Informationen sortieren, verwalten und wieder finden
Den Überblick bewahren
Effektives Enterprise Content Management wird für die
Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen immer wichtiger
Das Erfassen und Verarbeiten von Informationen spielt für
Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Einerseits steigt die Datenmenge in
verschiedenen Formaten und Ausprägungen ständig an. Andererseits müssen die
Firmen diesen Content möglichst schnell und effektiv bewerten, um im Wettbewerb
erfolgreich bestehen zu können. Die Informationsverwaltung stellt durch die
steigende Quantität und die sinkende Bearbeitungszeit für jedes Unternehmen
eine große Herausforderung dar. Verschiedene Studien zeigen jedoch, dass nur
ein kleiner Teil der Daten gezielt strukturiert, erfasst und verwaltet wird.
Die Folgen sind eindeutig: Informationsverlust und unnötiger Mehraufwand.
Zur Steuerung der Datenflut und zur Sicherstellung, dass
wichtige Informationen auch an die richtige Adresse kommen, setzen immer mehr
Firmen Enterprise-Content-Management (ECM)-Systeme ein. Sie unterstützen
Unternehmen bei der Informationsverwaltung durch Erfassung, Strukturierung und
Bereitstellung der Daten. Ohne ein umfassendes System zur Verwaltung des
Contents fällt die Investitionsrentabilität nur minimal aus. Denn die
Informationsverwaltung erfordert eine entsprechend hoch skalierte Lösung, die
sich bei großen Installationen als kapital- und zeitintensive Investition
schnell auf mehrere Millionen Euro summiert. Aber nur damit können Unternehmen
ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Die Dimensionen für ein effektives Informationsmanagement
werden deutlich, wenn man sich vor Augen hält, welch umfangreiche Funktionen
Enterprise Content Management umfasst. Darunter zählen nämlich Technologien und
Methoden zur Erfassung, Verwaltung/Verarbeitung, Kategorisierung,
Bereitstellung, Speicherung und dem Wiederauffinden von Informationen zur
Unterstützung aller Geschäftsprozesse im Unternehmen. Die Daten liegen dabei in
einer Vielzahl digitaler Formate vor: als Textdokumente, XML-Dateien,
Präsentationen, Tabellen, E-Mails, Webseiten, technische Zeichnungen, Fotos,
Audio- oder Videodateien sowie in vielen weiteren Dateitypen.
Nach einer Untersuchung von Fulcrum Research werden 80
Prozent der unternehmensweiten Informationen in unstrukturierter Form
abgespeichert. ECM-Systeme wollen Ordnung in dieses Chaos bringen. Außerdem
stellen sie alle Daten eines Unternehmens auf einer einheitlichen Plattform zur
internen Nutzung sowie für Partner und externe Mitarbeiter bereit. Dabei soll die Lösung Daten-
und Dokumentenredundanz vermeiden, so dass jede Information nur einmal
vorliegt. Zudem regelt sie den Zugriff auf die Daten möglichst einheitlich und
unabhängig von Quelle und Nutzungsart.
Enterprise Content Management bietet daher eine Art Verschmelzung
verschiedener Applikationen, die gleichzeitig miteinander verbunden sind.
Darunter zählen Web Content Management (WCM), Enterprise Records Management
(ERM), Enterprise Document Management (EDM), Digital Asset Management (DAM) und
Collaboration Content Management (CCM). Vor allem die zuletzt genannte
Anwendung spielt in Unternehmen eine immer wichtigere Rolle: Dadurch erreichen
Teilnehmer eines Geschäftsprozesses gemeinsam eine Optimierung der
Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen. Sie bringt Kunden, Geschäftspartner,
Agenturen und Lieferanten auf kontrollierte Weise zusammen. Der Collaboration
Content, darunter zählen etwa
Abstimmungsergebnisse, Dokumente, Diskussionsverläufe oder Projektpläne,
wird dabei effizient verwaltet und wirksam eingesetzt.
Effektives Enterprise Content Management bringt viele
Vorteile.
ECM-Systeme bieten einerseits eine optimale Ausschöpfung des
Wissenskapitals. Andererseits sorgen sie auch für eine Kostensenkung im
Unternehmen durch eine höhere Effizienz bei Zugriff, Abruf und Wiederverwendung
von Informationen. Dies verbessert wichtige Geschäftsprozesse wie die
Entwicklung und Einführung von Produkten. Die schnelle und korrekte
Bereitstellung von Daten für die zuständigen Mitarbeiter optimiert auch die
Effektivität von Vertriebskanälen. Außerdem hilft ECM dabei, gesetzliche
Vorschriften für die Aufbewahrung und Speicherung von Daten einzuhalten. So
legt die Technologie sensible Daten für einen vorgegebenen Zeitraum in
sicherer, unveränderbarer Umgebung ab. Zusätzlich profitieren die Firmen vom
Einsatz der Collaboration-Funktionen. Sie verbessern die Zusammenarbeit mit
Kunden, Partnern sowie Lieferanten und optimieren die Supply Chain. Das
Unternehmen baut damit intensivere Beziehungen mit allen externen Partnern auf.
