Hintergrundinformation giropay:
Der Markt für E-Payment
Online-Bezahlverfahren auf
dem Prüfstand
Die Zahl derer, die im Internet
Waren kaufen oder Bankaufträge online abwickeln, wird immer größer. Die
Akzeptanz und Nutzung von Online-Käufen sowie die Abwicklung von Bankgeschäften
im Internet nimmt zu. Doch einer Herausforderung müssen sich Händler und Banken
nach wie vor stellen: der Skepsis von Kunden gegenüber der Zahlungsabwicklung
im Internet. Die Abwicklung ist den Kunden meist zu aufwändig oder sie lassen
sich durch ihnen unbekannte Verfahren abschrecken. Händler hingegen suchen
primär Verfahren, die ihnen einen niedrigen Zahlungsausfall garantieren. Auf
diese Anforderungen reagieren die Deutsche Postbank AG, die
Sparkassen-Finanzgruppe und die IT-Dienstleister der Volksbanken und
Raiffeisenbanken, die FIDUCIA IT AG und die GAD eG, mit einem neuen
Online-Bezahlverfahren, das einfach, schnell und sicher ist: giropay.
Nach einer Erhebung des
E-Commerce-Magazins vom Oktober 2005 prognostizieren 91 Prozent der befragten
Unternehmensentscheider, dass der Online-Handel gegenüber dem stationären
Handel weiter an Marktanteilen gewinnen wird. Folglich werden in den nächsten
Jahren mehr Unternehmen in E-Commerce-Kanäle investieren. Vor allem Händler,
die bislang nur wenig über das Internet umsetzen, werden der Stagnation im
stationären Einzelhandel mit einem Ausbau des Online-Vertriebs begegnen. Im
wachsenden Marktumfeld des E-Commerce setzen Unternehmen vor allem auf den
Ausbau der Sicherheitsstandards der Bezahlsysteme, um neue Kunden zu gewinnen
und geübten Online-Shoppern einen bequemen und nachvollziehbaren Ablauf zu
ermöglichen. Ein kleiner Teil von Händlern bietet eigene Bezahlsysteme an,
während ihre Mehrheit die Dienste von so genannten Payment Service Providern
(PSP) in Anspruch nehmen. Diese installieren je nach Bedarf verschiedene
Verfahren und stellen dafür einen fixen oder variablen Betrag je nach
Transaktionshöhe und -volumen in Rechnung.
25 Prozent aller Kunden brechen
einen Bestellvorgang ab, weil eine Bezahlung per Überweisung oder Lastschrift
nicht möglich ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von novomind im Auftrag
des FAZ-Instituts aus dem Jahr 2005. Auf Händler-Seite müssen rund 40 Prozent
der Bezahlvorgänge manuell nachbearbeitet werden, weil beispielsweise eine
Überweisung ohne Verwendungszweck getätigt wurde und nicht automatisch
zugeordnet werden kann. Dies stellt einen enormen Aufwand dar. Um Kunden und
Händlern möglichst einfache und bequeme Verfahren anzubieten, haben die PSPs viele
teilweise eigene Systeme entwickelt. Momentan nutzt die Mehrheit der
Verbraucher die beleghafte Überweisung oder das Nachnahmeverfahren zur
Bezahlung. Für die Zukunft setzen E-Commerce-Anbieter aber vermehrt auf
komplett elektronische Zahlverfahren, um ihre Umsätze zu steigern: Diese bietet
einen niedrigen Zahlungsausfall und sind gleichzeitig bequem von den Kunden zu
bedienen.
Die Qual der Wahl
Die verschiedenen Bezahlsysteme
können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden: Häufig spricht man
von „Micropayment“ (beim Begleichen von Klein- und Kleinstbeträgen zwischen 1
Cent und 10 Euro) im Gegensatz zu „Macropayment“, bei dem Beträge ab 10 Euro
abgerechnet werden. Außerdem können die Systeme nach dem verwendeten Medium
eingeteilt werden. Bezahlen Kunden die Ware über ihr Handy, nutzen sie das so
genannte Mobile Payment. Bei anderen telefonbasierten Verfahren begleichen
Käufer den Zahlungsbetrag über eine kostenpflichtige Rufnummer. Mitunter
besteht auch die Möglichkeit, direkt über die Telefonrechnung zu bezahlen.
Typischerweise werden die
verschiedenen Bezahlverfahren nach dem Einzahlungszeitpunkt aus Sicht des
Verbrauchers in Pre-Paid-, Pay-Now- und Pay-Later-Systeme aufgeteilt. Bei
Pre-Paid-Systemen geht der Kunde finanziell in Vorleistung. Er lädt ein
Guthaben im Voraus auf das jeweilige Medium wie eine Geldkarte oder ein
virtuelles Konto, bevor er ein Produkt im Online-Shop kauft. Möglich ist auch,
per Vorauskasse in Form einer üblichen Überweisung den Rechnungsbetrag im
Voraus zu begleichen. Mit Pay-Now-Systemen erfolgt die Bezahlung zum Zeitpunkt
des Kaufs. Bei Lieferung der Ware oder einer Dienstleistung wird bei diesem
Konzept sofort eine Belastung des Kundenkontos durchgeführt. Bekanntestes
Beispiel ist die EC-Karte. Pay-Later-Systeme belasten dem Konsumenten den
Rechnungsbetrag erst beim oder nach dem Bezug der Leistung. Kunden können die
Ware zuerst überprüfen und dann bezahlen. Je nach Zahlungsart kann die
Belastung bis zu 30 Tage in Anspruch nehmen – beispielsweise beim Bezahlen
per Rechnung.
