Schnellere Backup- und Recovery-Prozesse
Sicher? Sicher!
Die effiziente Sicherung und Wiederherstellung von Daten
stellt Unternehmen aller Größenordnungen seit Jahrzehnten vor immer neue
Herausforderungen. Lange Zeit betrachteten Administratoren Backup-Vorgänge als
notwendiges Übel, das in der Regel nur sehr langsam vorangeht, mit viel Aufwand
verbunden ist und dessen Verlässlichkeit in vielen Fällen zu wünschen übrig
lässt. Auch unter Kostengesichtspunkten war der Bereich Backup und Recovery
lange einsame Spitze innerhalb der IT: Nahezu zwei Drittel aller Aufwendungen
für Speicher-Management entstehen laut einer Studie der META Group durch
fehlgeschlagene Backup-Prozesse, ausgefallene Bandlaufwerke oder Medienfehler.
Die zunehmende Datenflut in den Unternehmen und strenge
gesetzliche Regelungen zur revisionssicheren Archivierung und Sicherung von
Daten tun ein Übriges. Sie zwingen die Verantwortlichen, ihre Backup-Strategien
zu überdenken und neu aufzusetzen. Neue Technologien und Software-Lösungen unterstützen
sie dabei, ein verlässliches, effizientes Backup einzuführen, das den
geschäftlichen Anforderungen und gesetzlichen Richtlinien entspricht.
Allein die immens steigenden Informationsmengen in den
Rechenzentren zwingen die Administratoren dazu, neue Verfahren und Strategien
beim Backup zu implementieren. Marktforscher rechnen mit einem
durchschnittlichen Datenwachstum von 50 Prozent und mehr. Die Datensicherung
dauert folglich immer länger. Gleichzeitig werden in vielen Unternehmen die zur
Verfügung stehenden Backup-Fenster reduziert, um wertvolle Netzwerk-Bandbreiten
für andere Geschäftsprozesse nutzen zu können. Ähnlich strenge Vorgaben gelten
für die Wiederherstellung im Falle eines Datenverlusts oder Ausfalls der
Produktivsysteme. Viele Unternehmen fordern von ihren IT-Verantwortlichen die
Garantie, verlorene Informationen nach einem Ausfall innerhalb von Minuten
wiederherstellen zu können anstelle von Stunden oder gar Tagen. Diese
Anforderungen und Service Levels einzuhalten, wird für die IT-Abteilungen und
Administratoren zunehmend schwierig.
Konkurrenzdruck und die Anforderungen einer dank Internet
global operierenden Geschäftswelt zwingen die Unternehmen dazu, über eine
Business-Continuance-Strategie nachzudenken, die eine Geschäftstätigkeit möglichst
rund um die Uhr erlaubt. Kein international tätiges Unternehmen kann sich
längere Ausfälle der IT oder gar Datenverluste leisten – noch dazu in
Zeiten, in denen die Anforderungen des Gesetzgebers hinsichtlich Aufbewahrung
und Löschung der unterschiedlichen Klassen von Informationen immer umfassender
werden. Daher spielen Datensicherung und -wiederherstellung eine zentrale
Rolle. Hinzu kommt häufig die neue Vorgabe, die Geschäftsprozesse effizienter
zu gestalten. In vielen Unternehmen wird jeder einzelne Geschäfts- und
IT-Prozess unter die Lupe genommen mit dem Ziel, diesen zu beschleunigen und
die Kosten zu senken. Backup und Recovery stehen dabei oft an erster Stelle,
denn Analysten zufolge verbringen IT-Abteilungen drei Viertel ihrer Zeit mit
der Sicherung und Wiederherstellung von Daten. Dies bekräftigt Anders Lofgren
von Forrester Research: „75 Prozent des Storage Managements sind Backup und
Recovery, wobei 30 Prozent aller Recovery-Operationen fehlschlagen, weil das
entsprechende Backup vermasselt wurde.“ Die Storage-Branche reagiert mit neuen
Technologien und Strategien auf diese Herausforderungen und unterstützt
Unternehmen dabei, ihre Daten verlässlich zu sichern und innerhalb kürzester
Zeit wiederherzustellen.
Service Levels beim Backup
Ziel einer Backup- und Recovery-Strategie sollte eine
Informationsinfrastruktur sein, die jederzeit Zugriff auf die Unternehmensdaten
ermöglicht. Dabei sind nicht alle Daten und Applikationen gleich wichtig.
Unabhängig von der Unternehmensgröße ist es daher im Sinne eines Information
Lifecycle Managements (ILM) wichtig, eine Einstufung und Klassifizierung der
Applikationen und Daten vorzunehmen. Entsprechend der Wichtigkeit legen die
Verantwortlichen Service Levels fest, die Aspekte wie Backup-Zeiten, Häufigkeit
und Umfang der Datensicherungen sowie garantierte Wiederherstellungszeiten
umfassen. Ist dies geschehen, geht es an die Auswahl der richtigen Lösungen für
die jeweilige Unternehmens-Infrastruktur.
Tape oder Disc?
Herkömmliche Ansätze mit mehreren Backup-Servern und
Bandlaufwerken können in der Regel aktuelle Recovery-Anforderungen nicht mehr
erfüllen. Auch das schlichte Hinzufügen von Kapazitäten oder die Verminderung
der Anzahl von Backups ist kaum akzeptabel, denn so entstehen höhere Kosten und
eine höhere Komplexität der Infrastruktur. Um die Zuverlässigkeit und
Performance des Backups zu optimieren, braucht es ein Zusammenspiel von
Hardware und der entsprechenden Management-Software. Hardware-seitig haben
sowohl Bandlaufwerke als auch Disk-basierte Backup-Systeme ihre Berechtigung.
