Technologien für den Ein- und Umstieg
Raus aus der Spezialisten-Ecke: iSCSI etabliert sich
Der Markt für IP-Storage spielt eine immer wichtigere Rolle:
IDC rechnet damit, dass der Umsatz mit iSCSI-fähigen (Internet Small Computer
Systems Interface) Speichergeräten jährlich um 250 Prozent zunimmt. Um von
diesem üppigen Kuchen zu profitieren, hat der Speichermarktführer EMC bereits
2003 sein erstes Highend-System, die Symmetrix DMX, IP-netzfähig gemacht. Ein
Jahr später waren die Celerra-NAS-Systeme im iSCSI-Umfeld einsetzbar. Mit
iSCSI-fähigen Versionen der CLARiiON-Subsysteme können jetzt auch kleine und
mittelständische Unternehmen kostengünstig in die SAN (Storage Area
Network)-Welt einsteigen. Malte Rademacher, Regional Marketing Director bei
EMC, sieht großes Potenzial: „iSCSi ist nach wie vor ein heiß diskutiertes
Thema, allerdings bislang von geringer Marktakzeptanz. Dies wird sich in diesem
Jahr ändern. Wir erwarten, dass Unternehmen iSCSI als interessante Alternative
zu SANs nutzen werden.“
Der Aufbau von Speichernetzen galt bislang als aufwändig und
kostspielig. Seit aber iSCSI die teure Fibre-Channel-Technik (FC) ergänzt, können
auch kleine und mittelgroße Unternehmen in die Welt der vernetzten Speicher
einsteigen: Das meist im Unternehmensnetz vorhandene Ethernet-Protokoll erlaubt
ohne großen Aufwand den Aufbau zentraler Speichernetze auf Basis von
IP-Technologie. Sogar für große Unternehmen, die bereits komplett mit FC
ausgestattet sind, bietet sich iSCSI zur Anbindung ihrer Filialen an. Insbesondere
die Personalkosten spielen dem IP-Speicherprotokoll in die Hände. Spezialisten,
die sich mit der Wartung und Pflege von FC-Umgebungen auskennen, sind rar und
teuer. Das gilt gleichermaßen für Fachpersonal, das Backup-Server einrichten
und pflegen kann. iSCSI hingegen muss nicht lange erlernt werden, denn die
Basisprotokolle sind jedem System- und Netzwerkverwalter bekannt.
EMC hat berechnet, dass ein IP-basierendes Speichernetz, abhängig
von der verwendeten Hardware und der Anzahl der angeschlossenen Server, um 18
bis 40 Prozent preiswerter ist als eine FC-Umgebung. Fast alle professionell
genutzten Speichergeräte arbeiten mit dem SCSI-Protokoll. Die
Internet-Protokollfamilie IP wiederum ist der maßgebliche Standard in gängigen
Nahbereichs- und Weitverkehrsnetzen, LANs und WANs. iSCSI kann beide Protokolle
verbinden und so den kostengünstigen Aufbau von Speichernetzwerken auf Basis
von gängigen Ethernet-Netzwerkkomponenten ermöglichen. Mit Gbit-Ethernet und
erst recht mit 10-Gbit-Ethernet offerieren moderne LAN/WAN-Techniken zudem mehr
als genug Bandbreite für Speichernetze.
Die Tür zu Fibre Channel bleibt offen
Trotz aller Vorteile ist FC mit einer Performance von 2
Gigabyte pro Sekunde nach wie vor dem Ethernet-Protokoll überlegen. iSCSI
eignet sich aber insbesondere für Anwendungen mit niedrigeren
Durchsatzanforderungen oder für die Konsolidierung der bestehenden Umgebung.
Das bringt weitere Vorteile: In konsolidierten Speichernetzen werden generell
die Ressourcen besser ausgelastet, Investitionen in neue Server verschoben und
operative Aufgaben wie Backup oder Restore wesentlich einfacher. Sollte eines
Tages ein leistungsfähigeres Speichernetz gefragt sein, unterstützt EMC Kunden
mit Upgrades von iSCSI zu FC.
