zurück Meldungen Artikel Bilder Viten Mappen Termine Kontakte Service Suche Start


Sie sehen den Artikel: . Veröffentlicht am: 06.11.2006
 
Web-Vorlage

Von Nils Repke,

Marketing/Kommunikation, Fink & Fuchs PR

 

 

Die Netz-Identität

 

Über die neuen Formen der sozialen Vernetzung und des „Information Sharing“ im Web 2.0 ist bereits viel berichtet und diskutiert worden. Inzwischen liest man auch verstärkt unter dem Stichwort „PR 2.0“ oder „Kommunikation 2.0“ von den Auswirkungen auf die Unternehmenskommunikation, vorrangig mit Blick auf den Kundendialog. Doch mit dem Siegeszug der Social Software ist neben einem veränderten Informations- und Beziehungsmanagement auch ein völlig neues Identitätsmanagement gefordert. Neue Tools erweitern die kommunikative Einflussnahme und zwingen zur aktiven Gestaltung der Netz-Identität von Unternehmen, Marken und Persönlichkeiten. In Zeiten des Suchmaschinen-Marketings ist dies ein Thema, dem man sich ernsthaft annehmen sollte.

 

Was hat sich verändert?

Noch vor einigen Jahren wurde das Image eines Unternehmens respektive seiner Vorstände überwiegend in der Offline-Welt geprägt. Die Tools der (Marketing-) Kommunikationsabteilung beschränkten sich dabei vorrangig auf klassische Pressearbeit, Imagebroschüren, Kundenzeitungen, Hochglanzanzeigen, Brancheneinträge, Messeauftritte und vieles mehr. Die erste Zäsur brachte das Web, als Unternehmen anfingen, ihre Visitenkarte in Form einer (weitgehend) statischen Homepage zu kreieren. Mittlerweile bestimmen zunehmend Wikipedia, Blog-Einträge, Podcasts, Art und Anzahl der Kontakte in openBC und andere Dialogformen, welches Bild von einem Unternehmen bzw. einzelnen Personen im Netz entsteht.

 

Welche Instrumente stehen heute zur Verfügung?

Schauen Sie doch beispielsweise einmal auf Wikipedia nach, welche Informationen sich dort zu Ihrem Unternehmen und seiner obersten Führungsetage finden. Die Online-Enzyklopädie hat mittlerweile mehr Leser als klassische Lexika wie Brockhaus und landet mit ihren Einträgen innerhalb der Google-Rankings immer weit oben. Oder suchen Sie einfach einmal mit Google nach Ihrem eigenen Namen, denn dies tun auch Geschäftspartner oder Personalabteilungen. Sollten Sie wider Erwarten auf negative Formulierungen stoßen, wäre eine offene Gegendarstellung ein erster Schritt, die Außenwahrnehmung in die gewünschte Richtung zu bringen. Aber Vorsicht, hier ist unbedingte Offenheit und kein manipulatives Vorgehen gefragt!

 

Als Business Kontaktplattform bietet beispielsweise openBC (demnächst Xing) gute Möglichkeiten, sich in Foren und Communities zu bestimmten Themen zu engagieren. Hierbei können Sie Statements zielgenau absetzen und sich und Ihr Unternehmen innerhalb verschiedenster Interessengruppen klar positionieren. Bereits über die Anzahl und die „Qualität“  Ihrer bestätigten Kontakte hinterlassen Sie dort Ihre ganz individuelle Visitenkarte.

 

Eine gute Möglichkeit, sich selbst, seinem Unternehmen oder seinen Themen Gehör zu verschaffen, bietet aktuell das Blogging. Hier lassen sich Positionen, Wertvorstellungen, Firmenphilosophie und andere Themen hervorragend platzieren. Allerdings sollte man die Dynamik dieses Tools nicht unterschätzen, das sich der festen Kontrolle entzieht. Blogs leben von der Unkontrolliertheit und Spontaneität der handelnden Akteure, aber auch von Offenheit und persönlichen Beiträgen. Daher ist diese Form der Kommunikation in höchstem Maße identitätsstiftend. Über den bloggenden Kollegen findet letztlich auch ein entsprechender Imagetransfer auf das Unternehmen statt. Ob man dabei den Weg über ein eigenes Corporate- bzw. CEO-Blog (Bsp. Sun Microsystems)

geht oder sich zunächst in einem externen Themen-Blog wie z.B. dem gerade gelaunchten PR-Blog von news aktuell (mediacoffee.de) versucht, sollte wohl überlegt sein. 

 

Unternehmenswerte und -visionen sowie persönliche Einstellungen lassen sich auch sehr lebendig über Pod- und Videocasts transportieren, in denen beispielsweise der CEO aktuelle Planungen und Unternehmensstrategien erläutert. Auf politischer Ebene hat Angela Merkel dies bereits vorgemacht. Auch BMW hat bereits gute Erfahrungen mit diesen Kommunikationsinstrumenten gemacht. Zur IAA 2006 in Frankfurt wurde eigens ein Event-Blog eingerichtet und später Videocasts produziert um ungefilterte Eindrücke und Details von der Automesse zu liefern. Die Blogosphäre honorierte dies mit viel Lob.

 

Fazit

Durch neue Webanwendungen gibt es heute erheblich mehr Möglichkeiten, seine persönliche Netz-Identität oder das Unternehmensbild zu beeinflussen. Klären Sie dabei zunächst Ihre konkrete Zielsetzung und wählen dann die geeigneten Instrumente. Wollen Sie die Firma repräsentieren, Ihre persönliche Netz-Identität pflegen oder Expertise auf einem bestimmten Fachgebiet demonstrieren? Oder möchten Sie auf ein bestimmtes Thema aufmerksam machen, das Ihr Unternehmen langfristig verfolgt?

 

Je unterhaltsamer Sie Ihre Inhalte und Wertvorstellungen vermitteln, desto größer ist die Chance, positive Resonanz zu erzielen. Und nicht vergessen: Wenn man das Management seiner Identität im Netz nicht selbst in die Hand nimmt, werden es andere tun.

 

>
 

Diesen Artikel als PDF-Datei downloaden  

 

 

 
16.05.2006
Nils Repke
NilsRepke
 
Zu diesem Artikel ist derzeit keine Vita vorhanden