Gut gerüstet: die Gesundheitskarte kann kommen
Universitätsklinikum Leipzig setzt auf cleveres
Informations-Management
„Mit der elektronischen Gesundheitskarte wird die vernetzte
Medizin für 80 Millionen Versicherte greifbar. Die Karte wird das Symbol für
den endgültigen Einzug der Informationsgesellschaft ins Gesundheitswesen sein,
mit der Chance auf eine bessere medizinische Versorgung.“ Dieser Ausspruch von
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt im April 2005 macht deutlich, welche
Tragweite die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte im Jahr
2006 haben wird. Nicht nur für die Patienten, sondern auch für die
Leistungserbringer im Gesundheitswesen: Ärzte, Krankenhäuser und ambulante
Pflegedienste. Angesichts der Einführung der Gesundheitskarte erwarten Experten
ein explosionsartig steigendes Datenwachstum, auf das sich die Kliniken und
Arztpraxen vorbereiten müssen. Auch das Universitätsklinikum Leipzig AöR (UKL)
steht vor dieser Herausforderung. Um auch weiterhin eine effiziente Patientenversorgung
garantieren zu können und gleichzeitig den einschlägigen gesetzlichen Vorgaben
zur Datenarchivierung genüge zu tun, hat die UKL eine Speicher- und
Archivierungs-Lösung von EMC implementiert.
In wohl jedem Krankenhaus in Deutschland ist es der gleiche
Ablauf: Ein Patient wird eingeliefert, aufgenommen und vom Pflegepersonal und
Ärzten eingehend untersucht. Falls nötig wird der Erkrankte operiert und danach
therapiert. Im Laufe seines Aufenthalts in der Klinik entstehen tagtäglich
Daten wie Anamnesebögen, Röntgen-, EKG- und CT-Aufnahmen,
Medikamentenzuteilungen oder Rezepte. Parallel dazu entstehen Daten auch in
Verwaltungsbereichen wie dem Personalwesen, Finanzen, Controlling und
Materialwirtschaft. All diese Informationen müssen vom Klinikum verarbeitet,
archiviert und gegebenenfalls auch den weiterbehandelnden Ärzten zugänglich
gemacht werden. Die Daten sind nicht zuletzt auch Grundlage für die Abrechnung
der Leistungen mit den Krankenversicherungen. „Alle Informationen, die im
Rahmen der Behandlung unserer rund 48.000 stationären und 260.000 ambulanten
Patienten entstehen, müssen in vielen Fällen rund um die Uhr und an jedem Ort
des Klinikums verfügbar sein“, sagt Dirk Jaeckel, CIO des Universitätsklinikums
Leipzig. „Neben der Kostenreduzierung ist daher die schnelle
Zugriffsmöglichkeit der verschiedenen Nutzer innerhalb des Klinikums eines
unserer strategischen Ziele.“
Zudem müssen sich Ärzte, Klinikpersonal und auch die
Patienten mit Reformen und Umstrukturierungen im Gesundheitswesen auseinandersetzen.
Notwendige Sparmaßnahmen in allen Bereichen erfordern von den Kliniken eine
hohe Kosteneffizienz und -kontrolle bei möglichst verbesserter Qualität der
medizinischen Behandlung und Pflege. Um diese Anforderungen leisten zu können,
stellen die Krankenhäuser mehr und mehr auf IT-Systeme um, welche die
ärztlichen und pflegerischen Prozesse im Wesentlichen erleichtern. Auch im
Universitätsklinikum Leipzig hat man bereits 2002 ein Storage Area Network
(SAN) auf Basis von EMC-Technologie aufgebaut, um das Datenwachstum mit einer
leistungsfähigen Informationsinfrastruktur abzufedern und die Daten verfügbar
zu halten. Um die Informationen je nach medizinischer und kaufmännischer
Anforderung aufbereiten zu können, haben die Verantwortlichen zudem ein SAP-Business-Intelligence-System
(SAP BI) eingeführt. Dieses dient sowohl der Verarbeitung von Fall- und
klassischen Bewegungsdaten als auch von Finanzinformationen aller Art zur
Unterstützung des Medizin-Controllings.
