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Sie sehen den Artikel: Duales System für das Bankwesen. Veröffentlicht am: 02.11.2004
 
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Duales System für das Bankwesen

 

Die Informationstechnologie bringt für den Selbstbedienungsbereich (SB) der Banken viele Veränderungen. Eines der Themen, mit denen sich jede Bank in diesem Zusammenhang beschäftigen muss ist die SB-Einzahlung. Eine Sonderform der SB-Einzahlung wiederum, die in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erhalten hat, ist das so genannte Cash-Recycling. Der Einsatz dieser Technologie bedeutet mehr, als ein entsprechendes Gerät aufzustellen. Viele Faktoren müssen beachtet werden, damit Kosten bei der Geldein- und Auszahlung gespart werden können und sich Cash-Recycling rechnet.

 

Der Hauptvorteil des Cash-Recycling für die Banken liegt in den damit verbundenen Kosteneinsparungen. Die Kosten sinken, da weniger Zeit für die Bearbeitung von Ein- und Auszahlungen an Kasse und Nachttresor aufgewendet werden muss. Außerdem verlängert sich bei den Cash-Recycling-Maschinen im Vergleich zu Geldautomaten bei passenden Rahmenbedingungen in der Regel der Befüllungszyklus. Wenn die Geräte gut austariert sind, müssen sie nur noch alle zwei bis drei Wochen angefasst werden. Zu beachten ist allerdings, dass die Arbeit an der Maschine flexibler gestaltet werden muss.

 

Die Volksbank Wolfsburg, Mitgliedsbank der GAD, beispielsweise, fasst ihre Recycler (ein gemeinsamer Geldkreislauf) nur einmal in zwei Wochen an. Im Gegensatz dazu müssen kombinierte Ein- und Ausgabeautomaten (zwei getrennte Kreisläufe für Ein- und Auszahlungen) zwei bis drei Mal pro Woche angefasst werden. Die Volksbank Wolfsburg spart durch den Einsatz von Cash-Recycling rund 600 Euro im Monat pro Maschine. Weitere Einsparungen bringen der geringere Bedarf an Geld von den Landeszentralbanken und den damit verbundenen Geldtransporten. Außerdem sinken aufgrund geringerer Bargeldbestände und dem Wegfall von Transportzeiten die Zinsaufwendungen.

 

Kunden schätzen den Recycling-Service

 

Ein weiterer Vorteil ist das Mehr an Service, den die Banken ihren Kunden bieten können. Diese sind bei der Einzahlung nicht mehr von Öffnungszeiten abhängig. Sie bekommen die Beträge direkt gut geschrieben und nicht erst am nächsten Tag wie beim Nachttresor. Da die Recycler weniger oft entleert oder befüllt werden müssen, stehen sie darüber hinaus länger zur Verfügung. Einige Volksbanken haben durch das Angebot dieses Services auch schon neue Kunden gewonnen. Was die Anschaffungskosten angeht, so ist ein kombiniertes Gerät nicht teurer als ein reiner Einzahler und ein reiner Geldautomat, die Folgekosten sind aber bei einer Maschine geringer.

 

Die Vorteile des Cash-Recycling können nur dann zum Tragen kommen, wenn die Verteilung der Summen von Ein- und Auszahlungen an einem Automaten in etwa gleich ist. Darüber hinaus muss die Stückelung der Ein- und Auszahlungen zum größten Teil überlappend sein. Eine genaue Analyse der Standorte ist deshalb vor der Aufstellung eines Cash-Recycling-Automaten unbedingt notwendig, um die Verteilung der Ein- und Auszahlungen zu bewerten und die Konfiguration der einzusetzen Maschine passend vorzunehmen. Außerdem  muss eine Bank, die ihre Organisation auf SB-Einzahlung einstellt, über ein Konzept für Ausfälle der Maschinen verfügen, die zum Beispiel auftreten können, wenn Fremdkörper wie Büroklammern in das Gerät gelangen. Die Volksbank Wolfsburg hat mit einer intensiven Heranführung der Kunden an die Maschinen durch speziell dafür abgestellte Mitarbeiter positive Erfahrungen gemacht.

 

Analyse in vier Schritten

 

Die GAD, spezialisierter Full-Service-IT-Dienstleister für rund 500 Volks- und Raiffeisenbanken in Nord- und Westdeutschland,  bietet ihren Kunden ein Analysewerkzeug, mit dem eine erste grobe Bewertung des SB-Einsatzes von Filialen erstellt werden kann.

 

Im ersten Schritt werden fachliche Daten auf Monatsbasis aufgenommen. Dazu gehören die Transaktionsdaten sowie die Wertvolumen von Ein- und Auszahlungen. Um das Gesamtvolumen am Standort berücksichtigen zu können, werden auch die Ein- und Auszahlungen in die Betrachtung einbezogen, die bereits über SB-Komponenten abgewickelt werden.

 

Im zweiten Schritt werden die grundsätzlichen Berechnungsparameter eingestellt. Das sind:

 

·           Einsparpotenziale

Die Einsparpotenziale ergeben sich durch die Verlagerung von mitarbeiterbedienten Transaktionen auf kundenbediente SB-Transaktionen. Auf Basis dieser Werte wird eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung vollzogen. Organisatorische Maßnahmen im Rahmen der Umstellung werden nicht berücksichtigt.

