Schneller ans Geld
Die Aachener Bank
reduziert mit einer Lösung der GAD eG zur Kreditablaufsteuerung die
durchschnittliche Bearbeitungszeit für Kreditanträge. Der Zeitgewinn und die
sich damit eröffnenden Potenziale zur Kostensenkung sowie höhere Zufriedenheit
bei Kunden und Mitarbeitern sind die wesentlichen Vorteile dieser Lösung für
die Bank.
Ganz gleich, ob jemand als Privatkunde zu seiner Bank kommt
und einen Kredit für die Baufinanzierung braucht oder als Geschäftskunde, der
eine neue Niederlassung finanzieren will. Jeder erwartet das Geld schnell auf
seinem Konto, damit sein Projekt vorangeht und drängende Rechnungen bezahlt
werden können. Eine Bank hat deshalb bei der Bearbeitung von Kreditanträgen die
Chance, die Kundenbeziehung positiv oder negativ zu beeinflussen.
Die Aachener Bank war mit ihrem Prozess der Kreditvergabe
unzufrieden. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit war den Verantwortlichen zu lang. Auf einer
Informationsveranstaltung der GAD, dem spezialisierten Full Service
IT-Dienstleister für rund 500
Volks- und Raiffeisenbanken in Nord- und Westdeutschland, im Januar 2003,
bekamen Mitarbeiter der Aachener Bank eine IT-gestützte Lösung zur
Kreditablaufsteuerung (KAS) vorgestellt.
„KAS hat uns von Anfang an gut gefallen“, erinnert sich
Manfred Bellefroid, Bereichsleiter Betriebsfunktionen bei der Aachener Bank.
„Wir haben dann mit der GAD Gespräche aufgenommen, um zu klären, welche
technischen Voraussetzungen wir für die Lösung brauchen, was sie kostet und wie
sie implementiert werden kann.“
Definition von Workflows
Zentrale technische Voraussetzung für die Einführung der KAS
bei einer Bank ist ein Lotus-Notes-System, über das die Anwendung läuft. Dieses
war bei der Aachener Bank bereits vorhanden. Die Projektarbeiten in der Bank
wurden begleitet durch den Betriebswirtschaftlichen Beratungs- und
Entwicklungsverbund (BBE) aus Hannover. Startschuss für die Implementierung war
ein zweitägiger Workshop mit den leitenden Mitarbeitern der Abteilungen, die
das System einsetzen sollten. Die Leiterin der Abteilung Marktfolge und der
Leiter der Abteilung Firmenkundengeschäft machten Vorgaben für den Prozess der
Kreditvergabe. Am dritten Tag erstellte der BBE gemeinsam
mit der Aachener Bank die Workflows. Der BBE ist ein strategischer Partner der
GAD für die Beratung der Banken zu KAS, die individuelle Konfiguration der
Lösung und die Installation unter Lotus Notes.
Disziplin ist wichtig
„Workflows gab es zwar vorher auch schon“, berichtet Manfred
Bellefroid, „daran musste man sich aber nicht halten. Wenn ein Dokument nicht
vorlag, beispielsweise ein Grundbuchauszug, konnte der Bearbeiter den
Kreditantrag trotzdem an die nächste Station weiterreichen. Später wurde der
Antrag dann zurückgeleitet, um fehlende Unterlagen zu ergänzen. Das kostet Zeit.
KAS sagt dem Mitarbeiter genau, was er als nächstes tun muss. Wenn er nicht
ankreuzt, dass der Grundbuchauszug da ist, geht es nicht weiter. KAS sorgt also
für die nötige Disziplin im Kreditprozess.“
Die Disziplin ist der Hauptgrund dafür, dass Kredite mit KAS
schneller und mit niedrigerer Fehlerquote bearbeitet werden, was im Endeffekt
Kosten spart. Dazu kommt, dass Daten aus BB3 – dem grundlegenden
Bankenverfahren der Volksbanken und Raiffeisenbanken, die an das Rechenzentrum
der GAD angeschlossenen sind – in KAS importiert werden können. Dies
vermeidet Medienbrüche, ein zentraler Faktor, um die Bearbeitungszeit zu
beschleunigen. KAS ist modular aufgebaut und kann so an die Bedürfnisse der
Bank angepasst werden. Für jeden Teilprozess gibt es ein Modul, beispielsweise
für Akquisition und Gesprächsvorbereitung, für die Bestimmung der Konditionen,
die Anlage des Antrags, für Kreditkontrolle und -bewilligung, Auszahlung und
Krediteinräumung. Jeder Teilprozess wiederum ist in einzelne Arbeitsschritte
gegliedert, die mithilfe der Anwendung durch die richtige Stelle und unter
Einbeziehung der organisatorischen Regelungen zur Votierung und
Kompetenzprüfung nacheinander abgearbeitet werden. KAS bildet so die Vorgaben
der MaK (Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute) ab und
setzt sie in IT-gestützte Workflows um.
