Auf der Suche
nach Antworten wird häufig unter extremen Bedingungen geforscht – bei
gleisendem Sonnenlicht, Temperaturen von minus 40 Grad Celsius oder
Windgeschwindigkeiten von 200 km/h. Keinem Forscher kann man zumuten, permanent
bei solchen Verhältnissen zu arbeiten. Die Wissenschaftler des Meteorologischen
Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität in München (MIM) und des
Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) setzen deshalb die wetterfesten
Netzwerkkameras von Mobotix ein. Diese liefern den Forschern trotz direkter
Sonneneinstrahlung, eisiger Kälte und gewaltiger Sturmböen zuverlässige
Echtzeitbilder aus der Natur.
Aufwändige Untersuchungen und deren Ergebnisse ermöglichen
den Wissenschaftlern des MIM oder BKG elementare Rückschlüsse auf die
Klimaentwicklung und das Wetter sowie auf Vorgänge und Bewegungen im Erdinneren.
Rückschlüsse mit hoher Tragweite und praktischen Nutzen für den Alltag. Zur
Ermittlung nutzt das Institut zum Beispiel eine Wetterstation in 2.965 Meter
Höhe auf der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg. Das BKG beteiligt sich
dagegen an der German Antarctic Receiving Station (GARS) in
O'Higgins/Antarktis. Hier steht ein Radioteleskop, das präzise Daten zur
Plattentektonik, also zur Kontinentaldrift, liefert. Kalt ist es an beiden
Orten: Während die Temperaturen auf der Zugspitze unter minus 25 Grad Celsius
fallen können, liegen die Werte in der Antarktis auch schon einmal bei minus 40
Grad Celsius – und das bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h.
Trotzdem ist eine kontinuierliche Beobachtung der Wolken- und
Wetterverhältnisse sowie der Funktionsfähigkeit des Teleskops dringend
erforderlich. Die Forscher setzen dazu die Videotechnik zur digitalen
Bilddaten-Erfassung ein. Nur: Welche Videokamera kann unter diesen Bedingungen
permanent zuverlässig funktionieren?
Filmreif und sonnentauglich
Das MIM hat sich zur Lösung seiner Probleme für die
Netzwerkkameras des Kaiserslauterer Herstellers Mobotix entschieden. Aufgabe
der drei eingesetzten Kameras ist es, die Wetterbedingungen kontinuierlich zu
dokumentieren, meteorologische Routinemessungen zu ergänzen und
Zusatzinformationen im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte zu gewinnen.
Eine Kamera steht deshalb auf dem Dach des Instituts (www.meteo.physik.uni-muenchen.de/mesomikro/stadt/camera.jpg),
um Besuchern der MIM-Website nicht nur aktuelle Wetterdaten, sondern auch das
entsprechende Bild liefern zu können. Außerdem werden aus den vielen
Einzelbildern täglich MPEG-Filme erzeugt, die das MIM verwendet, um Studenten
die Dynamik atmosphärischer Prozesse zu verdeutlichen.
"Wir hatten hier vorher eine andere Webcam im
Einsatz", erzählt Diplom-Meteorologe Heinz Lösslein. "Allerdings
zeigte sie aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung nach einiger Zeit
Einbrennspuren. Schließlich kommt es bei einer Wetterkamera häufiger vor, dass
sie in die direkte Sonne schaut." Der Wissenschaftler suchte im Internet
nach einer besseren Alternative und stieß dabei auf die Mobotix-Lösung.
"Diese Kamera hat sich tatsächlich als 'sonnenfest' erwiesen und ist
dadurch für uns besonders nützlich." Die erste Herausforderung des
unmittelbaren Gegenlichtes hatte die Mobotix-Kamera damit erfüllt. Doch wie
hält sie der Kälte und den Sturmböen stand?
