Das Wissen nutzen
Handys und PDAs, RFID-Funkchips, digitale Gesundheitskarte
und elektronischer Personalausweis – Informationstechnologien nehmen in
unserem Lebensalltag einen immer größeren Raum ein.
Der Paketdienst lässt sich die Auslieferung auf einem
Signatur-Pad quittieren, der Ableseservice für Strom, Gas und Wasser liest die
Zählerstände per Funk aus und speist die Daten direkt in die Abrechnungssysteme
ein und der Versicherungsagent erstellt sein Angebot beim Kunden auf dem
Laptop. Ein großer Teil heutiger Dienstleistungen wäre ohne digitale
Informationssysteme nicht denkbar. Eine Folge dieser Entwicklung ist ein immer
schneller voranschreitendes Datenwachstum. Doch der Wert der gesammelten
Informationen ist null und nichtig, wenn sie nicht aufbereitet und
weiterverarbeitet werden. So wäre es beispielsweise fatal für Versicherungen,
wenn sie ihre historischen Kundendaten nicht bei der Kalkulation neuer
Versicherungspolicen einbeziehen könnten. Ebenso wichtig ist die Beurteilung,
welche Daten überhaupt aufbewahrt werden sollen und welche Service Levels dabei
anzuwenden sind. Muss die Mail mit einer privaten Verabredung eines
Mitarbeiters genauso behandelt werden wie der ebenfalls per E-Mail erteilte
Projektauftrag? Hierbei spielen Geschäftsprozesse genauso eine Rolle wie
Compliance-Richtlinien.
Die zunehmende Komplexität der Informationsinfrastrukturen
erfordert ein hohes Maß an Wissen über die Zusammenhänge, die sich über
Prozesse, Netzwerke, Systeme und Anwendungen hinweg erstrecken. Eine Folge ist,
dass bei sinkenden Hardware-Preisen die Kosten für die Verwaltung der
Infrastruktur kontinuierlich steigen. Wer die Kosten in den Griff bekommen und
gleichzeitig sicherstellen will, dass die Informationen bedarfsgerecht erfasst,
gespeichert, aufbereitet und verfügbar gemacht werden, muss dementsprechend bei
der Verwaltung seiner Informationen die gesamte IT-Landschaft im Blick haben.
Service-Ziele für Informationen
Die Bereitstellung von Informationen für die Arbeitsabläufe
setzt auf unterschiedlichen Ebenen an. Im ersten Schritt erfolgt eine Analyse
sämtlicher Anwendungen und Daten im Unternehmen hinsichtlich ihres Wertes für
die Geschäftsprozesse und ihrer Anforderungen wie Verfügbarkeit,
Archivierungsfristen, Zugriffsbeschränkungen usw. Dies ist Voraussetzung, um
konkrete Service-Ziele zu formulieren und in der Informationsinfrastruktur
abzubilden. Darüber hinaus werden die Informationen anhand von Metadaten
Prozessen und Applikationen zugeordnet. Ändert sich im weiteren Zeitverlauf der
Wert der Information, wandern die Daten auf Basis eines Regelwerks automatisch
auf eine neue Infrastrukturebene, um stets die aktuell erforderlichen
Anforderungen zu erfüllen – bis hin zur Löschung, wenn die Information
nicht mehr gebraucht wird.
Durch die Segmentierung der Informationsinfrastruktur nach
Anforderungsebenen ist die Komplexität der IT erheblich gestiegen. Zusätzliche
Herausforderungen entstehen durch die Verbreitung von mobilen IT-Lösungen sowie
von standortübergreifenden Arbeitsabläufen. Damit verbunden ist ein erheblicher
Management-Aufwand. Abhilfe versprechen Lösungen, die viele Verwaltungsaufgaben
automatisieren. Dies erfordert ein Zusammenspiel verschiedener Anwendungen für
beispielsweise Storage Management, Ressourcen-Management, Enterprise Content
Management, Backup oder Archivierung.
Verwaltung der Infrastruktur
So ist die Basis für ein effizientes Informations-Management
die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur selbst. Deshalb müssen Fehler bereits
frühzeitig erkannt und behoben werden. Eine Wechselwirkung zwischen Netzwerk,
Hardware und Anwendungen sowie die Auswirkungen von Ausfällen auf die
Unternehmensabläufe sind aufgrund ihrer Komplexität oft nur schwer
nachvollziehbar. Fällt beispielsweise ein Switch aus, ist möglicherweise die
Bestellfunktion eines Online-Shops nicht mehr erreichbar. Die Folge sind
erhebliche Umsatzeinbußen – bis das Problem behoben ist. Automatisierte
Management-Lösungen wie EMC Smarts InCharge für das Netzwerk oder EMC
ControlCenter für die Speicherumgebung kontrollieren jeweils ihre Bereiche der
IT-Landschaft umfassend. Unternehmen sind somit in der Lage, Probleme
frühzeitig aufzudecken, sie exakt zu benennen und damit kostspielige
Ausfallzeiten sowie langwierige Fehleranalysen zu vermeiden. Eine Integration
beider Lösungen wird in Zukunft dem Kunden noch tiefere und bessere
Möglichkeiten für ein umfassendes IT-Management bieten.
Auf diese optimierte Infrastruktur setzen sodann die Prozesse
zur Verwaltung der Informationen auf. Virtualisierungstechnologien ermöglichen
die freie Mobilität der Daten, ohne den Zugriff der Anwendungen zu
unterbrechen. Backup- und Archivierungslösungen sorgen für die Sicherheit der
Geschäftsprozesse und die langfristige Aufbewahrung relevanter Informationen.
Durch Enterprise-Content-Management-Plattformen werden Daten und Dokumente
erfasst, strukturiert und bedarfsgerecht verteilt. Damit diese Lösungen
reibungslos zusammenarbeiten, ist der Aufbau eines Regelwerkes nötig. Dieses
setzt die Informationen, ihre Service-Level-Anforderungen und die IT-Infrastruktur
in Beziehung zueinander. Auf dieser Basis können Verwaltungsaufgaben wie das
Verschieben von Informationen oder ihre Aufbereitung für die Ausgabe auf einem
mobilen Endgerät automatisiert werden.
Der Bedarf bestimmt die Form
Am Ende kommt es darauf an, dass die Nutzer ihre Daten je
nach Kontext und Situation direkt verwerten können. Wenn also ein
Außendienstmitarbeiter einer Versicherung einen neuen Vertrag für so komplexe
Produkte wie eine Lebensversicherung aufsetzt, kann er im Idealfall vom
Wohnzimmer des Versicherungsnehmers direkt auf das Bestandsführungssystem der
Zentrale zugreifen und erhält die spezifischen Konditionen, die für den Kunden
aufgrund der zentral gesicherten Versicherungshistorie, persönlicher Daten und
anderer relevanter Parameter gültig sind. Das Angebot wird direkt beim Kunden
kalkuliert und ausgedruckt, so dass alle Beteiligten auf den umständlichen
Postversand verzichten können.
(6.059 Zeichen)
Bildmaterial (Favorit von U. Ebers):
Landkarte/Labyrinth, auf der der schnellste Weg von A nach B
eingezeichnet ist
Alternativ:
Zielscheibe
Forscher grübelt inmitten dicker Wälzer