 

·           Maximale Transaktionen

Die genannten Transaktionszahlen geben die technischen Obergrenzen der jeweils genannten Maschinen wieder (Geldautomat, reiner Geldeinzahlautomat, kombinierte Ein- und Auszahlungsmaschine mit getrennten Geldkreisläufen, SB-Recycler).

 

·           Einmalige Investitionen

Dies sind die einmaligen Investitionskosten für die SB-Komponenten. Unter Betriebskosten werden die jährlichen Hard- und Softwarekosten für den Betrieb einer SB-Komponente mit Einzahlfunktion aufgeführt. Weitere Kosten wie für die Befüllung und Entsorgung der Maschinen werden nicht berücksichtigt.

 

·           Recycling Parameter

Recycling ist nur dann sinnvoll darstellbar, wenn die Summe der Ein- und Auszahlungen in etwa gleich hoch ist und die Stückelung der Ein- und Auszahlungen zum größten Teil überlappend sind. Die Prüfung im Modell der GAD konzentriert sich ausschließlich auf den ersten Punkt.

 

Im dritten Schritt wird die Zahl der SB-fähigen Transaktionen am Standort errechnet. Durch Multiplikation mit dem Erlöspotenzial werden diese SB-fähigen Transaktionen bewertet. Das Ergebnis zeigt das maximal erreichbare Gesamtpotenzial, wenn es gelingt, alle SB-fähigen Transaktionen auf die SB-Komponenten zu verlagern.

 

Eins, zwei oder drei

 

Im vierten Schritt wird in drei Stufen geprüft, ob eine reine SB-Einzahlung, eine kombinierte Ein- und Auszahlungslösung oder SB-Recycling wirtschaftlich darstellbar ist. In Stufe 1 wird anhand der realistischen Anzahl von SB-Einzahlungen zunächst die Gesamtzahl der Transaktionen über ein Jahr bestimmt und die Anzahl der benötigten Maschinen berechnet. Im zweiten Teil der Berechnung werden die SB-Einzahltransaktionen inklusive der bereits vorhandenen SB-Einzahlungen mit dem Einsparpotenzial bewertet und auf die angegebene Abschreibungsdauer hochgerechnet. Dem wird der errechnete Gesamtaufwand gegenüber gestellt. Hieraus ergibt sich das Gesamtergebnis im Abschreibungszeitraum. Ist es positiv, rechnet sich eine reine Einzahllösung an dem Standort. Ist sie negativ, rechnet sich eine solche Lösung nicht. Mit der selben Berechnungsmethode wird in der Stufe 2 festgestellt, ob eine kombinierte Ein- und Auszahlungslösung wirtschaftlich darstellbar ist. Das kann insbesondere dann interessant sein, wenn eine reine SB-Einzahllösung sich nicht rechnet.

 

Stufe 3 ist nur dann relevant, wenn in der ersten oder zweiten Stufe ein positives Ergebnis erzielt werden konnte. Ist das Ergebnis in den beiden ersten Schritten negativ, kann SB-Recycling nicht wirtschaftlich dargestellt werden, selbst dann nicht, wenn die Rahmenbedingungen passen würden. Als Berechnungsgrundlage der dritten Stufe dient das Wertvolumen der Ein- und Auszahlungen. Durch eine Korrektur muss das Wertvolumen der Auszahlungen des Bereiches Kasse/AKT um den nicht SB-fähigen Anteil bereinigt werden. Durch diese Korrektur ergibt sich das realistische Wertvolumen SB-fähiger Auszahltransaktionen. Zu diesen wird das vorhandene Wertvolumen der SB-Auszahlungen addiert. Das gleiche Berechnungsschema wird für den Bereich der Einzahlungen durchgeführt. Abschließend wird das Verhältnis der Ein- und Auszahlungen bestimmt und ausgewiesen. Durch einen Vergleich mit den in den Basisparametern gesetzten Grenzen kann nun bestimmt werden, ob SB-Recycling an dem betrachteten Standort sinnvoll darstellbar ist. Zusätzlich wird ausgewiesen, ob der Standort auszahl- oder einzahllastig ist. Diese Information ist für die spätere Konfiguration der Maschine wichtig.

 

Den Schluss der Grobanalyse bildet die Bestimmung der Maschinenausstattung für den Standort. Dabei wird unterschieden, ob der Standort neu gestaltet wird und eine völlig neue Maschinenausstattung erhält oder vorhandene SB-Komponenten berücksichtigt werden müssen.

 

Genau hingucken

 

Rüdiger Fuchs, IT-Leiter der Volksbank Wolfsburg kann das Cash-Recycling aufgrund seiner eigenen Erfahrung nur empfehlen. Er rät aber dringend zu einer umsichtigen Planung. Ein Analysewerkzeug wie das der GAD verschafft den nötigen ersten Eindruck, der bei positivem Ergebnis für das Cash-Recycling aber unbedingt durch detaillierte Untersuchungen am individuellen Standort ergänzt werden muss, damit der Einsatz der Technologie ein Erfolg wird.

 

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Autor: Hermann Kruse, Geschäftsfeldmanager bei der GAD eG

 

Für redaktionelle Rückfragen:

GAD eG

Beate Köstermann

Tel.: 0251-7133-1912

beate.koestermann@gad.de

 

Bettina Kroll

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bettina.kroll@gad.de

 

Fink & Fuchs Public Relations

Mathias Gundlach

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