Strategie
Storage für Einsteiger
Vernetzte Speicherinfrastrukturen halten Einzug bei
kleinen und mittleren Unternehmen
Die Anforderungen kleiner Unternehmen und des Mittelstands
(KMUs) an die Datenspeicherung und die Verwaltung der Informationen unterscheiden
sich grundsätzlich nicht von denen der großen Unternehmen und Organisationen.
Denn auch für KMUs gelten die gleichen gesetzlichen Vorgaben und auch sie haben
mit einer zunehmenden, kaum noch zu bewältigenden Datenflut zu kämpfen. Sie
müssen Kosten einsparen, Infrastrukturen konsolidieren und flexibel auf
Kundenwünsche und Marktentwicklungen reagieren. Um diese Ziele zu erreichen,
ist die IT eine wesentliche Grundlage. Auf diese Nachfrage reagieren die
Hersteller von Speicherlösungen, indem sie speziell auf KMUs zugeschnittene
Angebote präsentieren. Diese bestehen nicht einfach in abgespeckten Versionen
von Lösungen, die für Großunternehmen entwickelt wurden, sondern bedienen
gezielt die spezifischen Anforderungen kleiner Unternehmen. Die Lösungen müssen
einfach zu installieren und zu betreiben sein. Gleichzeitig müssen sie die
Konsolidierung der Infrastruktur ermöglichen, skalierbar sein und wesentliche
Funktionen wie Archivierung, Backup und Recovery sowie Datensicherheit abdecken
können.
Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für
Arbeitswirtschaft und Organisation, des Bundesverbands Informationswirtschaft,
Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) und weiterer Organisationen planen
daher mehr als 40 Prozent der KMUs Investitionen in ihre IT, vor allem in
Sicherheitslösungen und Speichersysteme (e-Business Jahrbuch der deutschen
Wirtschaft 2004/2005, Berlin 2004). Auch das Marktforschungsunternehmen
TechConsult hat untersucht, welche Faktoren KMUs dazu bewegen, in ihre IT zu
investieren. Die Studie „Was bewegt den CIO“ (2004) kommt zu dem Ergebnis, dass
im Mittelstand „Bauchentscheidungen immer mehr von aufwändigen TCO und
ROI-Berechnungen abgelöst“ werden. Daher investierten Mittelständler vorwiegend
in „Projekte mit nachweisbarem Geschäftsnutzen“. In Großunternehmen ist der
Geschäftsnutzen von vernetzten Infrastrukturen unbestritten. Aufgrund der
genannten Anforderungen wie Konsolidierung, Compliance oder Datensicherung
sehen aber auch immer mehr KMUs vernetzte Speicherlösungen als Möglichkeit an,
ihre Informationen zu verwalten und flexibel für das Unternehmen nutzbar zu
machen.
Gleiche Aufgabe, weniger Ressourcen
Bisher jedoch sind SANs und NAS-Lösungen unter KMUs nicht
sehr verbreitet. Qualifizierte Fachleute, wie sie für den Aufbau und das
Management einer vernetzten Infrastruktur gebraucht werden, sind nicht billig.
Daher werden aufgrund des begrenzten Gesamthaushalts kleinerer Unternehmen
solche Investitionen nur selten getätigt. Meist werden die
Speicher-Management-Aufgaben von den LAN-Administratoren, anderen Mitarbeitern
oder sogar vom Chef persönlich übernommen. Neben diesen personellen Hemmnissen
mangelte es bisher zudem an maßgeschneiderten Lösungen für KMUs, die den
Bedürfnissen kleiner und mittelständischer Unternehmen entgegen kommen. Als
dritten Grund nennen viele Vertreter von KMUs die hohen Anfangsinvestitionen
und laufenden Kosten, die für vernetzte Infrastrukturen nötig sind.
Die Hersteller haben in den letzten ein bis zwei Jahren auf
diese Bedürfnisse reagiert. Zahlreiche Technologien, Produkte und
Gesamtlösungen sind mittlerweile auf den Markt gekommen, die dediziert die
Anforderungen der KMUs bedienen. So ist beispielsweise mit dem iSCSI-Protokoll
eine Vernetzungstechnologie marktreif geworden, die im Vergleich zum traditionellen
Fibre Channel einen wesentlich kostengünstigeren Einstieg in die Welt der
vernetzten Datenspeicherung bietet. Der Einsatz von iSCSI ermöglicht den Aufbau
von Speichernetzwerken auf Basis des Ethernet-Protokolls. Dieses ist in den
meisten Unternehmen längst Standard und wird von den IT-Verantwortlichen gut
beherrscht. Die Informationen werden in TCP/IP-Pakete verpackt und können so
via Internet-Protokoll übertragen werden. Dies funktioniert sowohl im
firmeneigenen LAN als auch über große Entfernungen. Durch iSCSI können
Unternehmen diese Vorteile nun mit der hohen Skalierbarkeit, der schnellen
Datenübertragung und hohen Ausfallsicherheit eines Speichernetzwerks verbinden.
