Solide IT-Infrastruktur als Fundament für Healthcare
Ohne IT geht nichts – auch im Spital. Als
IT-Service-Center für die Spitäler des Kantons übernimmt das Kantonsspital St.
Gallen auf dem Weg hin zum E-Healthcare wichtige Vorreiterfunktionen.
Informatik im Spital ist essentiell – weil ohne sie
eine bedarfsgerechte, kostengünstige und effiziente Erbringung medizinischer
Leistungen unmöglich wäre. Nur, wenn Ärzte und Pflegepersonal lückenlos,
jederzeit und überall Zugriff auf alle relevanten Patientendaten haben, können
sie schnell und zielgerichtet handeln, das Wohl der Patienten ins Zentrum ihrer
Arbeit stellen.
Dabei greift die Informatik zunehmend tiefer in die
Arbeitsabläufe ein. Wurden Computersysteme im Gesundheitswesen früher
vorwiegend in einzelnen medizintechnischen Insellösungen genutzt, reicht das
Einsatzspektrum der IT heute von der Bettenbewirtschaftung bis zur
medizinischen Bildverwaltung.
Mit der Folge, dass die Komplexität der Systeme ebenso steigt
wie die Anforderungen an die Infrastruktur. So verweist etwa Rolf Trunz,
Bereichsleiter Technik der Informatik am Kantonspital St. Gallen (KSSG),
darauf, dass der Trend zu durchgängigen E-Health-Prozessen vor allem technische
Lösungen mit standardisierten IT-Services und klaren Schnittstellen bedinge.
Diese seien unabdingbare Grundvoraussetzung, um überhaupt mit ‚e-Health’
beginnen zu können.
Die damit verbundenen Aufgaben können aber die meisten
Spitäler gar nicht im Alleingang schaffen. Deshalb übernehmen einzelne Spitäler
die Vorreiterfunktion für ganze Regionen. So auch im Kanton St. Gallen. Nachdem
das KSSG bereits seit geraumer Zeit zentrale SAP- und Active-Directory-Services
(ADS) für die Landspitäler und weitere Institute betreibt, wurde es vom
gemeinsamen Verwaltungsrat der vier St. Galler Spitalregionen per 1. Januar
2008 zum IT-Service-Center für den ganzen Kanton bestimmt.
Um für die damit verbundenen, zusätzlichen Aufgaben gerüstet
zu sein, hat das KSSG jüngst drei IT-Projekte realisiert: Die Implementierung
einer neuen Storage-Infrastrukur, verstärkte Server-Virtualisierung und die
Installation eines neuen medizinischen Bildverwaltungssystems.
Storage für die Zukunft
Auch in den Spitälern wächst die Flut zu speichernder Daten.
Laut Günter Schröter, Serviceverantwortlicher Netzwerk und Server am
Kantonsspital St. Gallen, muss ein Datenwachstum von 60 bis 70 Prozent pro Jahr
bewältigt werden – basierend auf rund 105 TByte aktuell gespeicherter
Daten. Ein Wachstum, das mit der aus dem Jahr 2000 stammenden
Speicher-Installation nicht mehr zu bewältigen war.
In Kooperation mit EMC-Partner uniQconsulting arbeitete
Schröter mit seinem Team deshalb ein neues Storage-Konzept aus. Die
zentralisierte Storage-Infrastruktur mit separaten SAN-Installationen für Unix-
und Windows-basierte Anwendungen, bestehend aus diversen, auf drei Serverräume
verteilten Disk-Arrays, sollte einer Lösung mit zwei getrennten Rechenzentren
weichen, welche Speicherdienste in den Kategorien „Gold“, „Silber“ und „Bronze“
mit unterschiedlicher Verfügbarkeit anbietet.
Im Mai 2006 wurde das Projekt GATT/WTO-konform
ausgeschrieben, im Spätsommer, nach Evaluierung aller Offerten, fiel der
Entscheid zugunsten von EMC. Diese hatte, erklärt Rolf Trunz, das Angebot mit
dem überzeugendsten Preis/Leistungs-Verhältnis eingereicht und die besten
Referenzen geliefert. Letztere hätten alle geforderten Qualitätskriterien
punkto Flexibilität, Ausbaufähigkeit und Zuverlässigkeit, respektive
Verfügbarkeit bestätigt. Nach umfangreichen Tests im Herbst 2006 startete die
Implementierung, auf Anfang 2007 ging die Storage-Infrastruktur in Betrieb.
Heute, ein Jahr später, zieht Günter Schröter eine positive
Bilanz: „Ich habe selten ein IT-Projekt erlebt, das so reibungslos über die
Bühne ging. Alle Termine wurden eingehalten, es traten keine nennenswerten
Schwierigkeiten auf, die Projektleitung durch einen EMC-Spezialisten war
kompetent und effizient, der Betrieb läuft bislang absolut problemlos“, ist er
zufrieden. Zum Erfolg , so Schröter, habe nicht zuletzt auch der Lösungspartner
uniQconsulting beigetragen.
