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Sie sehen den Artikel: Storage für Einsteiger. Veröffentlicht am: 24.10.2005
 
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Strategie

 

Storage für Einsteiger

 

Vernetzte Speicherinfrastrukturen halten Einzug bei kleinen und mittleren Unternehmen

 

Die Anforderungen kleiner Unternehmen und des Mittelstands (KMUs) an die Datenspeicherung und die Verwaltung der Informationen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von denen der großen Unternehmen und Organisationen. Denn auch für KMUs gelten die gleichen gesetzlichen Vorgaben und auch sie haben mit einer zunehmenden, kaum noch zu bewältigenden Datenflut zu kämpfen. Sie müssen Kosten einsparen, Infrastrukturen konsolidieren und flexibel auf Kundenwünsche und Marktentwicklungen reagieren. Um diese Ziele zu erreichen, ist die IT eine wesentliche Grundlage. Auf diese Nachfrage reagieren die Hersteller von Speicherlösungen, indem sie speziell auf KMUs zugeschnittene Angebote präsentieren. Diese bestehen nicht einfach in abgespeckten Versionen von Lösungen, die für Großunternehmen entwickelt wurden, sondern bedienen gezielt die spezifischen Anforderungen kleiner Unternehmen. Die Lösungen müssen einfach zu installieren und zu betreiben sein. Gleichzeitig müssen sie die Konsolidierung der Infrastruktur ermöglichen, skalierbar sein und wesentliche Funktionen wie Archivierung, Backup und Recovery sowie Datensicherheit abdecken können.

 

Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) und weiterer Organisationen planen daher mehr als 40 Prozent der KMUs Investitionen in ihre IT, vor allem in Sicherheitslösungen und Speichersysteme (e-Business Jahrbuch der deutschen Wirtschaft 2004/2005, Berlin 2004). Auch das Marktforschungsunternehmen TechConsult hat untersucht, welche Faktoren KMUs dazu bewegen, in ihre IT zu investieren. Die Studie „Was bewegt den CIO“ (2004) kommt zu dem Ergebnis, dass im Mittelstand „Bauchentscheidungen immer mehr von aufwändigen TCO und ROI-Berechnungen abgelöst“ werden. Daher investierten Mittelständler vorwiegend in „Projekte mit nachweisbarem Geschäftsnutzen“. In Großunternehmen ist der Geschäftsnutzen von vernetzten Infrastrukturen unbestritten. Aufgrund der genannten Anforderungen wie Konsolidierung, Compliance oder Datensicherung sehen aber auch immer mehr KMUs vernetzte Speicherlösungen als Möglichkeit an, ihre Informationen zu verwalten und flexibel für das Unternehmen nutzbar zu machen.

 

Gleiche Aufgabe, weniger Ressourcen

 

Bisher jedoch sind SANs und NAS-Lösungen unter KMUs nicht sehr verbreitet. Qualifizierte Fachleute, wie sie für den Aufbau und das Management einer vernetzten Infrastruktur gebraucht werden, sind nicht billig. Daher werden aufgrund des begrenzten Gesamthaushalts kleinerer Unternehmen solche Investitionen nur selten getätigt. Meist werden die Speicher-Management-Aufgaben von den LAN-Administratoren, anderen Mitarbeitern oder sogar vom Chef persönlich übernommen. Neben diesen personellen Hemmnissen mangelte es bisher zudem an maßgeschneiderten Lösungen für KMUs, die den Bedürfnissen kleiner und mittelständischer Unternehmen entgegen kommen. Als dritten Grund nennen viele Vertreter von KMUs die hohen Anfangsinvestitionen und laufenden Kosten, die für vernetzte Infrastrukturen nötig sind.