Händler- und Kundenwunsch:
Kaum Übereinstimmungen im Praxistest
Die bestehenden Bezahlverfahren
kommen entweder den Händler- oder den Kundenwünschen stärker entgegen. Ihre
Akzeptanz und Verbreitung in der Praxis ist daher unterschiedlich stark. Mit
über 78 Prozent ist laut einer Studie der Postbank zum Thema E-Commerce aus dem
Jahr 2004 die Rechnung die mit Abstand beliebteste Bezahlweise für
Online-Shopper. Danach folgen Kreditkarte und Nachname mit jeweils rund 57
Prozent. Die beleghafte Überweisung (47 Prozent) nutzen die befragten
Internet-Käufer nicht ganz so gerne. Online-Händler hingegen favorisieren das
Verfahren der Vorauskasse (31 Prozent). Danach folgen Kreditkarte (18 Prozent),
Nachnahme und Rechnung (jeweils 15 Prozent) sowie die Lastschrift (14 Prozent).
Ein universelles
Zahlungsverfahren, das die Anforderungen von Händlern und Kunden an
Einfachheit, Sicherheit und Vertrautheit erfüllt, ist für die Weiterentwicklung
des E-Commerce unabdingbar. Aus diesem Grund haben die Postbank, die
Sparkassen-Finanzgruppe und die IT-Dienstleister der Volksbanken und
Raiffeisenbanken, die FIDUCIA IT AG und die GAD eG, im Rahmen einer Kooperation
das Online-Bezahlverfahren giropay entwickelt. Transaktionen im E-Commerce
werden mit dem System für alle Beteiligten einfach, schnell und sicher
durchgeführt. Der Endkunde muss keine zusätzliche Software installieren oder
sich registrieren. Voraussetzung ist lediglich ein Online-Konto bei einer an giropay
teilnehmenden Bank oder Sparkasse.
Einfach, schnell und
sicher: giropay
Während des Bezahlvorgangs beim
Kauf im Internet verwendet giropay die dem Kunden bekannte und vertraute
Umgebung des Online-Bankings seines Kreditinstituts. Durch Eingabe der aus dem
Online-Banking bekannten Autorisierungsverfahren wie PIN und TAN sendet der
Kunde seine Überweisung ab. Für den Kunden ist das Verfahren komfortabel, da
durch die Einbindung von giropay in das jeweilige E-Shop- oder E-Payment-System
alle Transaktionsdaten bereits vorausgefüllt sind. Durch die direkte Überleitung
der Daten aus dem Shop bzw. aus einem Zahlungsservice wie PayPal in die
Online-Banking-Systeme tritt kein Medienbruch auf. Sind die Angaben zur
Legitimation, also beispielsweise PIN und TAN, korrekt eingegeben und ist das
Konto des Käufers ausreichend gedeckt, erhält der Händler in Echtzeit eine
Autorisierungsnachricht mit Zahlungsgarantie. Er kann also gleich den Versand
veranlassen: Der Käufer erhält sein Produkt schneller. Für den Käufer ist das
Bezahlen sehr sicher, da die Transaktion technisch über das
Online-Banking-System seiner Bank oder Sparkasse abgewickelt wird und alle
gängigen bestehenden und zukünftigen Sicherheitsmechanismen genutzt werden.
Bereits zum Start im Februar
2006 bietet PayPal, der Zahlungsservice von eBay, als strategischer Partner der
ersten Stunde giropay als weitere Zahlungsmethode an. Damit können alle Nutzer
von eBay, die Kunden der teilnehmenden Banken und Sparkassen sind, über PayPal
mit giropay bezahlen. PayPal bietet seinen Nutzern seit 2004 deutschsprachige
Seiten und hat das Produkt dem deutschen Markt und seinen besonderen
Zahlungsgewohnheiten angepasst. Mit giropay wird die Überweisung – bei
eBay die mit Abstand beliebteste Zahlungsart – noch einfacher und
schneller. PayPal hat giropay von Anfang an strategisch begleitet und macht als
erster Partner das Bezahlverfahren den Endkunden zugänglich.
Das IWW Institut für
Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung der Universität Karlsruhe hat 2004
in einer Studie aufgezeigt, dass 83 Prozent aller Verbraucher ihrer Bank als
Anbieter eines Bezahlsystems vertrauen. Zum Vergleich: Lediglich 14 Prozent
aller Telekommunikationsanbieter genießen das Vertrauen der Konsumenten. Der
neue Standard giropay erfüllt somit die Anforderungen von Kunden nach einem
sicheren und nachvollziehbaren System und von Händlern nach geringem
Zahlungsausfall und Aufwand.
Weitere Informationen:
www.giropay.de