zurück Meldungen Artikel Bilder Viten Mappen Termine Kontakte Service Suche Start


Sie sehen den Artikel: IT als strategischer Erfolgsfaktor: Eine Benchmarking-Analyse zeigt den optimalen Einsatz von IT für maximalen Geschäftserfolg. Veröffentlicht am: 08.02.2007
 
Web-Vorlage

IT als strategischer Erfolgsfaktor: Eine Benchmarking-Analyse zeigt den optimalen Einsatz von IT für maximalen Geschäftserfolg

 

Grundsätzlich bedeutet Benchmarking, Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, Strategien mit den besten Unternehmen am Markt zu vergleichen und von diesen zu lernen. So genannte „Best Practices“ werden auf die eigenen Belange angepasst und umgesetzt. Im Idealfall begleitet das Benchmarking ein Unternehmen langfristig, um in allen Bereichen Verbesserungen zu erzielen. Das Aufspüren potenzieller Optimierungspotenziale ist inzwischen für Banken elementar, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Solche Erfolgspotenziale lassen sich mit einer kontinuierlichen Optimierung der Geschäftsprozesse erschließen. Vor diesem Hintergrund gilt die Informationstechnologie heute als strategischer Erfolgsfaktor im Hinblick auf Kosten- und Ertragsoptimierung in Bankorganisationen. Ob eine Bank ihre Informationstechnologie optimal einsetzt und wo verborgene Leistungs- und/oder Kostensenkungspotenziale liegen, kann eine spezielle IT-Benchmarking-Analyse klären.

 

Die Anforderungen an die EDV-Systeme sind von Bank zu Bank sehr unterschiedlich. Gründe hierfür sind beispielsweise die Bankgröße, die vorhandenen Kundenstrukturen und die bankindividuellen Geschäftsstrategien. Dadurch setzen Banken individuelle Schwerpunkte beim Einsatz von Soft- und Hardware. Zahlreiche Banken setzen beispielsweise IT-Lösungen verstärkt im Vertriebsbereich zur Steigerung der Erträge ein, andere bauen auf IT-Einsatz in Produktionsprozessen zur Senkung von Kosten. Da die IT inzwischen eine geschäftskritische Stellung in einer Bankorganisation einnimmt und auch einen wesentlichen Kostenfaktor darstellt, lohnt sich ein Blick hinter die IT-Kulissen.

 

IT-Lösungen passend zur Unternehmensstrategie

 

Bereits 2003 haben die Universität Münster und die BMS Consulting (Düsseldorf) mit der GAD eG, IT-Dienstleister für Banken, bei der Untersuchung von 526 Volks- und Raiffeisenbanken einen Zusammenhang von IT-Einsatz und Unternehmenserfolg festgestellt. Es zeigte sich, dass die Nutzung von vertriebsorientierten IT-Produkten das Zins- und Provisionsergebnis um 4 bis 12 Prozent steigert. Verwaltungsaufwendungen hingegen konnten um 3 bis 5 Prozent gesenkt werden. Je intensiver Banken Informationstechnologie einsetzten, desto größer war ihr Geschäftserfolg.

 

Eine IT-Benchmarking-Analyse zeigt auf, wo erfolgreichere Banken in ihrem eingesetzten IT-Portfolio von der zu analysierenden Bank abweichen und ein verstärkter Einsatz von IT hilfreich sein kann. Damit erhält die Bank wertvolle Informationen, ob diese nun die richtigen IT-Lösungen und –Produkte passend zur individuellen Geschäftsstrategie im Einsatz hat. Mithilfe des Bankenvergleichs werden mögliche Schwächen aufgedeckt und können Handlungsalternativen im EDV-Einsatz abgeleitet werden. Der externe Bezugspunkt dient dazu, die eigenen Leistungspotenziale richtig einzuschätzen und vermeidet das Übersehen von Schwachstellen. Vor allem aber bietet sie eine solide Grundlage für eine langfristige IT-Planung.

 

Fünf-Phasen-Benchmarking

 

Eine sinnvolle IT-Benchmarking-Analyse umfasst fünf Phasen. In der Vorbereitungsphase (Phase eins) steht an erster Stelle die Bildung eines Analyse-Teams. Die Mitglieder sollten aus allen relevanten Organisationsbereichen der Bank kommen. Das sind neben der IT-Abteilung auch die Bereiche Organisation, Controlling und Vertrieb. Nur so ist eine ganzheitliche Betrachtung, eine umfassende Datenerhebung sowie ein kompetenter Vergleich möglich. Jeder Bereich ist dafür verantwortlich, dass zum Beginn der darauf folgenden Benchmarking-Analyse alle relevanten Daten vorliegen.

 

Damit die Analyse ohne Unterbrechungen durchgeführt werden kann, wählt die Bank frühzeitig geeignete Partner aus, die als externe Bezugspunkte Vergleichsdaten liefern. Bei der Partner-Auswahl haben Banken in Verbundorganisationen wie die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen echte Vorteile: Innerhalb des jeweiligen Instituts-Verbundes ist die Datenerhebung und –sammlung weit einfacher als Institutsgruppen übergreifend. In der Regel laufen die relevanten Daten und Kennzahlen im gleichen Rechenzentrum zusammen. Auch bleiben innerhalb der Verbundorganisation die Daten anonym. Für international agierende Banken bietet sich der Vergleich mit erfolgreichen Tochtergesellschaften und Niederlassungen in anderen Ländern an. Für einen Vergleich eignen sich vor allem solche Organisationen, die bereits erfolgreich umfassende IT-Lösungen im Einsatz haben. Der Schutz der Daten und die Gewährleistung von Anonymität sind wichtige Faktoren, um Partner von einer Teilnahme an der Analyse zu überzeugen.

