Nutzen von ILM-Projekten
Was bringt ILM?
Um Kosten zu senken, haben Organisationen in der Vergangenheit Projekte
verschoben, Budgets gekappt oder Personal reduziert. Diese Maßnahmen setzen
Datenwachstum und zunehmender Komplexität von IT-Umgebungen nur wenig entgegen.
Gefordert wird neben mehr Sicherheit, Verfügbarkeit und Leistung auch die
stringente Einhaltung von Unternehmens- und Branchenrichtlinien. Einzelne
Maßnahmen und Projekte, die jeweils voneinander losgelöst die Total Cost of
Ownership (TCO) senken sollen, bewältigen den Konflikt zwischen Wachstums- und
Kostenverwaltung immer weniger. Integrierte Konzepte wie ILM (Information
Lifecycle Management) berücksichtigen Aspekte wie Konsolidierung, mehrstufiges
Speichern nach Datenklassen, Enterprise Content Management und revisionssichere
Archivierung insgesamt. Nur so entsteht eine Umgebung, die Informationen gemäß
ihrer Relevanz für die Geschäftsprozesse effizient verwaltet. Zunehmend werden
ILM-Konzepte in vielen Unternehmen Realität, denn Server-, Speicher-, DMS- und
Archivierungs-Experten bieten verstärkt integrierte Lösungen an.
Konsolidierung als erster Schritt
Praktisch jedes Projekt zur Senkung der Infrastrukturkosten
beginnt mit der Konsolidierung der Speicher- und Server-Landschaft. Das durch
Konsolidierung erreichte zentrale Management verheißt Einsparungen durch mehr
Arbeitsproduktivität, Auslastung der vorhandenen Ressourcen, Rückgang des
Flächenbedarfs im Rechenzentrum, geringere Schulungskosten und weniger Ausgaben
für Software-Lizenzen verschiedener Hersteller (siehe Kasten „Erst kalkulieren,
dann investieren“).
Durch die Zentralisierung des Server-Speichers auf
Symmetrix-Systeme hat beispielsweise der Datenbankhersteller Oracle sowohl den
Stromverbrauch als auch die Nutzfläche im Rechenzentrum um 30 Prozent
verringert und den für Computer-Vorgänge geleasten Speicherplatz um 80 Prozent
reduziert. Auch beim schwedischen Stromversorger ALSTOM zahlt sich die
Konsolidierung aus: „Durch unsere Investition in die Speicherinfrastruktur von
EMC dürften wir über die nächsten drei Jahre in der Lage sein, ein jährliches
Wachstum von 30 bis 40 Prozent zu bewältigen, ohne auch nur einen neuen
Mitarbeiter einzustellen - was für uns eine enorme Einsparung bedeutet“, fasst
IT-Leiter Johan Sundberg zusammen.
Speicherstufen bringen wirtschaftliche Vorteile
Nachdem die IT-Infrastruktur konsolidiert wurde, können
Unternehmen durch die Einführung einer mehrstufigen Speicherarchitektur (Tiered
Storage) weitere Sparpotenziale erschließen. Hintergedanke ist dabei, dass die
einzelnen Informationen gemäß ihrem Geschäftswert auf unterschiedlichen
Speichern abgelegt und somit auch die Kosten differenziert ausgewiesen werden
können. Ist der tatsächliche Wert der Informationen bekannt, können
Speicherinvestitionen gezielt geplant werden und zur Senkung der TCO beitragen.
Folgendes Rechenbeispiel verdeutlicht die Sparmöglichkeiten durch
differenzierte Speicher-Levels:
Ein Unternehmen hat für seinen hochverfügbaren primären
Speicher auf High-End RAID-Systemen etwa 40 Euro pro Gigabyte (GB) gezahlt. Im
Low-End speichert es auf ATA-Platten ein GB für etwa 8 Euro. Die Tape-Sicherung
kostet maximal 3,30 Euro pro GB. Mit Hilfe von definierten Regeln für die
Wertigkeit von Daten kann das Unternehmen ausgewählte Dateien automatisch von
teuren auf preisgünstige Medien verlagern. Fünf Terabyte auf dem Primärsystem
belegen also Kapazitäten im Wert von rund 200.000 Euro. Wenn 80 Prozent dieser
Daten (vier Terabyte) nicht aktiv genutzt werden, können sie auf günstige
Platten für nur 8 Euro pro GB ausgelagert werden. Unter dem Strich ergibt sich
ein Einsparpotenzial von 130.000 Euro. Zudem können Service-Level Agreements so
noch leichter zugeordnet und intern an die Fachabteilungen weiterberechnet
werden.
