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Sie sehen den Artikel: Neues Konzept für das Kreditkartengeschäft. Veröffentlicht am: 17.10.2005
 
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Neues Konzept für das Kreditkartengeschäft

 

Die Finanzinstitute erwarten für die nächsten Jahre ein dynamisches Wachstum bei der Anzahl der Non-cash-Transaktionen. Der Markt für das Kreditkartengeschäft ist also noch lange nicht gesättigt. Die Wettbewerbssituation ist angespannt, zunehmend drängen andere Unternehmen beispielsweise über Kreditkartenfunktionen für Kundenkarten in den Finanzmarkt. Darüber hinaus schreitet die Internationalisierung voran und der Spielraum für nationale Eigenlösungen wird stetig kleiner. Aus diesen Gründen hat der genossenschaftliche Finanzverbund ein neues Unternehmen gegründet, in dem er seine Kartendienstleistungen zusammenfasst und das mit einem neuen Konzept an den Markt geht.

 

In der CardProcess GmbH ist das Karten-Know-how der GAD, des ehemaligen Betriebswirtschaftlichen Instituts der Deutschen Kreditgenossenschaften (BIK), der Fiducia Cash sowie der Fachabteilungen der Fiducia vereinigt. Darüber hinaus sind DZ BANK, WGZ-Bank und DG-Verlag an dem neuen Unternehmen beteiligt, dessen Gründung Teil der Strategie „Bündelung der Kräfte“ ist, die der genossenschaftliche Finanzverbund seit einiger Zeit verfolgt. In diesem Zusammenhang hat auch die GAD Rechenzentrumsaufgaben übernommen, die bislang beim Betriebswirtschaftlichen Institut der Deutschen Kreditgenossenschaften (BIK) lagen, das in der neu gegründeten CardProcess GmbH aufgegangen ist.  Der IT-Dienstleister übernimmt den verbundübergreifenden POS-Netzbetrieb (Point of Sale) von rund 100.000 Kartenterminals im Handel und 17.000 Geldausgabeautomaten bei Volks- und Raiffeisenbanken im gesamten Bundesgebiet sowie die Autorisierungs- und Sperrenverarbeitung im Kredit- und Debitkartengeschäft. Damit liegen die zentralen IT-Aufgaben im genossenschaftlichen Kredit- und Debitkartengeschäft bei der GAD.

 

Die Rechenzentralen kooperierten bereits im Kartengeschäft, durch die Gründung der CardProcess GmbH werden nun doppelte Entwicklungen und das Vorhalten paralleler Infrastrukturen vermieden. Darüber hinaus werden Einkaufsvorteile im Terminalgeschäft gebündelt. Die einheitliche Entwicklung sorgt dafür, dass die technische Umsetzung neuer Leistungen zeitgleich für alle Genossenschaftsbanken zur Verfügung gestellt wird. Die CardProcess GmbH stellt rund um das Bezahlen am realen und virtuellen Point of Sale Dienstleistungen und Technologien zur Verfügung. Sie nutzt dafür sowohl die E-Business-Lösungen der genossenschaftlichen Rechenzentralen als auch die Logistik des DG-Verlages.

 

Die CardProcess GmbH ist in vier Geschäftsfelder aufgeteilt: Das Kreditkartenprocessing ist für den Ausgabe- und Empfangsprozess, den Karteninhaberservice und die Reklamationsbearbeitung zuständig. POS-Acquiring gewinnt über gemeinsam mit den Zentral- und Ortsbanken entwickelte Vertriebsmodelle neue Akzeptanzstellen für das Kreditkartengeschäft, POS-Netzbetrieb stellt den technischen und kaufmännischen Betrieb der Kreditkartenakzeptanzsysteme im Handel sicher und das Debitkartenprocessing ist die Kopfstelle für das Routing von nationalen und internationalen Debit-Transaktionen, fungiert als GeldKarte-Evidenzzentrale, nimmt Kartensperren an und bearbeitet sie.