Virtualisierung als Grundsatz
Zweites IT-Projekt war der verstärkte Einsatz von
Virtualisierungstechniken am KSSG. Dieses setzt seit 2003 bei der
Bereitstellung von Serverdiensten auf virtualisierte Systeme, wobei sich die
Infrastruktur der EMC-Tochter VMware als strategische Plattform etabliert hat,
wie Rolf Trunz erklärt. Aktuell betreibt das Kantonsspital St.Gallen rund 30
leistungsfähige Host-Systeme mit jeweils vier Dual-Core-CPUs, 32 GB RAM, acht
Netzwerkkarten und 2x2 SAN-Ports, auf denen insgesamt fast 300 virtuelle Server
laufen. Dazu kommen knapp 100 virtualisierte Workstations für Entwicklungs- und
Testzwecke. Dies sei, erklärt Schröter, die gemäss VMware europaweit grösste
virtualisierte Umgebung im Healthare-Bereich.
Während bei den ersten Virtualisierungs-Projekten noch die
Ablösung veralteter Hardware im Vordergrund stand, setzt das Kantonsspital St.
Gallen heute bei neuen Serverdiensten grundsätzlich auf virtuelle Systeme.
Schröter: „Das Prinzip heisst: So virtuell wie möglich, so physisch wie nötig.
Das ist günstiger. Ich rechne mit einem Kostenvorteil von bis zu 30 Prozent
allein für die Basiskosten, von Einsparungen im Betrieb ganz zu schweigen. Und
es geht auch schneller als die Beschaffung neuer Hardware.“
Für Rolf Trunz spricht vor allem die Vielzahl der im
Spitalbetrieb benötigten Applikationen für die Virtualisierung: Anders als Industriebetriebe, die
häufig nur zwei, drei Kernapplikationen wie ERP und PPS nutzen, gäbe es Dutzende
spitalspezifischer Einzelanwendungen, die zwar sehr nützlich aber IT-seitig
auch schwierig zu verwalten seien. Mit virtualisierten Systemen könne
konsolidiert und in die übergreifenden Healthcare-Prozesse eingebunden werden,
was einst auf dezentraler Hardware irgendwo in der Klinik betrieben worden sei.
Zudem, so Trunz, wirke sich die moderne IT-Infrastruktur
positiv auf den Personalaufwand aus. Dank der standardisierten Plattform
schaffe es eine lediglich 46
Mitarbeiter umfassende IT-Abteilung (davon rund ein Dutzend IT-Techniker), mehr
als 2500 Arbeitsplätze zu betreuen.
Revisionssichere Bildverwaltung
Das dritte und jüngste IT-Projekt am Kantonsspital St. Gallen
war die Implementierung einer neuen Lösung für die Verwaltung und die
langfristige, rechtssichere Speicherung aller in der Medizin anfallenden
Bilddaten, vom klassischen Röntgenbild über EKGs und EEGs bis zum MRI-Scan. Um
auch hier für die Zukunft gerüstet zu sein, ersetzte das KSSG seine bestehende
RIS-Lösung (Radiology Information System) durch das Picture Archiving and
Communication System (PACS) „IMPAX“ von Agfa Healthcare.
Dieses bietet laut Schröter zwei Vorteile: Erstens handle es
sich bei der zentralen Hardware-Komponente „Centera“ – eine
Content-Addressed-Storage-Lösung (CAS)
von EMC – um eine revisionssichere Archivierungslösung. Zweitens
sei das System im medizinischen Bereich international verbreitet.
Anfang 2008 ging das neue PACS in Betrieb – und bereits
planen Schröter und Trunz die übergreifende Nutzung von Centera. So wollen sie
neben Bildern auch andere Datenbestände und das E-Mail-Langzeitarchiv auf die
Centera-Lösung auslagern.
Somit blieben sie auch beim PACS-Projekt der
Zukunfts-Ausrichtung verpflichtet. Anstelle einer Insel-Komplettlösung, die
üblicherweise direkt durch den Lieferant betrieben wird, entschieden sie sich
für ein System, das in die bestehende Basisinfrastruktur integrierbar ist, das
bestehende Standard-Services mitnutzt und auch in der virtualisierten Umgebung
des KSSG läuft.
„Nur auf diese Weise kommen wir den durchgängigen
E-Health-Prozessen Schritt für Schritt immer näher“, sind Schröter und Trunz
überzeugt.
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Zum Unternehmen
Kantonsspital St. Gallen
Mit 2700 Stellen und 4100 Mitarbeitenden, davon 338
Auszubildende, ist das Kantonsspital St.Gallen das sechstgrößte Spital der
Schweiz. Wobei sich hinter dem Unternehmen „Kantonsspital St.Gallen“ drei
leistungsfähige Spitäler verbergen: Das Kantonsspital St.Gallen, als
Zentrumsspital der Ostschweiz, sowie die Akutspitäler in Flawil und Rorschach,
welche die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung in den entsprechenden
Regionen sicherstellen. Das Kantonsspital St.Gallen übernimmt zahlreiche
medizinische Spezialaufgaben für die Einwohnerinnen und Einwohner von Stadt,
Kanton und den angrenzenden Regionen.
Weitere Informationen
EMC-Hardware im Kantonsspital St. Gallen
Im Kantonsspital St.Gallen werden aktuell folgende
EMC-Produkten eingesetzt
- Zwei CLARiiON CX700 (für Storage-Klasse „Gold“, RAID 1/5,
an zwei Standorten gespiegelt, FC-SCSI-Disks)
- Ein CLARiiON CX380 (für Storage-Klasse „Silber“, RAID 1/5,
nur ein Standort, FC-SCSI-Disks)
- Ein CLARiiON CX310 (für Storage-Klasse „Bronze“, RAID 5,
nur ein Standort, günstigere Disk-Technologie)
- NetWorker für Backup
- VMWare Infrastructure
- Centera mit 24 Knoten