Auch ein Backup, das Daten nicht unterscheidet, verursacht
unnötige Kosten. Die Geschwindigkeit der Wiederherstellung sollte ebenfalls auf
die Relevanz der Informationen abgestimmt sein. Für das oben genannte Beispiel
hieße das, dass das Backup der fünf Terabyte auf den Hochleistungssystemen etwa
zehn Stunden dauert. Reduziert man diesen Datenbestand um die inaktiven vier
Terabyte, würde die Sicherung nur noch etwa zwei Stunden in Anspruch nehmen.
Bei der Rücksicherung von fünf Terabyte vergehen etwa 14 Stunden. Werden nur
die wichtigen Informationen mit einer Kapazität von einem Terabyte wieder
hergestellt, dauert der Vorgang nur noch 2,8 Stunden. Über ihre Erfahrungen mit
einer abgestuften Sicherheitsstrategie berichtet Carole Stelle Sherman,
Director of Data Center Operations des Staates Michigan: „Indem wir die
Anforderungen unserer heterogenen IT-Infrastruktur auf die passend abgestuften
Storage-Bausteine und -Software abstimmen konnten, haben wir unsere
Datenverfügbarkeit über die Applikationen hinweg deutlich verbessert. Über
Backup-to-Disk stellen wir nicht ganz so wichtige Anwendungen etwa fünfzehnmal
schneller wieder her wie früher.“
Auch Zeljko Kaurin, Leiter IT-Operations Center bei der
ING-DiBa, ist optimistisch, dass die Einführung von Tiered Storage und die
Automatisierung von Prozessen die Kosten deutlich senken wird: „Wir werden
sicherlich Zeit und Kosten einsparen. Beispielsweise bei der Löschung von
Daten, die jetzt mehrere Stunden dauern kann. Mit der Centera von EMC
funktioniert dies per Mausklick.“
Intelligente Datenverwaltung mit ECM
Eine mehrstufige Speicherinfrastruktur bedeutet zwangsläufig
auch, dass die Verwaltung der Informationen komplexer wird. Daten müssen
zwischen den Ebenen verschoben werden, ohne die Verknüpfung zu den
Applikationen zu unterbrechen. Vor allem aber stellt sich die Frage, wann die
Informationen migrieren sollen und vor allem wer dies kontrolliert. Bei den
schnell wachsenden unstrukturierten Daten wie Bildern, Videos, Word-Dokumenten
sowie in Exchange-Umgebungen wird diese Aufgabe schnell unüberschaubar. Daher
ist eine Automatisierung solcher Prozesse unerlässlich. So verwaltet und
verschiebt ein zentrales Enterprise Content Management (ECM) unstrukturierte
Daten anhand von definierten Unternehmensrichtlinien. So spart beispielsweise die
Landeskrankenhilfe in Lüneburg Zeit und Administrationskosten durch sein
unternehmensweites ECM, in das sämtliche Dokumente sofort bei der Entstehung
eingespeist werden. „Das spart zeitraubende Erfassungstätigkeiten, vermeidet
Fehler bei der Kostenabrechnung und ermöglicht zudem umfangreichere Methoden
bei der Rechnungsprüfung“, konstatiert Edmund Kisicki, Hauptabteilungsleiter
Datenverarbeitung/Organisation bei der Landeskrankenhilfe.
Auch in Datenbanken oder in Anwendungen wie SAP lassen sich
Archivierungsprozesse automatisieren. Die Techem AG, Europas führender
Dienstleister der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, übernimmt beispielsweise
wichtige SAP-Daten ohne ein teures Dokumenten-Management-System direkt in das
Langzeitarchiv Centera von EMC. „Ein Dokumenten-Management neben der geplanten
Oracle Collaboration Suite hätte viele Doppelungen zur Folge gehabt. Zusätzlich
hätten wir permanent entscheiden müssen, in welche Anwendung wir welche Daten
integrieren“, erklärt Thomas van Kan, Systemanalytiker Information Systems bei
der Techem Energy Services GmbH & Co. KG.
