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Sie sehen den Artikel: Online-Bezahlverfahren auf dem Prüfstand. Veröffentlicht am: 10.02.2006
 
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Hintergrundinformation giropay: Der Markt für E-Payment

 

Online-Bezahlverfahren auf dem Prüfstand

 

Die Zahl derer, die im Internet Waren kaufen oder Bankaufträge online abwickeln, wird immer größer. Die Akzeptanz und Nutzung von Online-Käufen sowie die Abwicklung von Bankgeschäften im Internet nimmt zu. Doch einer Herausforderung müssen sich Händler und Banken nach wie vor stellen: der Skepsis von Kunden gegenüber der Zahlungsabwicklung im Internet. Die Abwicklung ist den Kunden meist zu aufwändig oder sie lassen sich durch ihnen unbekannte Verfahren abschrecken. Händler hingegen suchen primär Verfahren, die ihnen einen niedrigen Zahlungsausfall garantieren. Auf diese Anforderungen reagieren die Deutsche Postbank AG, die Sparkassen-Finanzgruppe und die IT-Dienstleister der Volksbanken und Raiffeisenbanken, die FIDUCIA IT AG und die GAD eG, mit einem neuen Online-Bezahlverfahren, das einfach, schnell und sicher ist: giropay.

 

Nach einer Erhebung des E-Commerce-Magazins vom Oktober 2005 prognostizieren 91 Prozent der befragten Unternehmensentscheider, dass der Online-Handel gegenüber dem stationären Handel weiter an Marktanteilen gewinnen wird. Folglich werden in den nächsten Jahren mehr Unternehmen in E-Commerce-Kanäle investieren. Vor allem Händler, die bislang nur wenig über das Internet umsetzen, werden der Stagnation im stationären Einzelhandel mit einem Ausbau des Online-Vertriebs begegnen. Im wachsenden Marktumfeld des E-Commerce setzen Unternehmen vor allem auf den Ausbau der Sicherheitsstandards der Bezahlsysteme, um neue Kunden zu gewinnen und geübten Online-Shoppern einen bequemen und nachvollziehbaren Ablauf zu ermöglichen. Ein kleiner Teil von Händlern bietet eigene Bezahlsysteme an, während ihre Mehrheit die Dienste von so genannten Payment Service Providern (PSP) in Anspruch nehmen. Diese installieren je nach Bedarf verschiedene Verfahren und stellen dafür einen fixen oder variablen Betrag je nach Transaktionshöhe und -volumen in Rechnung.

 

25 Prozent aller Kunden brechen einen Bestellvorgang ab, weil eine Bezahlung per Überweisung oder Lastschrift nicht möglich ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von novomind im Auftrag des FAZ-Instituts aus dem Jahr 2005. Auf Händler-Seite müssen rund 40 Prozent der Bezahlvorgänge manuell nachbearbeitet werden, weil beispielsweise eine Überweisung ohne Verwendungszweck getätigt wurde und nicht automatisch zugeordnet werden kann. Dies stellt einen enormen Aufwand dar. Um Kunden und Händlern möglichst einfache und bequeme Verfahren anzubieten, haben die PSPs viele teilweise eigene Systeme entwickelt. Momentan nutzt die Mehrheit der Verbraucher die beleghafte Überweisung oder das Nachnahmeverfahren zur Bezahlung. Für die Zukunft setzen E-Commerce-Anbieter aber vermehrt auf komplett elektronische Zahlverfahren, um ihre Umsätze zu steigern: Diese bietet einen niedrigen Zahlungsausfall und sind gleichzeitig bequem von den Kunden zu bedienen.

 

Die Qual der Wahl

 

Die verschiedenen Bezahlsysteme können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden: Häufig spricht man von „Micropayment“ (beim Begleichen von Klein- und Kleinstbeträgen zwischen 1 Cent und 10 Euro) im Gegensatz zu „Macropayment“, bei dem Beträge ab 10 Euro abgerechnet werden. Außerdem können die Systeme nach dem verwendeten Medium eingeteilt werden. Bezahlen Kunden die Ware über ihr Handy, nutzen sie das so genannte Mobile Payment. Bei anderen telefonbasierten Verfahren begleichen Käufer den Zahlungsbetrag über eine kostenpflichtige Rufnummer. Mitunter besteht auch die Möglichkeit, direkt über die Telefonrechnung zu bezahlen.

 

Typischerweise werden die verschiedenen Bezahlverfahren nach dem Einzahlungszeitpunkt aus Sicht des Verbrauchers in Pre-Paid-, Pay-Now- und Pay-Later-Systeme aufgeteilt. Bei Pre-Paid-Systemen geht der Kunde finanziell in Vorleistung. Er lädt ein Guthaben im Voraus auf das jeweilige Medium wie eine Geldkarte oder ein virtuelles Konto, bevor er ein Produkt im Online-Shop kauft. Möglich ist auch, per Vorauskasse in Form einer üblichen Überweisung den Rechnungsbetrag im Voraus zu begleichen. Mit Pay-Now-Systemen erfolgt die Bezahlung zum Zeitpunkt des Kaufs. Bei Lieferung der Ware oder einer Dienstleistung wird bei diesem Konzept sofort eine Belastung des Kundenkontos durchgeführt. Bekanntestes Beispiel ist die EC-Karte. Pay-Later-Systeme belasten dem Konsumenten den Rechnungsbetrag erst beim oder nach dem Bezug der Leistung. Kunden können die Ware zuerst überprüfen und dann bezahlen. Je nach Zahlungsart kann die Belastung bis zu 30 Tage in Anspruch nehmen – beispielsweise beim Bezahlen per Rechnung.