Bilder aus der Kälte
Die zweite Kamera hat ihren Standort an der
Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) in 2.650 Meter Höhe am Südhang
der Zugspitze. Die Bilder (www.schneefernerhaus.de/camera.jgp)
werden für die Auswertung von gemessenen UV-Strahlungen eine weitere
Mobotix-Lösung auf der Beobachtungsplattform des Deutschen Wetterdienstes (DWD)
auf dem Zugspitzgipfel, wo ein Online-Anschluss nicht möglich ist. Deshalb
wurde dort ein Mini-Netzwerk aus einem Linux-Rechner und der Kamera aufgebaut,
die kontinuierlich einen Teil des Gipfelgrates in Richtung Westen beobachtet,
um dort das Auftreten der Bannerwolken zu dokumentieren. Tagsüber wird alle
fünf Sekunden ein JPEG-Bild (Joint Photographic Experts Group) abgespeichert.
Nachts erzeugt der Rechner aus den Einzelbildern einen MPEG-Film (Moving
Picture Expert Groupverwendet. Und schließlich befindet sich), der dann im
Institut ausgewertet wird.
Auch unterkühlt noch funktionsfähig
"Für den Einsatz am Zugspitzgipfel war es natürlich
wichtig, dass die Kamera auch tiefe Temperaturen von mehr als minus 25 Grad
Celsius bewältigt", erläutert Diplom-Meteorologe Mario Mech. "Wir
haben deshalb die Kamera vor ihrem Einsatz im Klimaschrank unseres Instituts
eine Woche lang bei minus 35 Grad Celsius getestet, wo sie einwandfrei
funktionierte.“ Aufgrund der Tatsache, dass die Mobotix-Entwickler großen Wert
auf Robustheit gelegt und auf den Einsatz von beweglichen Bauteilen wie Zoom-
oder Schwenk- und Neigefunktionen verzichtet haben, trotzt die Kamera auch der
eisigen Kälte.
"Natürlich wird auch Linux, das Betriebssystem der
Kamera, im universitären Umfeld sehr gerne gesehen", unterstreicht Dr.
Joachim Reuder, der das UFS-Projekt betreut. "Darüber hinaus sind die
Möglichkeiten der Netzanbindung, wie beispielsweise FTP (File Transfer
Protcol), E-Mail und NFS (Network File System), unschlagbar vielfältig. Mir ist
kein Kamerasystem bekannt, das für unsere Zwecke besser geeignet wäre."
Permanent im Bilde
In der German Antarctic Receiving Station (GARS) wurde
ursprünglich eine analoge Kamera eingesetzt, die durch ein Fenster der Station
permanent das Radioteleskop beobachten sollte. "Aber sie funktionierte nur
dann ordentlich, wenn es draußen richtig hell und das Fenster nicht zugeschneit
war", erinnert sich der Informatiker Reiner Wojdziak, der jährlich mehrere
Monate in der Antarktis verbringt. Mit dem Ergebnis unzufrieden informierte er
sich über spezielle Outdoor-Kameras und stieß dabei auf drei mögliche Anbieter.
"Die Mobotix-Kamera machte den besten Eindruck", erklärt der
Wissenschaftler. Und so wurde sie an einer windgeschützten Stelle an der
Außenwand der Station installiert, wo sie teilweise Temperaturen von bis zu
minus 40 Grad Celsius aushalten muss.
Die Kamera ist in das LAN (Local Area Network) der Station
eingebunden und liefert den Wissenschaftlern Echtzeitbilder. Um Übertragungskapazitäten
zu sparen, sendet das Netzwerk nur zirka alle zehn Minuten via Satellit
aktuelle Bilder ins Internet (http://vlbi.leipzig.ifag.de/ohiggins/ohig-web.jpg).
"Seit der Installation der Mobotix-Kamera haben wir einen permanent guten
Blickkontakt zum Radioteleskop und können so ständig dessen Funktionsfähigkeit
überprüfen", berichtet Wojdziak. "Mit dieser Lösung sind wir nun
richtig zufrieden."
Investitionssicher und vielfältig im Einsatz
Die Mobotix-Kameras sind die ersten und bislang einzigen
wetterfesten Netzwerkkameras mit integrierter Rekorder-Funktion,
Video-Management-System, Videosensorik und Audio. Die freie Skalierbarkeit von
Kameraanzahl, Speicherkapazität und Datenverbindungen wie ISDN, DSL, Ethernet,
WLAN, GSM, Kupfer oder Glasfaser bietet eine hohe Investitionssicherheit. Es
sind sowohl interne als auch externe Aufzeichnungen möglich. Zur externen
Speicherung kann jeder Standard-Dateiserver (Linux, Windows) verwendet werden.