 

Zwei Systeme wachsen zusammen

 

Der genossenschaftliche Finanzverbund sieht im Kartengeschäft einen Trend der zunehmenden Konvergenz von Debit- und Kreditkartensystemen. Mit dem Konzept „Karte am Konto“ führen die genossenschaftlichen Rechenzentralen im Auftrag der CardProcess GmbH eine flächendeckende Systeminfrastruktur ein, die die Vorteile der Massenverarbeitung bei Debitkarten mit den besonderen Anforderungen des Kreditkartenprocessings verknüpft. Das bedeutet, das Kreditkarten-Konto wird nicht bei einem Prozessor geführt, sondern im Banksystem der Primärbank. Sowohl die Primärbank als auch der Prozessor können für die Kreditkartenverwaltung auf das Kartenverwaltungssystem zugreifen und teilen sich die anfallenden Aufgaben. In diesem so genannten Teilprocessing ist die Primärbank der Hauptansprechpartner des Kunden. Sie bearbeitet beispielsweise die Kartenanträge. Der Prozessor übernimmt die Back-Office-Tätigkeiten: Er verarbeitet die Umsätze, sperrt Karten und erfüllt administrative Aufgaben. Es ist aber auch ein Vollprocessing möglich, wie es derzeit von Prozessoren wie GZS oder ATOS angeboten wird.

 

Vorteile für alle Beteiligten

 

Von dem Konzept „Karte am Konto“ profitieren alle Beteiligten. Die Kunden haben nur noch einen Ansprechpartner für Fragen und Beratungen in Bezug auf den Debit- und den Kreditkartenbereich – ihre Bank. Daraus entstehen eine Reihe von Service-Vorteilen: Die VR-Kreditkarte ist innerhalb von wenigen Tagen nach der Bestellung verfügbar. Der Kunde kann gemeinsam mit seiner Bank festlegen, ob die Kreditkartenabrechnung seinem Girokonto tagesaktuell oder nach Ablauf von einigen Tagen oder Wochen belastet wird. Kurfristig soll darüber hinaus „Karte am Konto“ auch für das Online-Banking angeboten werden. Dann kann der Kunde seine Kreditkartentransaktionen über das Internet, PC-Progamme, das Handy oder den Palm abrufen.

 

Die Volks- und Raiffeisenbanken vor Ort sparen Kosten und erhöhen ihre Effizienz, da das Kreditkarten-Konto in das bestehende Banksystem und vorhandene Bankprozesse einbezogen wird. So steht künftig das Gesamtobligo eines Kunden jederzeit auf einen Blick zur Verfügung. Die Bank verringert dadurch ihr Risiko, weil sie die aus dem Kontokorrent-Bereich bekannten Funktionalitäten wie Dispoliste und Überziehungsliste auf das Kreditkartenkonto überträgt. Darüber hinaus kann die Karte mit Zusatzfunktionen ausgestattet werden, sodass neue Möglichkeiten bei der Gestaltung innovativer Produkte und Produktkombinationen für die Kunden entstehen. Höhere Transparenz, kürzere Prozesse und neue Angebote sind ein wichtiges Mittel für die Kundenbindung aber auch gute Argumente für die Neukundenakquise.

 

Fazit

 

Mit der CardProcess GmbH überträgt der Finanzverbund seine technologische und inhaltliche Kompetenz aus dem Debitkarten-Bereich auch auf das Kreditkartengeschäft und nutzt die zunehmende Konvergenz beider Systeme. Mit „Karte am Konto“ verfügt das neue Unternehmen über ein in der Finanzwelt bislang einmaliges Konzept, dass wichtige Wettbewerbsvorteile im umkämpften Markt für Non-cash-Transaktionen bietet. Der genossenschaftliche Finanzverbund ist damit national und international ausgezeichnet positioniert.

 

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Autor: Andreas Hünnebeck, Projektleiter bei der GAD eG, Münster

 

Für redaktionelle Rückfragen:

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Bettina Kroll

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Beate Fenneker

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