Hintergrundinformationen
Die Mobotix-Kamera im Einsatz in der Industrie
Die
Netzwerkkamera von Mobotix ist mehr als nur eine einfache Kamera. Ausgestattet
mit Netzwerkschnittstelle, Sensorik, Videoauswertungseinheit, ISDN-Wähl-
und Audiofunktionen und Langzeitspeicherung dient sie neben ihrem Einsatz als
Webcam oder in der klassischen Sicherheitstechnik auch als komplettes
Überwachungs- und Fernwartungsgerät in der Industrie. Einsatzgebiete
sind hier zum einen die Fernüberwachung oder Langzeitaufzeichnung von
Prüfständen, Fertigungsmaschinen, Kläranlagen oder anderen
industriellen Einrichtungen. Zum anderen übernimmt die Kamera aber auch
kleinere Anwendungen wie Fernbeobachtung von Displays, Aufzeichnung von
Messwerten, Videoüberwachung von Überstrom-LEDs (Light Emitting
Diode) eines Netzteils sowie Alarmsignalisierung eines Ereignisses per Telefon
oder E-Mail.
Industrietauglich: das technische Grundgerüst der Kamera
In
der wetterfesten und IP65-zertifizierten Kamera sind alle Funktionen zur
Fernwartung direkt im Gerät integriert. Weitere Software-Installationen
oder ein FTP-Programm (File Transfer Protocol) auf dem Fileserver sind selbst bei einer
Langzeitspeicherung über Netzwerk nicht notwendig. Um in großen
Netzwerken und Industrieanwendungen der Kompatibilität und den
Sicherheitsstandards Rechnung zu tragen, wurde bei der Kamera auf
Browser-Plug-Ins, insbesondere auf ActiveX, verzichtet. Die Ausrüstung mit
Standardschnittstellen und Protokollen (TCP/IP, HTTP, FTP, PPP, E-Mail) ermöglicht
die Anbindung der Kamera über Ethernet, WLAN, ISDN, DSL, GSM/GPRS und
Modem. Der Abruf von Live-Bildern und die Einstellung der Parameter erfolgt
benutzerfreundlich über einen Standard-Webbrowser.
Und
so wird die Kamera in der Industrie verwendet...
Hier spricht und handelt die Kamera – Beispiel
Heizungszentrale
Funktioniert
die Heizungsanlage nicht richtig, hat dies schnell gravierende Konsequenzen
für den ganzen Industriebetrieb. Daher sind Alarmsignalisierung und
Schadensbehebung in einer Heizungszentrale eine zeitkritische Angelegenheit.
Per E-Mail oder per Telefon meldet die installierte Netzwerkkamera
Störfälle. Der jeweilige
Benachrichtigungsweg ist per Profildefinition vereinbart. Beim Telefonieprofil
können Anruflisten mit mehreren Nummern belegt werden, die die Kamera
nacheinander solange antelefoniert, bis eine Person erreicht wird. Damit die
Mailbox nicht zum Problem wird, muss der Gesprächsteilnehmer zur
Bestätigung des Anrufs eine PIN-Nummer eingeben. Andernfalls wird die
nächste Person auf der Liste angerufen.
Störungen
im Heizbetrieb werden der Kamera per Schalteingang von der Heizungssteuerung
mitgeteilt. Dank der seriellen Schnittstelle können von der Ferne aus über Netzwerk oder
Internet gegebenenfalls die Parameter der Heizungssteuerung geändert,
Fehler beseitigt und die Heizungssteuerung neu gestartet werden.
Stau auf dem Förderband? Die Kamera sieht alles
Ausfälle eines Förderbands oder Produktionsstaus
sind ebenso lästig wie teuer.
Als elektronischer Aufpasser benachrichtigt die Mobotix-Kamera beim
Eintreten solcher Ereignisse den Technikraum. Am Fließband sendet ein Signalgeber alle zehn
Zentimeter beziehungsweise alle zwei Sekunden ein Schaltsignal. Dieses wird am
Schalteingang der Kamera gefiltert und so eingestellt, dass innerhalb von zehn
Sekunden mindestens drei Gebersignale gezählt werden müssen.
Andernfalls handelt es sich um einen Ausfall, bei dem eine Alarm-E-Mail
versendet und per Schaltausgang eine Hupe aktiviert wird. Mittels
Videodetektion überwacht die Kamera zudem Bewegungen am Rand des
Förderbands und löst bei quer stehenden Förderteilen einen
zusätzlichen Alarm aus.
