Bares ist Wahres
Volksbank Wolfsburg macht positive Erfahrungen mit
Cash-Recycling
Die Volksbank Wolfsburg eG gehört bei der Modernisierung des
Selbstbedienungs-Bereichs (SB) zu den Vorreitern. Als eine der ersten Volks-
und Raiffeisenbanken setzen die Wolfsburger Cash-Recycling-Maschinen für die
Geldausgabe und -einzahlung ein und senken damit Kosten.
Schon vor der Freigabe des Cash-Recyclings durch die
Bundesbank dachte die Volksbank Wolfsburg bei der Einrichtung einer
Geschäftstelle in 2001 darüber nach, ein entsprechendes Gerät einzusetzen. Beim
Umbau einer Geschäftsstelle in 2002 stand die Freigabe durch die Bundesbank
unmittelbar bevor, da mittlerweile die Europäische Zentralbank (EZB) ihre
Rahmenvereinbarung für den Betrieb von Cash-Recycling-Automaten herausgegeben
hatte. Die Volksbank Wolfsburg führte daher für diesen Standort mit dem
Hersteller Wincor Nixdorf eine Analyse durch, die ergab, dass Cash-Recycling
für diese Geschäftstelle eine optimale Lösung wäre.
„Der Standort sollte neu gestaltet werden und der Kassierer
stand kurz vor dem Ruhestand. Wir entschlossen uns, diese Stelle nicht neu zu
besetzen an diesem Standort zukünftig keine Kasse mehr zu betreiben. Deshalb
brauchten wir eine neue Lösung für die Einzahlung“, beschreibt Rüdiger Fuchs,
IT-Leiter der Volksbank Wolfsburg, die Situation. „Die Analyse der
Transaktionen am Geldausgabeautomaten und der Ein- und Auszahlungen über die
Kasse ergab, dass unter Beibehaltung des vorhandenen Geldautomaten mit einem
zusätzlichen Recycler das die Transaktionen im Cash-Bereich abgedeckt werden
können. Deshalb haben wir dort eine Recycling-Maschine aufgestellt und zunächst
mit zwei Geldkreisläufen betrieben.“ Am 1. September 2003 konnten die
Wolfsburger die erste Maschine dann auf Cash-Recycling umstellen.
Recycling spart Kosten
Der Vorteil des Recyclers mit einem Geldkreislauf, bei dem
eingezahltes Geld wieder ausgegeben wird, gegenüber Maschinen mit zwei
Geldkreisläufen, bei den ein- und ausgezahltes Geld voneinander getrennt sind,
ergibt sich daraus, dass letztere zwei bis drei Mal in der Woche von
Bankmitarbeitern angefasst werden müssen, um die Einzahlung zu entleeren und
die Auszahlung aufzufüllen. Der Recycler der Volksbank Wolfsburg dagegen muss
nur einmal in zwei Wochen angefasst werden.
„Bei Kosten von 75 Euro pro Fahrt zu einer Maschine sparen
wir rund 600 Euro im Monat pro Gerät“, beziffert Rüdiger Fuchs die
Einsparungen. „Darüber hinaus steht uns der Recycler länger zur Verfügung, denn
jedes Mal, wenn einer unserer Mitarbeiter an eine Maschine geht, um sie zu
entleeren oder aufzufüllen, ist sie außer Betrieb.“
Was die Anschaffungskosten angeht, so ist ein kombiniertes
Gerät nicht teurer als ein reiner Einzahler und ein reiner Geldautomat. Die
Recycler haben zusätzlich den Vorteil, dass sie Platz sparen, was für kleine
Filialen oder SB-Stellen nicht unwichtig ist. Mittlerweile setzt die Volksbank
Wolfsburg sechs Recycler vom Typ Wincor Nixdorf ProCash 3100 ein. Sie laufen an
allen Standorten erfolgreich, auch wenn in zwei Filialen bislang mehr Geld an
den Maschinen eingezahlt als ausgezahlt wird. Dies gleicht die Volksbank
Wolfsburg durch ein BGA (Bediente Geldausgabe) genanntes Verfahren aus. Die
Kunden gehen dabei zu einem Service-Mitarbeiter der Filiale und lassen sich die
Auszahlung buchen. Der auszuzahlende Betrag wird auf die Bankkarte des Kunden
gutgeschrieben. Kunden, die keine Karte haben, erhalten eine so genannte
Whitecard. Mit der Karte erhält der Kunde am Recycler ohne Eingabe einer
Geheimzahl das Geld. Dieses Verfahren sorgt dafür, dass aus den einzahllastigen
Reyclern Geld ausgezahlt wird und das Verhältnis zwischen Ein- und Auszahlungen
verbessert wird.
