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Sie sehen den Artikel: Information kommt zum Zug. Veröffentlicht am: 12.11.2004
 
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Netzwerk-Video Anwendung

 

Information kommt zum Zug

 

Ankunft und Abfahrt, Begrüßung und Abschied, Aufenthalt und Shopping – Bahnhöfe sind mehr als nur Verkehrsstation, Gebäude oder Ort von flüchtigen Begegnungen. Sie sind komplexe Gebilde, die vielen Interessen, Bedürfnissen und Funktionen gerecht werden müssen. Um einen qualitativ hochwertigen Betrieb der Bahnhöfe zu gewährleisten, hat die DB Station&Service AG das 3-S-Programm entwickelt, das für Service, Sicherheit und Sauberkeit steht. Das Programm stellt im Interesse der Kunden den Teil der Reisekette sicher, der nicht den unmittelbaren Transport betrifft. Hierfür sorgen in Deutschland seit der Bahnreform im Jahr 1994 etwa 70 Management Teams auf rund 5.800 Bahnhöfen.

 

Im Saarland betreut beispielsweise das Bahnhofmanagement Saarbrücken die 73 Bahnhöfe des Bundeslandes. Knapp 50 Mitarbeiter kümmern sich darum, den Reisenden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Hilfreiche Informationen zur richtigen Zeit sind ein Teil dieses Konzeptes. Um Reisende nach Ankunft ihres Zuges zeitnah über alle Anschlussmöglichkeiten informieren zu können, hat der Bahnhof Saarbrücken Netzwerkkameras der Kaiserslauterer Firma Mobotix installiert. Mit ihrer Hilfe kann der Bahnhofsansager den Umsteigenden beim ersten Tritt auf die Gleise bereits alle weiteren Verbindungen nennen – auch ohne dass er Sichtkontakt zum Einfahrtgleis des Zuges hält.

 

Gute Sicht für eine höhere Kundenzufriedenheit

 

Bis Ende März 2003 war ein direkter Sichtkontakt zum haltenden Zug in Saarbrücken kein Problem. Der Arbeitsplatz des Ansagers befand sich im Stellwerk. Von dort aus konnte er die Gleisanlage gut einsehen. Das Stellwerk wurde jedoch zum 1. April 2003 stillgelegt. Seine Aufgaben werden jetzt zentral von Karlsruhe aus erledigt. Der Arbeitsplatz des Ansage-Dienstes liegt mittlerweile in einem Raum, der keine Direktsicht zu den Gleisen bietet. Im Rahmen der neuen Stellwerk-Zentralisierung wird diese Situation in immer mehr Bahnhöfen zur Regel.

 

Um Bahnreisende weiterhin kompetent und präzise über ein- und ausfahrende Züge zu informieren, hat das Bahnhofmanagement im Saarbrücker Hauptbahnhof ein außergewöhnliches Pilotprojekt gestartet. „Nach der Umstrukturierung haben wir die Stelle des „regionalen Ansagers“ geschaffen. Damit dieser sich ein aktuelles Bild über ankommende und abfahrende Züge machen kann, haben wir neun Netzwerkkameras installiert. Sie liefern präzise Bilder über den Bewegungszustand der Züge auf unseren zehn Bahngleisen“, erklärt Hartmut Fries, Leiter des Bahnhofmanagements Saarbrücken. Bei rund 420 Zügen, die täglich in den Hauptbahnhof Saarbrücken einfahren, war dies dringend erforderlich. Die Kameras sind so angebracht, dass sie die Bahnsteigkanten im Blickfeld haben und entsprechend stets überblicken, wann ein Zug ein- und ausfährt.

 

„Zudem können wir künftig auch die Bahnhöfe in St. Ingbert und Homburg/Saar von Saarbrücken aus betreuen“, kommentiert Fries weiter. Die beiden Orte liegen zirka 15 beziehungsweise 35 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt. Die Planungen der DB Station&Service AG Saarbrücken gehen sogar noch einen deutlichen Schritt weiter: „Bis 2010 wollen wir die Durchsagen für alle Bahnhöfe im Saarland von einem einzigen Kontrollraum aus realisieren und die Reisenden so nicht nur kompetent, sondern auch effektiv informieren.“

 

Mobotix M1M bietet Komfort für den regionalen Ansager

 

