Dritte
internationale „Digital Journalism Study“ von Oriella
Im Segment der klassischen Medien herrscht nach wie vor
Unsicherheit über die künftige Entwicklung
Journalisten sind überwiegend zufrieden mit ihrer Arbeit
und nutzen Digitale Medien zunehmend als Mittel zur Informationsdarstellung und
-verbreitung
Paid Content gewinnt an Bedeutung: Verlage nutzen vermehrt neue
Bezahlmodelle wie mobile Apps und Micropayment-Services
Wiesbaden, 07. Juli 2010 – Journalisten bleibt immer weniger
Zeit für gründliche Recherchen, während die Anforderungen steigen und das Arbeitsumfeld von Unsicherheit geprägt
ist. Laut der heute veröffentlichten Studie „Digital Journalism Study 2010“ des
internationalen PR-Netzwerkes Oriella, stehen diesen wachsenden
Herausforderungen auch positive Entwicklungen gegenüber: Journalisten sehen
positive Impulse von Social Media auf die Ergebnisse der eigenen Arbeit. Trotz schwieriger
Rahmenbedingungen äußert sich zudem die Mehrheit der Befragten zufrieden mit
ihrem Job. An der Studie nahmen 774 Journalisten aus 21 Ländern teil, unter
anderem aus Brasilien, Deutschland, Großbritannien und den USA. Die Umfrage
wurde 2010 zum dritten Mal durchgeführt.
Das Bild ist gespalten: Etwa die Hälfte aller Befragten (45
Prozent) geben an, dass von ihnen mehr produzierte Inhalte erwartet werden –
und jeder Dritte arbeitet länger. Erfreulich ist jedoch, dass ebenfalls 46
Prozent der Studienteilnehmer der Meinung sind, dass sich ihre Arbeitssituation
durch Neue Medien und Social Media verbessert hat. Nur 22 Prozent sehen eine
Verschlechterung. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft
klassischer Medien wie TV, Print und Radio: 40 Prozent der Befragten erwarten
einen Rückgang der Anzeigenerlöse um mehr als zehn Prozent und jeder Zweite
glaubt, dass sein aktuelles „Offline“-Medium in absehbarer Zeit vom Markt
genommen wird (Vorjahr: 32 Prozent). Dennoch sind weitere 40 Prozent aller
Teilnehmer, und mehr als die Hälfte in Großbritannien, Spanien, USA, Brasilien
und Osteuropa überzeugt, dass die Digitalisierung der Medien neue Chancen
bietet.
Zunehmend an Relevanz gewinnen Geschäftsmodelle für bezahlte
Inhalte: Fast drei Viertel aller Journalisten gibt an, dass ihr Verlag neue Erlösmodelle
untersucht oder bereits einsetzt, beispielsweise Apps zur Verbreitung von
Inhalten über mobile Endgeräte (22 Prozent). 16 Prozent beschäftigen sich
bereits mit vergleichbaren Optionen für iPads und E-Book-Reader. Weitere 25
Prozent denken über das Angebot kostenpflichtiger Web-Inhalte via Abonnement
nach und jeder dritte Befragte gibt an, dass sein Medium Online-Angebote nur
für Print-Abonnenten kostenfrei bereitstellt.
Die Studie belegt zudem, wie stark Neue Medien und Social
Media, etwa Blogs, audiovisuelle Medien und Twitter Einzug in Redaktionen
halten: Weniger als 15 Prozent der befragten Journalisten geben an, keine
Inhalte in multimedialer Form oder via Social Media anzubieten – ein
schwindender Anteil, denn noch vor zwei Jahren schenkte rund ein Viertel der
Befragten bei der Bereitstellung von Inhalten neuen Medienformaten keinerlei
Beachtung. Vor allem das Angebot von Blogs und Twitter hat seit 2008 an
Bedeutung gewonnen. Rund 49 Prozent der Befragten berichten, dass ihre Verlage
selbst redaktionell betreute Blogs betreiben und immerhin 41 Prozent
nutzen aktiv Twitter.
Stephan Fink, Vorstand
der Fink & Fuchs Public Relations AG, die gemeinsam mit PR-COM die
Befragung in Deutschland durchführte, erläutert: „Unsere Studie zeigt im
dritten Jahr, wie schnell Digitale Medien und Social Media in der Medienbranche
auf dem Vormarsch sind. Während Vieles noch getestet und ausprobiert wird,
haben Verlage bereits erkannt, welche Chancen der Einsatz Neuer Medien bietet –
Denn neben einer Vielzahl innovativer Plattformen für die Verbreitung von
Inhalten eröffnen sich auch neue Möglichkeiten für innovative
Paid-Content-Modelle.“
Alain Blaes, Geschäftsführer von PR-COM, ergänzt: „Im
Zuge dieser Entwicklung müssen sich Kommunikationsspezialisten darauf einstellen,
dass sich auch die Arbeitsweise von Journalisten ändert. Um dem steigenden
Erlösdruck gerecht zu werden, der von der Verlagsspitze durchgereicht wird, ist
die Qualität der Inhalte entscheidender denn je – und das werden Journalisten
an PR-Verantwortliche weitergeben. Dabei gewinnt integrierte Kommunikation
einmal mehr an Bedeutung: Erfolgreiche PR-Konzepte müssen klassische
Pressearbeit mit einem gelungenen Markenauftritt in Social Media vereinen.
Dabei sollten natürlich die grundlegenden Anforderungen der
Informationsbeschaffung erfüllt sein: spannende Einstiege, fesselnde Inhalte
und eine ansprechende grafische Aufbereitung.“
Weiterführende
Informationen finden Sie unter www.ffpr.de/digitaljournalism2010
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Weitere Informationen:
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Stephan Fink
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