Netzwerk-Video Anwendung
Information kommt zum Zug
Ankunft und Abfahrt, Begrüßung und Abschied, Aufenthalt und
Shopping – Bahnhöfe sind mehr als nur Verkehrsstation, Gebäude oder Ort
von flüchtigen Begegnungen. Sie sind komplexe Gebilde, die vielen Interessen,
Bedürfnissen und Funktionen gerecht werden müssen. Um einen qualitativ
hochwertigen Betrieb der Bahnhöfe zu gewährleisten, hat die DB
Station&Service AG das 3-S-Programm entwickelt, das für Service, Sicherheit
und Sauberkeit steht. Das Programm stellt im Interesse der Kunden den Teil der
Reisekette sicher, der nicht den unmittelbaren Transport betrifft. Hierfür
sorgen in Deutschland seit der Bahnreform im Jahr 1994 etwa 70 Management Teams
auf rund 5.800 Bahnhöfen.
Im Saarland betreut beispielsweise das Bahnhofmanagement
Saarbrücken die 73 Bahnhöfe des Bundeslandes. Knapp 50 Mitarbeiter kümmern sich
darum, den Reisenden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Hilfreiche Informationen zur richtigen Zeit sind ein Teil dieses Konzeptes. Um
Reisende nach Ankunft ihres Zuges zeitnah über alle Anschlussmöglichkeiten
informieren zu können, hat der Bahnhof Saarbrücken Netzwerkkameras der
Kaiserslauterer Firma Mobotix installiert. Mit ihrer Hilfe kann der
Bahnhofsansager den Umsteigenden beim ersten Tritt auf die Gleise bereits alle
weiteren Verbindungen nennen – auch ohne dass er Sichtkontakt zum
Einfahrtgleis des Zuges hält.
Gute Sicht für eine höhere Kundenzufriedenheit
Bis Ende März 2003 war ein direkter Sichtkontakt zum
haltenden Zug in Saarbrücken kein Problem. Der Arbeitsplatz des Ansagers befand
sich im Stellwerk. Von dort aus konnte er die Gleisanlage gut einsehen. Das
Stellwerk wurde jedoch zum 1. April 2003 stillgelegt. Seine Aufgaben werden
jetzt zentral von Karlsruhe aus erledigt. Der Arbeitsplatz des Ansage-Dienstes
liegt mittlerweile in einem Raum, der keine Direktsicht zu den Gleisen bietet.
Im Rahmen der neuen Stellwerk-Zentralisierung wird diese Situation in immer
mehr Bahnhöfen zur Regel.
Um Bahnreisende weiterhin kompetent und präzise über ein- und
ausfahrende Züge zu informieren, hat das Bahnhofmanagement im Saarbrücker
Hauptbahnhof ein außergewöhnliches Pilotprojekt gestartet. „Nach der
Umstrukturierung haben wir die Stelle des „regionalen Ansagers“ geschaffen.
Damit dieser sich ein aktuelles Bild über ankommende und abfahrende Züge machen
kann, haben wir neun Netzwerkkameras installiert. Sie liefern präzise Bilder
über den Bewegungszustand der Züge auf unseren zehn Bahngleisen“, erklärt
Hartmut Fries, Leiter des Bahnhofmanagements Saarbrücken. Bei rund 420 Zügen,
die täglich in den Hauptbahnhof Saarbrücken einfahren, war dies dringend
erforderlich. Die Kameras sind so angebracht, dass sie die Bahnsteigkanten im
Blickfeld haben und entsprechend stets überblicken, wann ein Zug ein- und
ausfährt.
„Zudem können wir künftig auch die Bahnhöfe in St. Ingbert
und Homburg/Saar von Saarbrücken aus betreuen“, kommentiert Fries weiter. Die
beiden Orte liegen zirka 15 beziehungsweise 35 Kilometer von der
Landeshauptstadt entfernt. Die Planungen der DB Station&Service AG
Saarbrücken gehen sogar noch einen deutlichen Schritt weiter: „Bis 2010 wollen
wir die Durchsagen für alle Bahnhöfe im Saarland von einem einzigen
Kontrollraum aus realisieren und die Reisenden so nicht nur kompetent, sondern
auch effektiv informieren.“
Mobotix M1M bietet Komfort für den regionalen Ansager
In dem Saarbrücker Pilotprojekt übertragen die Mobotix
Netzwerkkameras Bilder vom Halt der Züge, die über einen Server auf einen
Monitor im Ansage-Raum übermittelt werden. Alle Funktionalitäten der Kameras,
so zum Beispiel das Video-Management mit Mehrfachdarstellung, sind in den
Netzwerkkameras selbst integriert. Software-Installationen sind nicht
erforderlich. Die Kameras werden einfach wie ein Netzwerkdrucker angeschlossen.