Bislang war es ein kostspieliges Unterfangen, einen
Windows-Server FC-fähig zu machen. EMCs strategischer Partner Microsoft unterstützt
deshalb ebenfalls die Weiterentwicklung von iSCSI. Bereits Mitte 2003 hat das
Unternehmen die Verfügbarkeit der iSCSI Software Driver für Microsoft Windows
2000, Windows XP und Windows Server 2003 angekündigt. Zane Adam, Director
Enterprise Storage Division bei Microsoft, ist überzeugt: „Mit der Unterstützung
von iSCSI durch die Speichersysteme von EMC und die Microsoft Windows-Produkte
haben Unternehmen nun alle nötigen Bestandteile, um ihre Server über iSCSI in
ihren SANs zu konsolidieren.“
Mit den jetzt vorgestellten iSCSI-fähigen Versionen seiner
CLARiiON-Subsysteme will EMC vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU)
ermutigen, effiziente SANs zu implementieren, die auf bereits vorhandenen
IP-Netzwerken basieren. Die neuen iSCSI-Systeme EMC CLARiiON AX100i, CX300i und
CX500i ermöglichen Firmen aller Größenordnungen den kostengünstigen Einstieg in
die SAN-Technologie. Der Clou: Die iSCSI-Lösungen sind zu Einstiegspreisen ab
5.000 Euro erhältlich. Alle weiteren Preise entsprechen denen der FC-Modelle.
Mit den Systemen lassen sich vorhandene IT-Infrastrukturen konsolidieren,
Kosten senken und umfangreiche Strategien für das Management von Informationen
aufsetzen. EMC bietet die iSCSI-Technologie auch für seine EMC Symmetrix DMX-,
Celerra NAS- und NetWin-Systeme sowie für die EMC Connectrix SAN Switches. Die
CLARiiON AX100i ist über EMCs weltweites Velocity-Channel-Programm und über
Dell verfügbar. Die CX500i ist bereits bei EMC-Partnern erhältlich, die CX300i
wird voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2005 angeboten.
Zur Ausstattung der neuen Lösungen gehört ein umfangreiches
Software-Paket für das Management der iSCSI-Infrastruktur. Für die CLARiiON
CX300i und CX500i bietet EMC die Navisphere Management Suite und die
SnapView-Software an. Die CLARiiON AX100i ist zudem vorkonfiguriert und voll
ausgestattet mit Funktionalitäten für Setup, Management und Datenschutz. Alle
neuen Modelle unterstützen den Betrieb mit Servern, auf denen Microsoft Windows
Server 2000 und 2003 installiert ist.
Während EMC die neue AX100i mit kostengünstigen Serial- ATA
(SATA)-Festplatten ausstattet, kommen in der CX300i und CX500i sowohl FC- als
auch SATA-Platten zum Einsatz. Das ermöglicht Anwendern, eine flexible,
abgestufte Storage-Infrastruktur auf der Basis von nur einem System aufzubauen
und so die Grundlage für flexibles Informations-Management zu legen.
iSCSI eröffnet neue Märkte
Die im Vergleich zu FC-SANs geringeren Implementierungskosten
von IP-basierenden Storage-Umgebungen sind gerade für Anwender aus dem
KMU-Segment ein wichtiges Auswahlkriterium. In Europa und speziell in
Deutschland gibt es eine große Zahl von Unternehmen, die bisher noch nicht auf
vernetzte Infrastrukturen setzen. Durch die neuen iSCSI-fähigen Systeme ermöglicht
EMC diesen Kunden den einfachen und kostengünstigen Einstieg in die
Speichernetzwerk-Technologie. „Wir sind uns sicher, dass SANs, die auf iSCSI
basieren, mit der CLARiiON AX100i große Verbreitung im Markt finden werden.
Unsere Marktanalysen zeigen, dass 42 Prozent der KMUs bis 2006 den Aufbau von
iSCSI-SANs planen“, bestätigt Tony Asaro, Senior Analyst bei der Enterprise
Strategy Group. „Durch die iSCSI-Technologie werden SANs auch für KMU-Anwender,
Organisationen wie Schulen oder kommunale Stellen sowie Großunternehmen mit
mehreren Filialen erschwinglich.“ Für diese Kunden haben die Konsolidierung
ihrer Server und ein zentralisiertes Backup höchste Priorität.
EMC streift mit seinem breiten IP-Storage-Angebot dem
Widerstand gegen die Einführung von iSCSI-Speichernetzen den ersten Hemmschuh
ab. Somit gibt es eine Palette von Systemen, mit denen die junge Technologie
sich in Unternehmen aller Größenordnungen implementieren lässt. Jetzt gilt es,
die Unternehmen von den Vorteilen und Einsatzmöglichkeiten zu überzeugen, damit
sich iSCSI aus der Spezialistennische in das Rampenlicht der etablierten Lösungen
bewegt.