Veraltete Informationen sind so interessant wie die
Zeitung von gestern.
Alle Daten und Informationen eines Unternehmens unterliegen
einem gewissen Lebenszyklus. Dieser reicht von der Erstellung und Erfassung der
Information über deren Kategorisierung, Bereitstellung, Verwaltung, Speicherung
und Wiederfindung bis hin zu ihrer endgültigen Löschung. ECM-Systeme
unterstützen jede Phase dieses Information Lifecycle. So verwenden bereits
viele Firmen entsprechende Lösungen für alle Zyklen der
Informationsverarbeitung. Diese erledigen die elektronische Bearbeitung des
Posteingangs, die Verwaltung von Belegen, Rechnungen und Einkaufsakten, die
elektronische Archivierung, die Suche nach selten gebrauchten Daten sowie die
sichere, nicht nachvollziehbare Vernichtung sensibler und geschäftskritischer
Informationen.
Der ECM-Prozess lässt sich in fünf Schritte einteilen. Er
beginnt bei der Erstellung des Contents durch einen Autor. Der Inhalt wird
dabei direkt eingetippt oder durch Prozesse wie Scannen, Bildbearbeitung und
Formularverarbeitung digitalisiert. Im zweiten Schritt werden diese
Informationen strukturiert, zum Beispiel durch Metadaten wie Autor,
Dokumententyp, Zugriffsrechte, Inhalt und Speicherdauer. Anschließend erfolgt
die Sicherung der Datei. Verschiedene Dokumente mit gleichem Inhalt werden
dabei automatisch mit einer Versionsnummer versehen, so dass der Zugriff auf
die aktuellsten Dateien sichergestellt wird. Selbstverständlich werden dabei
alle Metadaten zum jeweiligen Content abgespeichert. Durch eine manuelle oder
automatische Klassifizierung und Kategorisierung sorgen ECM-Lösungen dafür,
dass Anwender die Inhalte schnell durchsuchen und auffinden können. Je nach
Bedarf können sie den Content beliebig verwenden und neu kombinieren. Dadurch
lassen sich viele Arbeitsstunden einsparen. So hat zum Beispiel Forrester
Research herausgefunden, dass Mitarbeiter bis zu 40 Prozent ihrer Zeit für die
Suche nach Informationen aufwenden. Da sie vorhandene Dateien nicht finden,
erstellen sie in bis zu 70 Prozent dieser Fälle den Content neu, anstatt die
existierenden Dateien wieder zu verwenden.
Die Informationen werden im vierten Schritt dargestellt,
verteilt und kommuniziert. Dabei lassen sie sich mit verschiedenen
Mediendatenbanken verknüpfen, auf der Internetseite publizieren oder in anderen
Medienformaten ausgeben. Zum Beispiel kann eine Infografik für eine
Unternehmensbroschüre genutzt oder in eine Website integriert werden. Dabei
lässt sich der Dokumentenzugriff so einrichten, dass nur autorisierte
Mitarbeiter die Daten lesen und überschreiben können. Der fünfte und letzte
Schritt des Information Lifecycle besteht aus der revisionssicheren
Archivierung sowie nach einem vorgegebenen Zeitraum der endgültigen Löschung
der Daten. Zum Finden selten benötigter Informationen stellen technisch
ausgereifte Enterprise Content Management-Lösungen während des
Archivierungszeitraumes Volltextsuche und Schlagwortsuche zur Verfügung.
Informationen lassen sich nur nach ordentlicher
Klassifizierung schnell finden.
Bei der Entscheidung für eine bestimmte ECM-Lösung sind
heutzutage neben einer optimalen Speicherverwaltung vor allem die Möglichkeiten
zur Kategorisierung und zur Suche wichtig. Eine optimale Klassifizierung bildet
dabei die Grundlage für entsprechende Speicher- und die Suchfunktionen. Die
Einteilung kann manuell oder automatisch erfolgen. Die automatische
Kategorisierung bietet große Vorteile in Bezug auf Zeit- und Kosteneffizienz.