 

Die Hersteller haben in den letzten ein bis zwei Jahren auf diese Bedürfnisse reagiert. Zahlreiche Technologien, Produkte und Gesamtlösungen sind mittlerweile auf den Markt gekommen, die dediziert die Anforderungen der KMUs bedienen. So ist beispielsweise mit dem iSCSI-Protokoll eine Vernetzungstechnologie marktreif geworden, die im Vergleich zum traditionellen Fibre Channel einen wesentlich kostengünstigeren Einstieg in die Welt der vernetzten Datenspeicherung bietet. Der Einsatz von iSCSI ermöglicht den Aufbau von Speichernetzwerken auf Basis des Ethernet-Protokolls. Dieses ist in den meisten Unternehmen längst Standard und wird von den IT-Verantwortlichen gut beherrscht. Die Informationen werden in TCP/IP-Pakete verpackt und können so via Internet-Protokoll übertragen werden. Dies funktioniert sowohl im firmeneigenen LAN als auch über große Entfernungen. Durch iSCSI können Unternehmen diese Vorteile nun mit der hohen Skalierbarkeit, der schnellen Datenübertragung und hohen Ausfallsicherheit eines Speichernetzwerks verbinden. Zudem sind die notwendigen Komponenten relativ preiswert erhältlich.

 

Paketlösungen erleichtern Aufbau von Speichernetzwerken

 

Der Aufbau von SANs und NAS-Lösungen in KMUs ist aber nicht nur eine Frage der Vernetzungstechnologie. Ein gravierendes Problem für kleinere Betriebe waren bis vor kurzem auch die für ihre Bedürfnisse zu umfangreichen Hardware- und Software-Lösungen der Speicherhersteller, deren Aufbau und Verwaltung sehr komplex ist. Um Infrastrukturen auf dieser Basis zu betreiben, sind spezielle SAN-Administratoren nötig, die sich KMUs in der Regel nicht leisten können oder wollen. Sie verlangen daher nach Lösungen, die einfach und schnell implementiert werden können und leicht zu verwalten sind. Das Mittel der Wahl sind vorgefertigte Paketlösungen aus Storage-Hardware in Verbindung mit Management-Software. Auf der CeBIT präsentierte beispielsweise EMC Lösungsmodule für Networked Storage, Backup und Recovery, Archiving, E-Mail und Business Protection. Diese „Express Solutions“ lassen sich flexibel miteinander kombinieren und können über Installationsassistenten, wie sie von Windows bekannt sind, einrichten. So können die Unternehmen einfach und effizient ein Paket für ihre individuellen Anforderungen schnüren.

 

Ein großes Hindernis für KMUs beim Aufbau von SANs war bisher das komplexe und zeitaufwändige Management der Informationsinfrastrukturen. Aber auch hier schaffen die Hersteller mittlerweile Abhilfe. Die Software-Lösungen zur Informations- und Speicherverwaltung werden immer einfacher zu bedienen. Zudem werden immer mehr Prozesse wie etwa Backup- oder Restore-Vorgänge, die Archivierung von geschäftskritischen Informationen oder die Zuordnung von Speicherplatz für die unterschiedlichen Applikationen automatisiert. Die Software überwacht die Infrastruktur und übernimmt viele alltägliche Aufgaben, für die früher ein Administrator hauptamtlich zuständig war. Somit können auch Teilzeitadministratoren oder andere IT-Mitarbeiter die Management-Aufgaben eines SANs übernehmen.

 

Vereinfacht wird diese Entwicklung durch gemeinsame Standards, auf die sich die verschiedenen Hersteller verständigt haben. Basierend auf dem SMI-S-Standard (Storage Management Initiative Specification) des Branchenverbands SNIA können die Anwender die Storage-Lösungen verschiedener Anbieter in einem Netzwerk kombinieren. Dadurch haben sie die Möglichkeit, auch schon vorhandene, heterogene Speicherbausteine in eine gemeinsame Netzwerkinfrastruktur zu integrieren.

 

Die richtigen Dinge tun

 

Die oben genannten Entwicklungen bilden die Grundlage für eine zukunftsorientierte IT-Strategie für KMUs. Entscheidend ist, dass die Verantwortlichen sich der Prioritäten bewusst sind. Für kleinere Betriebe gilt noch viel mehr als für Großunternehmen der Leitsatz, dass die IT die Geschäftsprozesse unterstützen muss. Die Optimierung von IT-Systemen ist wertlos, sofern sie nicht ein spezifisches Problem bedient. Daher sollten KMUs auch nicht auf die allumfassende Gesamtlösung warten, sondern ihre drängendsten Probleme sofort angehen. Entscheidend ist dabei die Wahl der richtigen Lösung: Sie muss in der Lage sein, künftige Veränderungen mitzumachen und schrittweise mit den Herausforderungen zu wachsen.

 

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Autor: Mika Kotro, Product Marketing Manager der EMC Deutschland GmbH

 

 

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