Keine Chance für Fälscher
Zentrale Anforderung der EZB an das Cash-Recycling ist, den
Banknotenumlauf von Fälschungen und nicht mehr umlauffähigen Banknoten frei zu
halten. Letztere, auch „unfitt“ genannten Scheine, haben umgeknickte oder
fehlende Ecken, Risse oder starke Verschmutzungen und werden dem
Recycling-Vorgang entzogen. Die von der Volksbank Wolfsburg eingesetzten Maschinen
arbeiten zuverlässig, sodass es mit diesen Anforderungen keine Probleme gibt.
„Die Zahl der unfitten Scheine hält sich Grenzen. Wir hatten
uns das dramatischer vorgestellt. Was Falschgeld betrifft, hatten bislang noch
keinen Vorfall. Die Fälscher wissen, dass die Maschinen sehr genau arbeiten und
die Fälschungen zurückverfolgen können. Deshalb meiden sie die Recycler.“
Die Verwaltung der Cash Recycler läuft über die zentrale
Bankanwendung BB3 der GAD, des spezialisierten Full-Service-IT-Dienstleisters
für rund 500 Volks- und Raiffeisenbanken in Nord- und Westdeutschland. Nachdem
die Wolfsburger Volksbank bei der Einführung der Technologie die Vorreiterrolle
übernommen hatte, reagierte die GAD und erweiterte ihre
Geldausgabeautomatenanwendung um die Unterstützung für das Cash-Recycling. In
BB3 sehen die Mitarbeiter der Bank unter anderem, welche auszahlungsfähigen
Noten noch im Gerät vorhanden sind. Die Analyse ob ein Standort für das
Cash-Recycling geeignet ist, unterstützt die GAD mit einem Werkzeug zur
Analyse, in das Daten aus der BB3-Anwendung einfließen.
Kunden an die Hand genommen
Ausfälle der Maschinen durch Bedienungsfehler der Kunden
kommen kaum vor. Die Volksbank Wolfsburg hat die Einführung des Cash-Recycling
gegenüber ihren Kunden aktiv kommuniziert. Es wurden Mitarbeiter abgestellt,
die den Kunden gezeigt haben, wie die Scheine eingelegt werden sollen und dass
keine Fremdkörper wie Büroklammern in den Automaten gelangen dürfen. Darüber
hinaus empfiehlt die Bank ihren Kunden nicht mehr als 200 Scheine auf einmal
einzuzahlen und hat damit gute Erfahrungen gemacht. Privat- und Geschäftskunden
nutzen das Cash-Recycling gleichermaßen. Die Volksbank Wolfsburg konzentrierte
sich bei der Heranführung der Geschäftskunden an das Cash-Recycling auf die
Nachttresorkunden, die mehr als eine „Bombe“ pro Tag gebracht hatten. Für diese
Kunden liegt der Vorteil des Recyclings darin, dass die Einzahlung direkt
gutgeschrieben wird und nicht erst am nächsten Tag, wie beim Nachttresor
üblich.
Prädikat empfehlenswert
Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen empfiehlt Rüdiger Fuchs
das Cash-Recycling. Wenn eine Bank allerdings noch keine Erfahrungen mit
Einzahlgeräten gemacht hat, rät der IT-Leiter der Volksbank Wolfsburg zu
umsichtiger Planung. „Jeder Standort muss einzeln untersucht und genau
analysiert werden. Das Grobanalysetool der GAD ist dabei hilfreich, um sich
einen ersten Eindruck zu verschaffen und eine Einschätzung über den Zweck und
Nutzen des Recyclers geben zu können. Alles weitere, beispielsweise die Abschätzung
der Wirtschaftlichkeit, hängt von vielen individuellen Bedingungen ab. Deshalb
kann es auch keine pauschalen Empfehlungen, sondern immer nur individuelle
Analysen und Entscheidungen geben“, sagt Rüdiger Fuchs.
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Autor: Michael Müller, Vorstandsmitglied der Volksbank
Wolfsburg eG
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