Information Lifecycle Management für SAP
Seit Implementierung des ersten SANs im Jahr 2002 haben die
Verantwortlichen die Informationsinfrastruktur des Klinikums ständig erweitert
und den wachsenden Anforderungen angepasst. Derzeit werden etwa 26 Terabyte an
Daten vorgehalten, wovon zehn Terabyte im Rahmen von Backup-to-Disk verwendet
werden. Im Zuge der Migration auf die Version 3.5 von SAP Business Intelligence
(SAP BW) Anfang 2005 dachten die Verantwortlichen auch über die Implementierung
einer Information-Lifecycle-Management (ILM)-Strategie nach. „In einer
Einrichtung wie unserer müssen alle Informationen zeitnah und entsprechend der
jeweiligen Benutzeranforderung zur Verfügung stehen“, erklärt Jaeckel. „Genau
dieses ermöglichen moderne ILM-Szenarien, die wir heute und auch in Zukunft
verfolgen werden.“ Mit der Umstellung auf das neue SAP-System haben die
Verantwortlichen der UKL im Laufe des ersten Halbjahres 2005 einen ILM-Ansatz
ausgewählt und realisiert. Dieser umfasst neben den Massendaten im SAP BI auch
die transaktionsorientierten Systeme sowie das Dokumenten-Management innerhalb
der SAP-Infrastruktur. „Ziel war es, eine Archivierungslösung zu
implementieren, die unsere Daten revisionssicher speichert und außerdem den
SAP-Nutzern transparenten Zugriff auf ihre Daten ermöglicht“, so Jaeckel. „Mit
EMC haben wir dafür den passenden Partner gefunden.“
Nachdem EMC zusammen mit dem Software-Unternehmen Outerbay
und dem Systemintegrator Perdata die Ausschreibung des Projekts gewonnen hatte,
wurde die neue Archivierungslösung innerhalb von sechs Monaten aufgebaut. Dazu
hat EMC zwei gespiegelte Centera CAS (Content Adressed Storage)-Systeme
implementiert, die speziell für die revisionssichere Archivierung
unveränderlicher Daten konzipiert sind. In der ersten Phase werden
Informationen aus dem klinischen Informationssystem des Uniklinikums –
beispielsweise Fallinformationen, DRG-Daten oder Apothekenverbräuche – in
das SAP-Business-Intelligence-System übernommen und im SAN auf
CLARiiON-Speichersubsystemen von EMC gespeichert. Gesteuert wird die Datenablage
über die EMC DatabaseXtender Software. Diese bietet einen intelligenten,
Policy-basierten Datentransfer aus überlasteten Produktionsdatenbanken über
Tiered Storage-Umgebungen, wie sie auch das Uniklinikum Leipzig im SAN
aufgebaut hat. DatabaseXtender stellt anhand der mit der jeweiligen
Fachabteilung vereinbarten Service Levels sicher, dass die Informationen immer
auf dem jeweils kostengünstigsten System abgelegt und im zweiten Schritt dann
auf der Centera archiviert werden. „Die Anwender haben trotzdem stets
uneingeschränkten und transparenten Zugriff auf die Daten“, erläutert Jaeckel.
Alle rechtlichen Anforderungen erfüllt
Auch die Daten von abgeschlossenen Prozessen aus den SAP
R/3-Modulen zum Finanzwesen und Controlling werden mithilfe der standardisierten
SAP-Archivierungsobjekte auf die Centera ausgelagert. Transparenten Zugriff
garantiert auch hier der DatabaseXtender. Nach Abschluss des Projekts im
Dezember 2005 steht dem Uniklinikum Leipzig eine Informationsinfrastruktur zur
Verfügung, die neben der Archivierung von SAP-Daten und -Dokumenten auch die
intelligente und transparente Wiederherstellung der archivierten Informationen
ermöglicht. Durch die frühzeitige Archivierung der SAP-Daten wird zudem
wertvoller Speicherplatz auf den Online-Systemen frei. DatabaseXtender sorgt
für eine verbesserte Performance des gesamten Systems: „Die Zugriffszeiten auf
die Produktivdaten und auch auf die archivierten Informationen haben sich
erheblich verkürzt“, bestätigt Jaeckel. „Trotz Archivierung bleibt der Zugriff
für die Benutzer jederzeit gewährleistet.“ Auch auf die Backup-Strategie der
UKL hat die neue EMC-Lösung unmittelbar positiven Einfluss: „Durch die
Archivierung verringert sich schlicht und einfach das Datenvolumen, das im
Rahmen des Backup mit dem EMC NetWorker gesichert werden muss. Die
Kosteneinsparungen, die wir durch die Einrichtung der Archivierungs-Lösung
erzielen konnten, sind schon nach den ersten Wochen und Monaten sichtbar.“
So ist Jaeckel sehr zuversichtlich, dass die Prozesse um die Einführung
der elektronischen Gesundheitskarte, mit denen er sich zusammen mit seinem Team
derzeit aktiv beschäftigt, gut beherrscht werden: „Wir sind gerüstet und können
das zu erwartende Datenwachstum gut abfangen und managen.“ Auch um die
Compliance-Anforderungen, die mit Einführung der elektronischen
Gesundheitskarte wieder auf die Agenda der Öffentlichkeit kommen werden, macht
sich Jaeckel keine Sorgen mehr: „Mit der Lösung von EMC können wir alle
geltenden Vorgaben bezüglich der Datenaufbewahrung voll erfüllen, sowohl
medizinisch als auch im Rahmen der GdPDU.“
Profil Universitätsklinikum Leipzig
Das Universitätsklinikum Leipzig ist führend in allen Fragen
der modernen Medizin, greift auf die modernsten Behandlungsmethoden zurück und
verfügt über neueste Geräte und Apparaturen zur ganzheitlichen medizinischen
Behandlung der Patienten. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller 28
Kliniken und Polikliniken können die oftmals vielfältigen Ursachen von
Erkrankungen umfassend diagnostiziert sowie über Fachgebietsgrenzen hinweg
therapiert und geheilt werden.
Insgesamt rund 3.000 Mitarbeiter (Ärzte, Pflege- und
Verwaltungspersonal, Dienstleister in Serviceeinrichtungen von der Küche bis
zum Kosmetikstudio) arbeiten in der Universitätsklinik Leipzig. Alle tragen
ihren Teil dazu bei, dass jährlich rund 260.000 Patienten ambulant, 44.500
vollstationär und 2.200 teilstationär behandelt werden können.
Die Anforderungen
- Effiziente
Archivierungslösung für SAP-Daten
- Reduzierung der Datenmengen
beim Backup
- Erfüllung der geltenden
Compliance-Anforderungen
- Bessere Verfügbarkeit der
Datenbestände
Die Lösung
- EMC DatabaseXtender for SAP
- EMC NetWorker für Backup
und Recovery
- EMC CLARiiON CX500, CX600
- EMC Centera