Zudem sind die notwendigen Komponenten relativ preiswert erhältlich.
Paketlösungen erleichtern Aufbau von Speichernetzwerken
Der Aufbau von SANs und NAS-Lösungen in KMUs ist aber nicht
nur eine Frage der Vernetzungstechnologie. Ein gravierendes Problem für
kleinere Betriebe waren bis vor kurzem auch die für ihre Bedürfnisse zu umfangreichen
Hardware- und Software-Lösungen der Speicherhersteller, deren Aufbau und
Verwaltung sehr komplex ist. Um Infrastrukturen auf dieser Basis zu betreiben,
sind spezielle SAN-Administratoren nötig, die sich KMUs in der Regel nicht
leisten können oder wollen. Sie verlangen daher nach Lösungen, die einfach und
schnell implementiert werden können und leicht zu verwalten sind. Das Mittel
der Wahl sind vorgefertigte Paketlösungen aus Storage-Hardware in Verbindung
mit Management-Software. Auf der CeBIT präsentierte beispielsweise EMC
Lösungsmodule für Networked Storage, Backup und Recovery, Archiving, E-Mail und
Business Protection. Diese „Express Solutions“ lassen sich flexibel miteinander
kombinieren und können über Installationsassistenten, wie sie von Windows
bekannt sind, einrichten. So können die Unternehmen einfach und effizient ein
Paket für ihre individuellen Anforderungen schnüren.
Ein großes Hindernis für KMUs beim Aufbau von SANs war bisher
das komplexe und zeitaufwändige Management der Informationsinfrastrukturen.
Aber auch hier schaffen die Hersteller mittlerweile Abhilfe. Die
Software-Lösungen zur Informations- und Speicherverwaltung werden immer
einfacher zu bedienen. Zudem werden immer mehr Prozesse wie etwa Backup- oder
Restore-Vorgänge, die Archivierung von geschäftskritischen Informationen oder
die Zuordnung von Speicherplatz für die unterschiedlichen Applikationen
automatisiert. Die Software überwacht die Infrastruktur und übernimmt viele
alltägliche Aufgaben, für die früher ein Administrator hauptamtlich zuständig
war. Somit können auch Teilzeitadministratoren oder andere IT-Mitarbeiter die
Management-Aufgaben eines SANs übernehmen.
Vereinfacht wird diese Entwicklung durch gemeinsame
Standards, auf die sich die verschiedenen Hersteller verständigt haben.
Basierend auf dem SMI-S-Standard (Storage Management Initiative Specification)
des Branchenverbands SNIA können die Anwender die Storage-Lösungen
verschiedener Anbieter in einem Netzwerk kombinieren. Dadurch haben sie die
Möglichkeit, auch schon vorhandene, heterogene Speicherbausteine in eine
gemeinsame Netzwerkinfrastruktur zu integrieren.
Die richtigen Dinge tun
Die oben genannten Entwicklungen bilden die Grundlage für
eine zukunftsorientierte IT-Strategie für KMUs. Entscheidend ist, dass die
Verantwortlichen sich der Prioritäten bewusst sind. Für kleinere Betriebe gilt
noch viel mehr als für Großunternehmen der Leitsatz, dass die IT die
Geschäftsprozesse unterstützen muss. Die Optimierung von IT-Systemen ist
wertlos, sofern sie nicht ein spezifisches Problem bedient. Daher sollten KMUs
auch nicht auf die allumfassende Gesamtlösung warten, sondern ihre drängendsten
Probleme sofort angehen. Entscheidend ist dabei die Wahl der richtigen Lösung:
Sie muss in der Lage sein, künftige Veränderungen mitzumachen und schrittweise
mit den Herausforderungen zu wachsen.
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Autor: Mika Kotro, Product Marketing Manager der EMC
Deutschland GmbH