Digitale Archivierung
Werden wir zur erinnerungslosen Gesellschaft?
EMC bringt Bibliotheken und Hersteller an einen Tisch
SCHWALBACH. Die langfristige Archivierung des kulturellen
Erbes erfordert die Entwicklung von System- und Formatstandards für die Speicherung,
das Wiederauffinden und die Darstellung von digital erstellten Informationen.
Dazu bedarf es der intensiven Zusammenarbeit von Wissenschaft, öffentlichen
Einrichtungen, Herstellern sowie allen Personen, die einen Nachlass vermachen
wollen. Zu diesem Schluss kommen Vertreter der Deutschen Nationalbibliothek,
der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek sowie von Adobe Systems, die EMC zu einer gemeinsamen
Informationsveranstaltung im Rahmen der Fachmesse Storage Networking World in
Frankfurt geladen hatte.
Kulturerbe im digitalen Zeitalter
Bibliotheken sind aus verschiedenen Gründen damit
konfrontiert, digitale Archive aufzubauen. So sind sie durch ihren
Sammlungsauftrag verpflichtet, Publikationen in ihrer Originalfassung ebenso
aufzubewahren wie Kopien und neue Dokumente und Inhalte in digitaler Form. So
enthalten beispielsweise Nachlässe von Schriftstellern mittlerweile neben
Briefen, Büchern und Artikeln auch Emails, Webseiten und elektronische Präsentationen.
Die Deutsche Nationalbibliothek hat zudem inzwischen den gesetzlichen Auftrag,
öffentlich relevante elektronische Publikationen neben dem Material in
gedruckter Form zu archivieren. Bibliotheken mit kostbarem historischem Bestand
wie die Anna Amalia Bibliothek sind wiederum darauf bedacht, diesen vor
Abnutzung durch Gebrauch zu schützen und ihn gleichzeitig einem größeren
Publikum zur Verfügung zu stellen. Sie löst diese Aufgabe beispielsweise
dadurch, dass sie ihre Kulturschätze einscannt und in verschiedenen
Qualitätsstufen für interessierte Laien, Forschungszwecke und als Druckvorlage
für Nachdrucke vorhält. „Für unsere Aufgabe brauchen wir Partner – und
zwar Hersteller und publizierende Instanzen genauso wie alle Personen, die
einen Nachlass vermachen wollen und dabei auch Inhalte in digitaler Form
hinterlassen.“ So lautete die Forderung von Prof. Dr. Elmar Mittler, Direktor
der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek, an alle beteiligten
Personen und Institutionen, um diese Aufgabe überhaupt bewerkstelligen zu
können.
Das Digitale Dilemma
Im Gegensatz zu gedrucktem Material, dass lediglich dem
zeitlich bedingten Materialverfall unterliegt, muss bei digitalen Inhalten auch
der technologische Fortschritt berücksichtigt werden. Neue Anwendungen oder
auch nur Software-Versionen sowie Innovationen bei Speichermedien erfordern die
kontinuierliche Aufmerksamkeit der Archivare. „Eine ägyptische Steinplatte
konnte man einfach ablegen und musste nichts mehr tun. Das geht bei digitalen
Daten nicht. Man braucht eine Strategie zur Migration oder Emulation der
Inhalte sowie offene Formate“, fasst Tobias Steinke von der Abteilung
Informationstechnik der Deutschen Nationalbibliothek die neuartigen
Herausforderung zusammen, denen sich Bibliotheken heute gegenüber sehen. Hier
sind die Hersteller gefordert, an der Entwicklung von Standards und
einheitlichen Verfahren mitzuarbeiten, die den Bedürfnissen der langfristigen
Archivierung von digitalen Inhalten gerecht werden.
Hintergrund
EMC hat mit der Archivierungslösung Centera eine Methodik
geschaffen, die den Datenverlust durch Migration oder Löschung verhindert.
Damit ist die technologische Voraussetzung auf der Systemebene geschaffen, um
Kulturgut in digitaler Form dauerhaft zu bewahren. So sind seit Mai 2006
beispielsweise erste Werke der Faustsammlung der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek online verfügbar, die digital auf EMC Centera archiviert sind.
Auf der Anwendungsseite hat Adobe mit dem Dateiformat PDF
einen De-facto-Formatstandard geschaffen, der auch den Zugriff auf die
digitalen Dokumente und ihre Lesbarkeit dauerhaft sicherstellt. Vor kurzem
erfolgte die ISO-Zertifizierung des Archivierungsstandards PDF/A. Damit ist
auch juristisch sichergestellt, dass das Format unabhängig von der Lebensdauer
des Unternehmens besteht.
Zu den am Roundtable beteiligten Institutionen und
Unternehmen finden Sie unter nachfolgenden Links weiterführende Informationen:
Deutsche Nationalbibliothek:
http://www.d-nb.de
Herzogin Anna Amalia Bibliothek:
http://www.klassik-stiftung.de/einrichtungen/herzogin-anna-amalia-bibliothek.html
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek:
http://www.sub.uni-goettingen.de
Adobe Systems:
http://www.adobe.de
EMC Deutschland:
http://www.emc2.de
http://www.emc2.de/haab