Bandlaufwerke sind mit Kosten von unter einem halben Cent pro Megabyte nach wie
vor unschlagbar günstig, haben aber in punkto Performance eine Reihe von
Nachteilen. Backup-to-Disk-Lösungen hingegen bieten wesentlich höhere Sicherungs-
und Wiederherstellungs-Geschwindigkeiten. Zwar liegen die Kosten mit etwa 2,5
Cent pro Megabyte noch über denen für Tape-Lösungen. Mit dem schneller
werdenden Verfall der Festplattenpreise jedoch wird dieser Nachteil in naher
Zukunft egalisiert sein. Aufgrund dessen scheinen sich die Platten-basierten
Lösungen immer mehr durchzusetzen. Laut einer Umfrage von Goldman Sachs (IT
Spending Survey) aus dem Januar 2005 planen 71 Prozent der befragten
Unternehmen den Einsatz von Disk-basierten Backup-Lösungen innerhalb der
nächsten zwölf Monate.
Archivierung als Teil der Backup-Strategie
Unabhängig von der Wahl des Speichermediums gibt es eine
weitere Möglichkeit, die Datensicherung zu optimieren. Seit einiger Zeit
verfolgt EMC einen Ansatz, der über die üblichen Backup-Strategien hinausgeht.
Das Unternehmen verbindet Backup und Recovery mit einer Archivierungslösung,
auf die die Applikationen in der Produktiv-Umgebung zugreifen können. „Es kommt
häufig vor, dass im Rahmen eines herkömmlichen Backups Daten wieder und wieder
gesichert werden, die seit geraumer Zeit gar nicht mehr verändert wurden“,
beschreibt Marc-Philipp Kost, Centera Business Manager Germany bei EMC. „Lagert
man diese Daten auf ein Online-Archivsystem wie Centera aus, verringert sich das
im Backup zu sichernde Datenvolumen erheblich.“ Der Nutzen einer solchen
Strategie ist offensichtlich: Speicherplatz auf den teuren Aktivsystemen wird
frei, die Speicherkosten sinken, Backup- und Recovery-Prozesse werden aufgrund
der kleineren Datenmengen beschleunigt. So gewinnen Unternehmen wertvolle Zeit,
die sie für andere Geschäftsprozesse nutzen können. Backup und Archivierung
sind also nicht zwei Vorgänge, die unabhängig voneinander verfolgt werden
sollten, sondern sich ergänzende Maßnahmen, die beide Teil einer umfassenden
Business-Continuity-Strategie sind.
Software – der Leim, der alles zusammenhält
Nicht unwichtig ist auch eine leistungsfähige
Backup-Software, die möglichst beide Technologien (Tape und Disc) unterstützt.
Nur so haben Anwender eine größtmögliche Flexibilität und Zukunftssicherheit,
egal ob sie auf Tapes, Disks oder beides setzen. Ideal ist eine Lösung, die ein
zentralisiertes Backup für alle Standorte und/oder Abteilungen des Unternehmens
bietet. So werden auch Daten von Außenstellen und Filialen in die Sicherung mit
einbezogen. Um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten, setzen viele
Unternehmen auf mehrere Kopien, die an verschiedenen Standorten vorgehalten
werden. Hier ist es sinnvoll, eine Software zu nutzen, die mehrere Backup-Streams
gleichzeitig erlaubt. Dies beschleunigt den Sicherungsvorgang und ermöglicht
kleinere Backup-Fenster. Dabei sollte die Software eine offene Architektur
unterstützen, das heißt, in heterogenen Umgebungen über verschiedene Systeme
hinweg einsetzbar sein. Gerade in Unternehmen, die sich durch Zukäufe und
Akquisitionen vergrößern, bedeutet dies eine Vereinfachung und Konsolidierung
der Backup-Strategie. Neue Server, Storage-Bausteine oder Netzwerk-Komponenten
werden von der Software erkannt und entsprechend zuvor festgelegten Regeln in
das Backup-Szenario mit eingebunden.
ILM – auch beim Backup
Der modulare Aufbau einer Backup-Lösung ist sinnvoll, damit
sie an die individuellen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens angepasst
werden kann. So bezahlt der Anwender auch nur die Funktionalitäten, die er
wirklich benötigt. Generell sind aber die Ausgaben für eine Datensicherung
immer in Relation zum Wert der Informationen für das Unternehmen zu sehen.
Anwender sollten bei der Kaufentscheidung neben dem Preis von Systemen und
Software die möglichen Ersparnisse durch verringerte Ausfallzeiten
berücksichtigen. Je schneller die Daten wieder verfügbar sind, desto geringer
sind die Kosten eines Systemausfalls. Investitionen in geeignete Lösungen für
Backup sind demnach die beste Verteidigung gegen Datenverluste.
Fazit
Downtime bedeutet Stillstand, daher kann sich kein
Unternehmen Ausfälle der IT und Unterbrechungen im Zugriff auf die
Unternehmensdaten leisten. Folglich haben fast alle Unternehmen, Behörden und
Organisationen im Kern die gleichen Interessen, wenn es um die Sicherheit ihrer
Daten geht. Die Komplexität und die Wege, die zum Ziel führen, sind jedoch
unterschiedlich. Speicherhersteller wie EMC adressieren mittlerweile mit ihren
Lösungen und Beratungs-Services die verschiedenen Anforderungen. Sie bieten
sowohl auf der Hardware- als auch auf der Software-Seite entsprechende
Lösungen, die individuell konfigurierbar sind und so den verschiedenen
Bedürfnissen der Unternehmen entgegenkommen. So ist Business Continuity nach
wie vor notwendig – muss aber kein Übel mehr sein.