Sicher archivieren
Ein besonderes Augenmerk in einer mehrstufigen
Speicherinfrastruktur sollte auf die Archivierungsebene gerichtet werden. Das
Datenwachstum insgesamt, aber vor allem die zahlreichen Auflagen der Behörden
führen dazu, dass Unternehmen heute immer größere Datenarchive anhäufen. Dabei
müssen sie teilweise besondere Anforderungen an Revisionssicherheit und
endgültige Datenlöschung erfüllen. Für diese Herausforderungen braucht es
Systeme, die sich einerseits für die Konsolidierung der Unternehmensarchive
eignen, andererseits aber auch den Compliance-Richtlinien genügen. Das
sogenannte Content Addressed Storage (CAS)-Konzept garantiert die Authentizität
und Integrität der Daten nach dem Speichervorgang. Hans-Joachim Frühwald,
Gruppenleiter DMSE bei der Sparkasse Erlangen, bringt die Vorteile der
EMC-Centera gegenüber optischen Archiven auf den Punkt: „Klarer Preisvorteil,
geringerer Platzbedarf und problemlose Skalierbarkeit bis in den
Petabyte-Bereich.“ Seit Microsoft das vernetzte Speichern unterstützt, lassen
sich auch Daten aus verteilten Exchange-Umgebungen zentral sichern, was
wiederum die Auslastung der vorhandenen Speicher verbessert und Backup- und
Wiederherstellungsvorgänge differenzierter beziehungsweise einfacher werden
lässt. Inzwischen gibt es auch für kleine und mittlere Betriebe Komplettpakete
für die wichtigsten Storage-Aufgaben speziell in Exchange-Umgebungen. Ute Kühn,
Marketingleiterin beim Distributor Adiva, verspricht sich insbesondere von der
integrierten Software für die E-Mail-Archivierung messbare Vorteile: „Die Total
Cost of Ownership für einen neu aufgesetzten Exchange-Server dürften durch die
Eliminierung von Duplikaten im Schnitt um ein Drittel sinken.“
ILM – effizienter Speichern
Um die genannten Kostensenkungspotenziale zu nutzen, sind
Lösungen nötig, die Speicher-, DMS- und Archivierungstechnologien zu einem
modernen Informations-Management zusammen führen. 2003 machte EMC mit der
Übernahme von Legato und Documentum Schlagzeilen. Heute entwickelt der
Speicherriese gemeinsam mit beiden Software-Experten kontinuierlich Lösungen,
die Kunden helfen, Kosten zu senken und eine ILM-Strategie für ihre
strategischen Anwendungen aufzusetzen. Software-Funktionalitäten, die speziell
auf das Informations-Management ausgerichtet sind, ermöglichen eine
regelbasierte Verschiebung von strukturierten (in Datenbanken) und
unstrukturierten (Text-, Bild-, Audio oder Video-Dateien) Daten. Entsprechend
ihrem sich verändernden Wert und Service Level werden Informationen in einer
mehrstufigen Speicherumgebung vorgehalten. Dadurch lässt sich für Oracle-,
Sybase-, PeopleSoft- oder Microsoft Exchange-Anwendungen eine höhere
Performance erzielen, ohne dass Nutzer weitere Ressourcen benötigen. Die Toyota
Motorsport GmbH hat den Grundstein für ILM vor zwei Jahren gelegt und sichert
ihre Daten in einer dreistufigen Infrastruktur. „Vom kontinuierlichen Ausbau
unserer ILM-Strategie erwarten wir Kosteneinsparungen von bis zu 50 Prozent,
indem wir das Datenwachstum auf den Produktivsystemen von derzeit 75 auf 35
Prozent reduzieren“, sagt Thomas Schiller, General Manager IT & Process
Administration bei TMG.
Erst kalkulieren dann investieren
Einen groben Überblick über den Return-on-Investment (ROI)
oder die Gesamtkosten (TCO) für den Aufbau einer vernetzten Speicherlösung
verschafft der sogenannte TCO-Calculator von EMC. Unter dem Link
www.emc.com/forms/commercial/roi_calculator/project.jsp
bietet der Speicherhersteller ein Tool an, dass Einsparungen
durch erhöhte Verfügbarkeit, bessere Produktivität der Mitarbeiter und
reduzierte Hardware-Kosten schätzt.