Schneller am Markt – mit System
Dokumenten-Management und Archivierung beschleunigen
die Erforschung und Zulassung von
Medikamenten
In kaum einer Branche ist die Terminierung der
Markteinführung so entscheidend wie im Pharmabereich. Bei einem Block Buster
Medikament kann jeder Tag, den das Produkt später auf den Markt gebracht wird
schnell über 1 Million Euro kosten. Jede Neuentwicklung eines Medikamentes ist
mit aufwändigen Zulassungsverfahren verbunden. Pharmaunternehmen müssen den
Behörden hierfür exakte Auskünfte zu Labordaten, Ergebnissen aus medizinischen
Tests sowie allen erstellten Studien und Untersuchungen liefern. Früher war es
eine wochenlange Prozedur, die erforderlichen Dokumente jahrelanger
Forschungsarbeit aus den Archiven zusammenzustellen. Anschließend wurden enorme
Papiermengen per LKW an Behörden zugestellt. Heute sind Archivierungs- und
Dokumenten-Managementsysteme (DMS) im Einsatz, welche die Beschleunigung der
Zulassungsprozesse vorangetrieben haben. Eine Entwicklung, die nicht zuletzt
Patienten zu Gute kommt, die auf eine baldige medizinische Hilfe bei bisher
unheilbaren Krankheiten hoffen.
Bereits 1995 entschied sich die Bayer AG, eine DMS-Lösung von
Documentum schrittweise konzernweit als Standard einzuführen. Der Unternehmensbereich
Bayer HealthCare folgte dieser Strategie unmittelbar mit einer klaren
Zielsetzung: klinische Erprobungsphasen sollen optimiert, allgemeine
Zulassungsverfahren verkürzt werden. Mit dem Einsatz eines intelligenten und
effizienten Dokumenten-Managements sollte der Abstimmungsprozess zwischen
Forschungsergebnissen und Markterprobungsphase über digitale Kommunikationswege
optimiert werden.
Gemeinsam mit dem Systemintegrator Phoenix wurde das neue Electronic
Archiving System EASY auf Basis der EMC Documentum Plattform eingeführt und
schrittweise weiterentwickelt. „Mit Erfolg“, resümiert Dr. Lars Johannsen,
Leiter des Dokumenten-Managements für die globale Pharma-Forschung und
-Entwicklung bei Bayer HealthCare. „Die Zugriffszeiten haben sich im Vergleich
zum Vorgängersystem um einen Faktor von 50 bis 100 beschleunigt, ohne dass
dabei die Datensicherheit beeinträchtigt wird“.
Lange Wartezeiten sind passée
Früher füllten die für die Medikamentenentwicklung relevanten
Datenmengen ein zentrales Papierarchiv. Der erste Schritt zur Digitalisierung
der Daten lief über ein intern entwickeltes System. Alle relevanten
Informationen wurden manuell gescannt und als TIFF-Images aufbewahrt. Die
Dateien waren so groß, dass alleine ihr Herunterladen zu langen Wartezeiten führte.
In punkto Prozessbeschleunigung ist das neue Archivierungssystem mit seinen
automatisierten Prozessabläufen für die Mitarbeiter von Bayer HealthCare heute
unverzichtbar. Über Documentum werden Dokumente, die Wissenschaftler in der
Forschung und bei der Produktentwicklung erstellen – überwiegend
Microsoft Worddateien – automatisiert in pdf-Dateien gewandelt und sind
in diesem Format rasch abrufbar. Dies betrifft sowohl interne Informationen
(Intellectual Property) als auch öffentliche Berichte und Materialien. Im
Bereich Forschung werden beispielsweise auch Informationen zu den neuesten
Entwicklungsergebnissen als Meeting Minutes für einen internen Nutzerkreis in
einem Documentum-Repository abgelegt. Die Zusammenstellung und Übermittlung
dieser Daten beansprucht heute je nach Komplexität Minuten oder maximal Stunden
statt ehemals Wochen.
Weltweiter Datenzugriff
Die Anwendungen und Informationen sind heute über das
Intranet zugängig und stehen Bayer-Mitarbeitern weltweit online zur Verfügung.
Die Suchmaske ist im Bayer-Look gestaltet, sodass der Anwender nicht einmal
merkt, dass er auf einer Documentum-Plattform arbeitet. Dr. Johannsen
bestätigt: „Berührungsängste, die technisch weniger versierte Mitarbeiter beim
Einsatz von für sie neuen oder komplexen Systemen haben, werden somit
vermieden.“
Auch entsprechenden externen Stellen wie Behörden oder
Bayer-Partnern können die elektronischen Dokumente übermittelt werden. So zum
Beispiel Forschungsberichte, die das Unternehmen zur Zulassung von Neuentwicklungen
einreichen muss oder auch die Dokumentation von Medikamenten, die bereits auf
dem Markt sind. Denn auch sie stehen weiter unter strenger Beobachtung der
Behörden. Hersteller müssen für Überprüfungen jederzeit in der Lage sein, die
Chronik eines Medikamentes mit sämtlichen wissenschaftlichen Details zur
Verfügung zu stellen. Eine über die Documentum-Plattform realisierte
Sicherheitsstruktur regelt die gestaffelten Zugangsrechte. Eine exakte
Indizierung der Dokumente erleichtert die Suche nach ihnen.
Von der Planung, über die Zulassung bis zur Produktion eines
Medikamentes vergehen im Durchschnitt zehn bis zwölf Jahre. Diesen
Anforderungen wird das System gerecht und gewährleistet daher auch, dass die
extrem kritischen Qualitäts- und Rechts-Standards nicht durch nachträgliche
System-Modifikationen angetastet werden. Jede Modifikation durchläuft einen
speziellen Freigabeprozess, sodass das System beispielsweise den strengen
Anforderungen der amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) genügt.
Erweiterungen in Planung
Die zukünftige Entwicklung des DMS bei Bayer HealthCare
basiert auf der Documentum-Plattform. An den erforderlichen Stellen werden
andere und alte Systeme nach und nach durch Documentum abgelöst. Zudem werden
immer wieder neue Anwendungen entwickelt bzw. weitere Documentum-Lösungen
eingeführt. „Documentum besitzt als Plattform für unser weltweites
Dokumenten-Management in Forschung- und Entwicklung eine wachsende strategische
Bedeutung“, bestätigt Dr. Andreas Staudt, Leiter Global Bayer HealthCare
Organization & Information, Asia Pacific and Japan, und weltweit
verantwortlich für die Dokumentenmanagement-Strategie von Bayer HealthCare. So
steht in diesem Jahr die nächste Aktualisierung und Anpassung von EASY auf die
neueste Version der Documentum-Plattform 5.3 an, um weitere Archive zu integrieren.
Außerdem hat sich der punktuelle Einsatz der Kollaborations-Lösung eRoom
bewährt und soll für die Optimierung der weltweiten Teamarbeit ausgeweitet
werden. Ein globales System zur Labelverwaltung wird bereits mit einem
Documentum-Partner entwickelt. Darüber hinaus führt Bayer HealthCare die Enterprise
Content Integration Services (ECIS) von EMC Documentum zur Klassifizierung und
Suche von Inhalten ein.