 

Händler- und Kundenwunsch: Kaum Übereinstimmungen im Praxistest

 

Die bestehenden Bezahlverfahren kommen entweder den Händler- oder den Kundenwünschen stärker entgegen. Ihre Akzeptanz und Verbreitung in der Praxis ist daher unterschiedlich stark. Mit über 78 Prozent ist laut einer Studie der Postbank zum Thema E-Commerce aus dem Jahr 2004 die Rechnung die mit Abstand beliebteste Bezahlweise für Online-Shopper. Danach folgen Kreditkarte und Nachname mit jeweils rund 57 Prozent. Die beleghafte Überweisung (47 Prozent) nutzen die befragten Internet-Käufer nicht ganz so gerne. Online-Händler hingegen favorisieren das Verfahren der Vorauskasse (31 Prozent). Danach folgen Kreditkarte (18 Prozent), Nachnahme und Rechnung (jeweils 15 Prozent) sowie die Lastschrift (14 Prozent).

 

Ein universelles Zahlungsverfahren, das die Anforderungen von Händlern und Kunden an Einfachheit, Sicherheit und Vertrautheit erfüllt, ist für die Weiterentwicklung des E-Commerce unabdingbar. Aus diesem Grund haben die Postbank, die Sparkassen-Finanzgruppe und die IT-Dienstleister der Volksbanken und Raiffeisenbanken, die FIDUCIA IT AG und die GAD eG, im Rahmen einer Kooperation das Online-Bezahlverfahren giropay entwickelt. Transaktionen im E-Commerce werden mit dem System für alle Beteiligten einfach, schnell und sicher durchgeführt. Der Endkunde muss keine zusätzliche Software installieren oder sich registrieren. Voraussetzung ist lediglich ein Online-Konto bei einer an giropay teilnehmenden Bank oder Sparkasse.

 

Einfach, schnell und sicher: giropay

 

Während des Bezahlvorgangs beim Kauf im Internet verwendet giropay die dem Kunden bekannte und vertraute Umgebung des Online-Bankings seines Kreditinstituts. Durch Eingabe der aus dem Online-Banking bekannten Autorisierungsverfahren wie PIN und TAN sendet der Kunde seine Überweisung ab. Für den Kunden ist das Verfahren komfortabel, da durch die Einbindung von giropay in das jeweilige E-Shop- oder E-Payment-System alle Transaktionsdaten bereits vorausgefüllt sind. Durch die direkte Überleitung der Daten aus dem Shop bzw. aus einem Zahlungsservice wie PayPal in die Online-Banking-Systeme tritt kein Medienbruch auf. Sind die Angaben zur Legitimation, also beispielsweise PIN und TAN, korrekt eingegeben und ist das Konto des Käufers ausreichend gedeckt, erhält der Händler in Echtzeit eine Autorisierungsnachricht mit Zahlungsgarantie. Er kann also gleich den Versand veranlassen: Der Käufer erhält sein Produkt schneller. Für den Käufer ist das Bezahlen sehr sicher, da die Transaktion technisch über das Online-Banking-System seiner Bank oder Sparkasse abgewickelt wird und alle gängigen bestehenden und zukünftigen Sicherheitsmechanismen genutzt werden.

 

Bereits zum Start im Februar 2006 bietet PayPal, der Zahlungsservice von eBay, als strategischer Partner der ersten Stunde giropay als weitere Zahlungsmethode an. Damit können alle Nutzer von eBay, die Kunden der teilnehmenden Banken und Sparkassen sind, über PayPal mit giropay bezahlen. PayPal bietet seinen Nutzern seit 2004 deutschsprachige Seiten und hat das Produkt dem deutschen Markt und seinen besonderen Zahlungsgewohnheiten angepasst. Mit giropay wird die Überweisung – bei eBay die mit Abstand beliebteste Zahlungsart – noch einfacher und schneller. PayPal hat giropay von Anfang an strategisch begleitet und macht als erster Partner das Bezahlverfahren den Endkunden zugänglich.

 

Das IWW Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung der Universität Karlsruhe hat 2004 in einer Studie aufgezeigt, dass 83 Prozent aller Verbraucher ihrer Bank als Anbieter eines Bezahlsystems vertrauen. Zum Vergleich: Lediglich 14 Prozent aller Telekommunikationsanbieter genießen das Vertrauen der Konsumenten. Der neue Standard giropay erfüllt somit die Anforderungen von Kunden nach einem sicheren und nachvollziehbaren System und von Händlern nach geringem Zahlungsausfall und Aufwand.

 

Weitere Informationen:

www.giropay.de

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