Trotzdem kann es je nach Vorgaben dazu kommen, dass einzelne Daten oder
Informationen sich nicht sofort eindeutig zuordnen lassen. In diesen Fällen ist
eine manuelle Interaktion nötig. Umso wichtiger ist, dass ein ECM-System beide
Möglichkeiten beherrscht und einen einfachen, schnellen Wechsel zwischen den
Varianten ermöglicht.
In der Regel schlagen die Lösungen für bestimmte
Industriezweige und Unternehmensbereiche geeignete Kategorisierungsvarianten
vor. Bei modernen Systemen können die jeweils für das Thema Verantwortlichen
diese Vorgaben ihren individuellen Bedürfnissen anpassen und unternehmenseigene
Taxonomien aufbauen. Dabei wickelt eine effiziente Lösung die
Content-Klassifizierung im gleichen Repository ab, in dem sie auch die Inhalte
verwaltet.
In international tätigen Unternehmen erleichtert eine
ECM-Lösung diese Prozesse wesentlich, wenn sie mehrere Sprachen bei der
Content-Klassifizierung beherrscht. So gibt es inzwischen ein System, das
Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch,
Holländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch und Finnisch unterstützt. Nach
erfolgter Kategorisierung und Klassifizierung sollte die ECM-Lösung den Content
an den entsprechend optimalen Stellen im System sichern. So werden Inhalte nur
dann auf Hochleistungs-Speichersystemen abgelegt, wenn sie häufig sofort
benötigt werden. Bereits archivierter Content, auf den weniger oft zugegriffen wird, lässt sich zur
Langzeit-Speicherung auf ein kostengünstigeres Speichermedium verschieben.
Diese selten abgefragten und archivierten Dateien geraten bei
den Mitarbeitern schnell in Vergessenheit und werden auch bei spezifischen
Anfragen nicht immer gefunden. Meist liegt dies daran, dass der Anwender nicht
weiß, nach welchen Kriterien er an welchen Stellen im System suchen soll. So
erhält der Anfragende entweder zu viele Ergebnisse oder zu wenig oder nicht die
richtigen. Weitere Suchanfragen mit verfeinerten oder anderen Begriffen stellen
sich dann als recht mühsam heraus und bringen oft ebenso wenig den gewünschten
Erfolg. Deswegen bieten moderne ECM-Systeme umfangreiche Funktionen für das
Information Retrieval, der gezielten Wiedergewinnung von Informationen. Sie
unterstützen den Suchprozess durch entsprechende Mechanismen. So schlagen sie
zum Beispiel weitere Suchbegriffe oder entsprechende Einschränkungen vor.
Außerdem zeigen sie bestimmte Ordner an, in denen sich weitere Dokumente
befinden, die für die Anfrage interessant sein könnten.
ECM ist eine strategisch wichtige Investition.
Eine regelmäßig unter CIOs durchgeführte Umfrage von Morgan
Stanley erforscht deren Investitionsprioritäten. Dokumentenverwaltungssoftware
erreicht dabei bereits den dritten Platz hinter Sicherheitslösungen und der
Integration von Applikationen. Der Sektor weist gleichzeitig die höchste
Wachstumsrate auf. Dies zeigt, dass Enterprise Content Management von CIOs und
IT-Führungskräften inzwischen immer häufiger als strategischer
Investitionsbereich betrachtet wird. Damit haben sich die meisten
ECM-Bestandteile von einem anfänglichen Nischenprodukt zu einer etablierten und
wichtigen Technologie entwickelt.
Es gibt aber keine Einheitslösung für Enterprise Content
Management, die sich für alle Unternehmen optimal eignet. Die
Einsatzmöglichkeiten variieren enorm und Firmen nutzen entsprechend in aller
Regel verschiedene Content Management-Komponenten. Die meisten
mittelständischen bis großen Unternehmen setzen mindestens drei oder sogar noch
mehr ECM-bezogene Applikationen ein, nachdem sie anfangs Erfolge mit einer
einzigen Anwendung erzielt haben. Die Einführung einer solchen Lösung in einem
kleinen Rahmen, zum Beispiel nur bei einer Abteilung, kann in der Regel ein
Administrator alleine erledigen. Die meisten Content Management-Produkte bieten
nämlich eine stabile und einfach zu bedienende Installationssoftware. Sollte
die Implementierung umfassender sein, sollte das Unternehmen jedoch mehr Ressourcen
einplanen oder sich einen erfahrenen Lösungspartner suchen.
Für redaktionelle Fragen:
Fink & Fuchs Public Relations AG
Antje Singer
Tel: 089-5 89 78 70
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