Der regionale Ansager kann die Livebilder dann über den Web-Browser des PCs
abrufen. Die Administration und der Zugriff auf alle Funktionen erfolgen
ebenfalls mittels Web-Browser über Standard-Netzwerkkomponenten. So lassen sich
die Kameras problemlos in bestehende IT-Netzwerkinfrastrukturen integrieren und
bieten alle Vorteile der digitalen Datenverarbeitung. Die Mobotix M1M bietet
Bildübertragung via ISDN, DSL, GSM oder LAN/WAN. Jede der neun Kameras ist
zudem mit einer eigenen IP-Adresse an das interne Unternehmensnetz der
Deutschen Bahn (BKU) angeschlossen und durch ein Passwort geschützt. Die
Kamera-Bilder sind so nur dem regionalen Ansager zugänglich. Über ein eigens
erstelltes Menü kann er entweder sämtliche Perspektiven gleichzeitig oder per Mausklick
ausgewählte Bahnsteigkanten betrachten.
„Bei der Konzeption des neuen Arbeitsplatzes wurde für die
Kamera-Lösung ein Lastenheft erstellt, in dem alle wesentlichen Details
beschrieben sind. Die Mobotix M1M erfüllt sämtliche Auflagen“, erläutert Uwe
Lebeck, Vertreter des Bahnhofsmanagers, die Entscheidung. „Die Netzwerkkamera
ist recht kompakt, einfach zu installieren und verfügt über eine eigene
IP-Adresse. Darüber hinaus hat auch das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis
die Entscheidung maßgeblich beeinflusst.“
Seit dem 28. März 2003 ist das System in Saarbrücken
erfolgreich in Betrieb. „Unsere Ansager haben jetzt im Vergleich zur früheren
Stellwerk-Lösung eine wesentlich bessere Übersicht und nehmen mehr Details
wahr“, sagt Uwe Lebeck. Auch die Bahnhöfe in Rosenheim, Braunschweig und
Magdeburg setzen inzwischen die Mobotix-Kameras ein. Die Chancen stehen also
gut, dass im Interesse der Bahnreisenden aus dem Pilotprojekt ein
zukunftweisendes Programm für das Bahnhofmanagement wird.
(5.595 Zeichen)
Technische Daten der Mobotix M1M-Netzwerkkamera
- Größe: rund 14x14 cm
- Leistungsaufnahme: 2,5 Watt
- Bildwandler: Voll digitaler 640 x 480 Punkte Farb-CMOS
Bildsensor von Hewlett Packard
- Prozessor: Intel™ Embedded CPU mit 235 MIPS (Strongarm SA
1110)
- Betriebssystem: Standard-Linux-Betriebssystem für
Internet-Kommunikation (Linux TM)
- Software Interface mit Web-Browser-Technologie ohne
Software-Installation
- 8-Mbyte-Flashspeicher
Anschluss:
ISDN: am S0-Bus des NTBA (Netzabschlussgerät für
Basisanschluss) oder der Telekommunikationsanlage
Netzwerk: direkt am Ethernet-Computer-Netzwerkanschluss, am
Switch/Hub des lokalen Netzwerks (LAN), am Ethernet-Port eines
Internet-Kabelmodems oder am Ethernet-Port eines Wireless-LAN-Moduls
- Kommunikation mit der Kamera: über das TCP/IP-Protokoll
- Stromversorgung: über das Netzteil, über das
ISDN-Datenkabel (sofern der NTBA mit Netzspannung versorgt ist) oder durch
Fernspeisung (Einspeisung der Spannung über das Datenkabel, Adapter
erforderlich)
- Speicher: je nach Modell 32 bis 64 Megabyte Hauptspeicher
(RAM), von dem bis zu 30 Megabyte als Bildspeicher ausgewiesen werden können
- Internet-Zugang: selbständige Einwahl über ISDN, über einen
Router mit Internet-Zugang, über einen lokalen Computer mit ISDN- und
LAN-Karte, über ein Kabelmodem (DSL, Standleitung,...) oder mit dem GSM-Modul
(nicht im Lieferumfang enthalten)