In dem Saarbrücker Pilotprojekt übertragen die Mobotix Netzwerkkameras Bilder vom Halt der Züge, die über einen Server auf einen Monitor im Ansage-Raum übermittelt werden. Alle Funktionalitäten der Kameras, so zum Beispiel das Video-Management mit Mehrfachdarstellung, sind in den Netzwerkkameras selbst integriert. Software-Installationen sind nicht erforderlich. Die Kameras werden einfach wie ein Netzwerkdrucker angeschlossen. Der regionale Ansager kann die Livebilder dann über den Web-Browser des PCs abrufen. Die Administration und der Zugriff auf alle Funktionen erfolgen ebenfalls mittels Web-Browser über Standard-Netzwerkkomponenten. So lassen sich die Kameras problemlos in bestehende IT-Netzwerkinfrastrukturen integrieren und bieten alle Vorteile der digitalen Datenverarbeitung. Die Mobotix M1M bietet Bildübertragung via ISDN, DSL, GSM oder LAN/WAN. Jede der neun Kameras ist zudem mit einer eigenen IP-Adresse an das interne Unternehmensnetz der Deutschen Bahn (BKU) angeschlossen und durch ein Passwort geschützt. Die Kamera-Bilder sind so nur dem regionalen Ansager zugänglich. Über ein eigens erstelltes Menü kann er entweder sämtliche Perspektiven gleichzeitig oder per Mausklick ausgewählte Bahnsteigkanten betrachten.

 

„Bei der Konzeption des neuen Arbeitsplatzes wurde für die Kamera-Lösung ein Lastenheft erstellt, in dem alle wesentlichen Details beschrieben sind. Die Mobotix M1M erfüllt sämtliche Auflagen“, erläutert Uwe Lebeck, Vertreter des Bahnhofsmanagers, die Entscheidung. „Die Netzwerkkamera ist recht kompakt, einfach zu installieren und verfügt über eine eigene IP-Adresse. Darüber hinaus hat auch das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis die Entscheidung maßgeblich beeinflusst.“

 

Seit dem 28. März 2003 ist das System in Saarbrücken erfolgreich in Betrieb. „Unsere Ansager haben jetzt im Vergleich zur früheren Stellwerk-Lösung eine wesentlich bessere Übersicht und nehmen mehr Details wahr“, sagt Uwe Lebeck. Auch die Bahnhöfe in Rosenheim, Braunschweig und Magdeburg setzen inzwischen die Mobotix-Kameras ein. Die Chancen stehen also gut, dass im Interesse der Bahnreisenden aus dem Pilotprojekt ein zukunftweisendes Programm für das Bahnhofmanagement wird.

 

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Technische Daten der Mobotix M1M-Netzwerkkamera

 

- Größe: rund 14x14 cm

 

- Leistungsaufnahme: 2,5 Watt

 

- Bildwandler: Voll digitaler 640 x 480 Punkte Farb-CMOS Bildsensor von Hewlett Packard

 

- Prozessor: Intel™ Embedded CPU mit 235 MIPS (Strongarm SA 1110)

 

- Betriebssystem: Standard-Linux-Betriebssystem für Internet-Kommunikation (Linux TM)

 

- Software Interface mit Web-Browser-Technologie ohne Software-Installation

 

- 8-Mbyte-Flashspeicher

 

Anschluss:

ISDN: am S0-Bus des NTBA (Netzabschlussgerät für Basisanschluss) oder der Telekommunikationsanlage

Netzwerk: direkt am Ethernet-Computer-Netzwerkanschluss, am Switch/Hub des lokalen Netzwerks (LAN), am Ethernet-Port eines Internet-Kabelmodems oder am Ethernet-Port eines Wireless-LAN-Moduls

 

- Kommunikation mit der Kamera: über das TCP/IP-Protokoll

 

- Stromversorgung: über das Netzteil, über das ISDN-Datenkabel (sofern der NTBA mit Netzspannung versorgt ist) oder durch Fernspeisung (Einspeisung der Spannung über das Datenkabel, Adapter erforderlich)

 

- Speicher: je nach Modell 32 bis 64 Megabyte Hauptspeicher (RAM), von dem bis zu 30 Megabyte als Bildspeicher ausgewiesen werden können

 

- Internet-Zugang: selbständige Einwahl über ISDN, über einen Router mit Internet-Zugang, über einen lokalen Computer mit ISDN- und LAN-Karte, über ein Kabelmodem (DSL, Standleitung,...) oder mit dem GSM-Modul (nicht im Lieferumfang enthalten)

 

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