Kurze Implementierungsphase
Die Aachener Bank testete KAS nach der Implementierung Anfang
April 2003 sofort mit echten Kreditanfragen. Nachdem die ersten Projekte das
System durchlaufen hatten, erfolgte
mit Hilfe des BBE die Qualitätssicherung und Anpassung der Anwendung.
Anschließend wurde die Anwendung in der gesamten Abteilung Firmenkredite
eingeführt. Nach zwei Monaten begann der Einsatz in der Abteilung Privatkunden.
Hier gingen Manfred Bellefroid und seine Mitarbeiter nach dem gleichen Schema
vor: Sie definierten die Workflows, testeten die Anwendung und nahmen
erforderliche Anpassungen vor.
„Wir waren überrascht, wie schnell die Einführung von KAS
funktionierte. Nachdem die Workflows standen, haben wir nicht mehr wochenlang
getestet, sondern nur kleine Anpassungen vorgenommen. Die Mitarbeiter wurden
nach und nach geschult und haben direkt mit der Anwendung gearbeitet.“
Seit Juni 2003 nutzen über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
in allen 18 Filialen der Aachener
Bank KAS. Mit Ausnahme von Dispo- und Anschaffungskrediten, dem so genannten
Mengengeschäft, werden alle Kredite über die Anwendung abgewickelt.
Alle Beteiligten sind zufrieden
Das Hauptziel der KAS-Einführung hat die Aachener Bank
erreicht: Die Kundenzufriedenheit ist gestiegen. Baufinanzierungen werden heute
im Durchschnitt innerhalb von ein bis zwei Wochen bewilligt.
Die Kredite werden aber nicht nur schneller bewilligt, aus
Sicht der Bank sind die Kreditentscheidungen auch qualitativ besser. Wenn ein
Kredit KAS durchlaufen hat, ist sichergestellt, dass er alle Prüfkriterien
erfüllt. Die Aachener Bank hielt so mit KAS bereits in 2003 alle gesetzlichen
Neuregelungen zur Kreditvergabe ein, die
zum 30.06. 2004 wirksam werden . Die GAD beweist mit dieser
Lösung ihre Expertise für innovative Bankanwendungen, die Abläufe
wirtschaftlicher und sicherer machen.
Weitere Vorteile der Anwendung ergeben sich intern. Die
Mitarbeiterzufriedenheit ist gestiegen, da die Bankberater die Zeitgewinne für
andere Tätigkeiten nutzen und die internen Beratungsvorgaben dank KAS leichter
erfüllen. Für die Führungskräfte ist KAS ein Steuerungsinstrument. Sie erhalten
über den Kreditbearbeitungsstatus einen Überblick über die Arbeiten an jedem
einzelnen Arbeitsplatz. Das ist die Basis für eine optimale Arbeitsauslastung
und -verteilung.
Ausbau von Infrastruktur und Anwendung
Die Aachener Bank ist mit der Kreditablaufsteuerung der GAD
zufrieden, Die Idee hinter der Anwendung, das Programm selbst und die Betreuung
sind nach Aussage von Manfred Bellefroid optimal. Einziger Wermutstropfen ist
die Performance, die Anwendung ist langsam. „Das hat aber mit der Infrastruktur
unseres Netzwerks zu tun“, so Manfred Bellefroid.
„Wir haben noch eine OS2-Welt. Dieses System ist in der
Weiterleitung von Mails, der Bearbeitung von Masken und anderen Tätigkeiten
erheblich langsamer als eine Notes-Anwendung unter Windows.“ An dem Problem
wird gearbeitet. Innerhalb der nächsten drei Jahre bekommt die Aachener Bank in
Zusammenarbeit mit der GAD eine Linux-/Windows-Infrastruktur. Bereits in 2004
werden neue, leistungsfähigere Rechner installiert. In der Folge wird die
Performance der KAS steigen.
Die Anwendung selbst wollen die Aachener auch ausbauen. Ganz
oben auf der Wunschliste an die GAD steht eine Schnittstelle für die
Archivierung. Die Dokumente sollen innerhalb des Workflows, in dem sie erzeugt
werden, in einer elektronischen Kundendatei gespeichert werden können. „Eine
solche Erweiterung“, weiß Manfred Bellefroid, „wünschen sich auch andere der
rund 60 GAD-Banken, die KAS
bereits einsetzen.“
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Autor: Maximilian Schumacher, Vorstand der Aachener Bank
Für redaktionelle Rückfragen:
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