Dabei übernimmt die Kamera das komplette Datenbank-Management, ohne dass eine
weitere Applikation benötigt wird. Alle Aufzeichnungs-, FTP- und
E-Mail-Funktionen können sowohl Zeit als auch Ereignis gesteuert ausgelöst
werden. Da die Kamera über den Browser gesteuert wird, ist keine Installation
von Software oder Plug-Ins notwendig. Sollen mit hoher Bildrate gleichzeitig
viele Kameras auf dem PC oder einer Monitorwand angezeigt werden, steht
kostenfrei eine Leitstand-Software (MxPEG-Viewer) zur Verfügung. Trotz der
großen Funktionsvielfalt wird die Kamera so einfach wie ein Netzwerk-Drucker
angeschlossen. Für die Stromversorgung reicht das Datenkabel oder ein Solarpanel
mit Pufferakku aus.
Durch ihr robustes Design, den Verzicht auf bewegte Teile in
der Kamera und dem Objektiv sowie einem Gehäuse aus Glasfaser verstärktem Kunststoff
sind die Outdoor-Modelle des Netzwerkkamera-Systems wetterfest und von minus 20
bis plus 60 Grad Celsius spezifiziert. Selbst für eine Installation auf hohen
Dreitausender-Berggipfeln sind weder Wetterschutzgehäuse noch Heizung nötig.
Dies führt zu einem geringen Installationsaufwand und niedrigen Energiekosten.
Die Wetterfestigkeit der Mobotix-Kameras ist zudem IP65-zertifiziert. Mit ihren
vielfältigen Funktionen und einfachen Anschlussmöglichkeiten eignen sich die
Mobotix-Lösungen deshalb für den Einsatz unter extremen Bedingungen wie in der
eisigen Kälte der Antarktis, im gleißenden Sonnenlicht auf der Zugspitze oder
aber in der sengenden Hitze von Dubai.
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<< Infobox: Verwendete Hardware >>
Dachplattform des MIM:
1 Mobotix M1M Kamera mit Poweradapter, 10/100 Mbit 3Com Switch, 10/100/1000 HP
Procurve Switch, Webserver Compaq Alpha mit Fileserver 3TB, 1GB Anbindung an
das Backbone des RZ und 668 MB Anbindung an das Internet.
UFS: 1 Mobotix
M1M Kamera mit Poweradapter, 10/100 Mbit HP Procurve Switch, Anbindung an das
Internet über ISDN Router.
Station des DWD:
1 Mobotix M1M Kamera, PC Pentium I 100 MHz, 128 MB RAM, 80 GB Festplatte, 10
Mbit-Anbindung direkt an die Kamera, Linux.
GARS: 1
Mobotix-Kamera mit MOBOTIX Netzteil über Netzwerkkabel, bereits vorhandener
Web-Server im LAN O’Higgins, 10/100 Mbit-Anschluss (Download, Übertragung,
Wartung).
<< Infobox: Mobotix
AG >>
Hauptsitz:
MOBOTIX AG
Luxemburger Straße 6
D-67657 Kaiserslautern
Tel.: +49-631-3033-111
Fax: +49-631-3033-190
Internet: www.mobotix.com
Niederlassungen:
Columbia, South Carolina (USA)
Vorstand und Gründer:
Dr. Ralf Hinkel, Diplom-Informatiker
Mitarbeiter:
zirka 60 in Deutschland und 4 in USA
Umsatzentwicklung:
2003: Umsatzwachstum von 103 Prozent (bei einem Exportanteil
von 45 Prozent)
2004: geplanter Umsatz von elf Millionen Euro
Die Gewinnzone wurde bereits im letzten Quartal 2002
erreicht.
Installationen:
Mehr als 25.000 installierte Netzwerkkamera-Systeme bis Ende
2003
Vertrieb:
Indirekter Vertrieb über zertifizierte Secure-Partner und den
Fachhandel