Statt wunder Füße – Virtueller
Kontroll-Rundgang im Klärwerk
Die
Überwachung eines Klärwerks mit mehreren Außenstellen bedeutet
unter anderem einen zweimal täglichen Rundmarsch zu Rückhaltebecken
und Sandfang. Durch zwei Kameras in jeder Außenstelle kann dieser
Rundgang auch virtuell durchgeführt werden. Über einen ISDN-Router
wählt sich der zuständige Mitarbeiter vom Netzwerk des Kontrollraums
aus in die verschiedenen Kameras ein, deren IP-Adressen komfortabel auf einer
Html-Seite mit Lageplan aufgezeigt sind. Bei Wartungsarbeiten kann über
die integrierte Audioverbindung per Telefonanruf zur Kamera auch mit Personen
vor Ort gesprochen werden. Alarmmeldungen der Kläranlagensteuerung werden
per Schalteingang und Telefonanruf mit Audioansage an die Zentrale
weitergeleitet. Zur Dokumentation versendet die Kamera zusätzlich eine
E-Mail.
Die Kamera als Sherlock Holmes – Kontrolle des
Technikraums
Um in Aufzügen neben technischen Störungen auch
Sabotage auszuschließen, kann per Kamera der Aufzugskontrollraum auf Fremdeinwirkungen
überwacht werden. Mit ihrem passiven Infrarot-Sensor detektiert die Kamera
Bewegungen im Raum und leitet die entsprechenden Aufnahmen über eine
ISDN-Telefonleitung auf eine vordefinierte Website weiter. Hierzu wählt sich die Kamera selbst über
ISDN ins Internet ein. Gleichzeitig meldet sie per Telefonanruf das Betreten des
Technikraums der Zentrale des Aufzugsherstellers. Der Techniker kann dann die Kamera mit einem Telefonanruf dazu
veranlassen, sich über den zweiten Kanal der ISDN-Leitung ins Internet
einzuwählen. Die dabei vom Provider zugeteilte dynamische IP-Adresse (Internet
Protocol) wird dem Anrufer per Sprachausgabe mitgeteilt. Nach ihrer Eingabe im
Browser des PCs sind alle Kamerafunktionen und Bilder abrufbar. Zusätzlich
kann der Techniker von einem Mobiltelefon aus über die Kamera eine
Gegensprechverbindung mit Personen vor Ort aufbauen.
Risse in der Mauer – Die Kamera dokumentiert ihr
Entstehen
Höhenbewegungen
des Geländes unter Industriehallen können zu Rissen im Mauerwerk
führen, die genauerer Beobachtungen bedürfen. Ein Laserpunkt soll
Veränderungen im Gemäuer über einen längeren Zeitraum
dokumentieren. Die Kamera, die an der dem Lasermodul gegenüberliegenden
Wand montiert ist, zeichnet die Bewegung des Laserpunktes auf einer Skala
stündlich auf und dokumentiert so etwaige Abweichungen. Über ein
systemfähiges Thermometer und die serielle Schnittstelle der Kamera wird
auch die Außentemperatur in jedem Bild registriert. So können bei
der Analyse der Bilder auch die Witterungsverhältnisse berücksichtigt
werden.
Pausenloser Wächter – Langzeiteinsatz an einem
Prüfstand
Drei Monate lang soll bei einem Prüfstand alle 15 Minuten ein Bild des gesamten Stands und eine
Detailaufnahme gespeichert werden. Da können Speicher schnell voll werden.
Ein JPEG-Farbbild (Joint Photographic Experts Group) der Mobotix-Kamera
benötigt bei 640 x 480 Punkten nur etwa 60 Kilobyte Speicherplatz; ein
Doppelbild aus Tele- und Weitwinkelobjektiv entsprechend rund 120 Kilobyte.
Drei Tage lang kann die Kamera die Bilder bei dieser Größe sogar
intern speichern. Zur Langzeitspeicherung legt sie ohne zusätzliche
Software-Installation die Bilddaten über das Netzwerk in Form eines
Ringpuffers auf einem PC ab. Die dreimonatige Aufzeichnung belegt dabei
lediglich ein Gigabyte. Zur Archivierung der Versuchsreihe kann diese von der
Kamera als TAR-Datei komprimiert, auf jeden geeigneten Computer herunter
geladen, wieder ausgepackt und mit dem integrierten Offline-Player per Browser
abgespielt werden. Sonderereignisse kann die SPS (Speicherprogrammierbare
Steuerung) über den Schalteingang der Kamera auch zusätzlich mit Vor-
und Nachalarmbildern aufzeichnen.