 

Tut man die richtigen Dinge richtig?

 

Die eigentliche Analyse-Phase läuft im Anschluss in drei Schritten – Phase zwei bis vier – ab. In Phase zwei erhebt das Analyse-Team der Bank die wirtschaftlichen Kennzahlen. Man unterscheidet zwischen strategischen (Tun wir die richtigen Dinge?) und operativen Kennzahlen (Tun wir die Dinge richtig?). Dazu zählen Daten aus der Gewinn- und Verlustrechnung, aber auch Return-on-Investment-Betrachtungen und Produktivitätskennzahlen. In diesem Zusammenhang werden beispielsweise Eigenkapitalquote, Betriebsergebnis, Provisionsergebnis, Zinsergebnis, Handelsspanne, Cost-Income-Ratio, Personalaufwand, Kundenvolumen je Mitarbeiter, Konten je Mitarbeiter, oder auch Kunden je Geldausgabeautomat in die Untersuchung einbezogen. Grundsätzlich können verschiedene Kennzahlen gebildet werden: absolute Zahlenwerte, Verhältniszahlen oder Kennzahlenkombinationen. In Phase drei untersucht die Bank die Kostenstruktur der eingesetzten IT-Lösungen. In Phase vier werden die einzelnen IT-Lösungen und –Produkte betrachtet, die bei der Bank im Einsatz sind. Kostenspitzen und unterdurchschnittliche Kennzahlen werden umgehend aufgedeckt. Die Bank leitet auf Basis der Ist-Werte der dreigeteilten Analyse die Bereiche ab, die einer genaueren Betrachtung unterzogen werden müssen.

 

Bereits während der Analyse werden die Daten der Partner zum Vergleich hinzugezogen (siehe Grafik 1). Der Vergleich zeigt sehr schnell, wie die vorhandene IT eingesetzt wird und wo eine nähere Betrachtung des IT-Einsatzes hilfreich sein kann.

 

Ein Beispiel: Ergibt die Analyse der betriebswirtschaftlichen Situation einer Bank, dass sie insbesondere im Vertrieb Potenziale hat, sollte im nächsten Schritt das Produktportfolio und die Vertriebsorganisation der Bank untersucht werden. Auf dieser Basis wird der IT-Einsatz analysiert und mit den anderen Banken verglichen. Kriterien für die Vergleichsgruppe können die Bilanzsumme und die Anzahl der Zweigstellen sein. Es können aber auch andere, frei definierbare Kriterien oder bestimmte Banken herangezogen werden. Im Rahmen des Benchmarkings erfährt die Bank, ob bestimmte IT-Lösungen sinnvoll sind oder nicht und welche IT-Produkte neu zum Einsatz kommen sollten.

Ein weiteres Ergebnis kann sein, dass eine Bank die IT vor allem aus Kostensenkungsgründen einsetzt, im Vertrieb aber noch Potenzial zur Prozessoptimierung besteht.

 

Nach dem Benchmarking ist vor dem Benchmarking

 

In Phase fünf werden die aus der Analyse gewonnenen Erkenntnisse in eine IT-Investitionsplanung überführt. Generell unterscheidet man drei Arten der Übernahme von IT-Lösungen:

1.      Direkte Integration der Methode oder Lösung des Benchmarking-Partners, z. B. spezieller Baustein eines Standard-ERP-Systems

2.      IT-Lösungen, die zuvor auf die individuellen Bedürfnisse der Bank angepasst werden müssen;

3.      IT-Lösungen, die für die Bank nicht anwendbar sind.

 

Die Umsetzung der geplanten IT-Lösungen folgt den allgemeinen Regeln von Veränderungsprozessen in Unternehmen. Dem Formulieren von Zielen folgt das Erstellen von Aktionsplänen und der zeitlichen Planung bei der Implementierung neuer IT-Lösungen. Die Umsetzungsphase beinhaltet auch das Beobachten der neuen IT-Lösungen und den sich damit unter Umständen verändernden Prozesse. Ein Wiederholen des Benchmarkings zeigt erste Ergebnisse des Optimierungsprozesses.

 

Ein IT-Benchmarking ist doppelt sinnvoll: Standortbestimmung und Problemanalyse

 

Eine IT-Benchmarking-Analyse lohnt sich gleich zweifach: Zum einen kann die Bank eine Standortbestimmung vornehmen. Möglicherweise bestätigt der Bankenvergleich den vorhandenen IT-Ansatz als Optimum. Zum anderen kann die Bank mit einer IT-Vergleichsanalyse Problemstellen aufdecken oder Optimierungspotenziale heben.

 

Autor: Steffen Jentsch, Bereichsleiter Vertrieb der GAD eG

 

Kasten:

 

Schritt für Schritt zum IT-Benchmarking in Banken

 

1.      Verständigung über die Analyse von Unternehmensleitung und IT-Abteilung

2.      Zusammenstellung eines Teams für die IT-Benchmarking-Analyse

3.      Ggf. Eingrenzung des Untersuchungsbereiches (Vertrieb, Verwaltung,...)

4.      Auswahl der zu untersuchenden Kennzahlen (welche können das sein?)

5.      Untersuchung der internen Kennzahlen

6.      Suche und Einbindung von geeigneten Vergleichsbanken

7.      Beschaffung der Kennzahlen von Vergleichsbanken

8.      Vergleich der Kennzahlen

9.      Zielsetzung und Verabschiedung von Prozessänderungen

10.    Maßnahmen- und Investitionplanung

11.    Konsequente Umsetzung

12.    Wiederholendes Benchmarking

>
 

Diesen Artikel als PDF-Datei downloaden  

 

 

 
Zu diesem Artikel ist derzeit kein Bild vorhanden
 
Zu diesem Artikel ist derzeit keine Vita vorhanden