Information Lifecycle Management
Vom Wert der Informationen
Ziel von Information Lifecycle Management (ILM) ist es, die
richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt dort verfügbar zu machen, wo sie
benötigt werden - und das zu den geringst möglichen Kosten. Hierzu wird der
gesamte Lebenszyklus der Informationen von der Erstellung über die Nutzung bis
zur Vernichtung betrachtet. Generell gilt für eine Speicherstrategie nach dem
ILM-Ansatz: Je wichtiger die Daten für ein Unternehmen und seine Prozesse sind,
desto höher sollte ihre Verfügbarkeit sein und desto kostspieliger sind die
geeigneten Speichermedien.
So wird eine Bank ihre tagesaktuellen Kundentransaktionen
online für den sekundenschnellen Zugriff und möglichst noch parallel auf einem
zweiten Speichersystem vorhalten. Um diese kostspielige
Hochverfügbarkeitslösung nicht zu überfrachten, werden weniger aktuelle Daten
nach einem bestimmten Zeitraum oder nach Abschluss eines Geschäftsvorgangs
automatisch auf einen Festplatten-basierten Langzeitspeicher ausgelagert. Von
dort können sie immer noch zeitnah etwa zu Zwecken wie Data Mining oder
Reporting abgerufen werden. Informationen wie Verträge, auf die Anwender eher
selten zugreifen, werden schließlich preisgünstig auf Magnetbändern archiviert.
Sollten die Informationen für die Geschäftsprozesse wieder relevant sein,
werden die Daten wieder auf die Online-Medien zurückgespielt, der Kreislauf
beginnt von vorne.
Drei Phasen für das Informations-Management
Wer das Management sämtlicher Informationen gemäß deren Wert
im Lebenszyklus automatisieren möchte, implementiert keineswegs ein
Einzelprodukt. Vielmehr beginnt die strategische Planung eines mehrstufigen,
integrierten Konzeptes. Der Vorteil ist, dass Unternehmen sich schrittweise auf
ILM zu bewegen können. So lassen sich zunächst die Kern-Applikationen und zu
einem späteren Zeitpunkt die noch fehlenden Datenquellen in ein zentrales
Informations-Management integrieren. Jeder Schritt für sich bringt schon eine
erhebliche Effizienz- und Leistungssteigerung der Speicherinfrastruktur.
Der Prozess zur Einführung von ILM ist in drei Phasen
gegliedert: Basis ist zunächst die Einrichtung eines automatisierten
Speichernetzes und eine Bestandsaufnahme der Daten- und Anwendungsarten im
Unternehmen. Viele Unternehmen haben
diese Umstellung bereits vollzogen und gleichzeitig ihre Ressourcen
konsolidiert. Im nächsten Schritt werden Regeln oder Policies definiert, wie
mit welchen Daten zu verfahren ist, um entsprechende Service-Level sicher zu
stellen. Danach wird das Speichernetz in verschiedene Ebenen eingeteilt. Auf
dieser Basis können bereits Komponenten für das Informations-Management in die
wichtigsten Applikationen integriert werden. Verwaltungswerkzeuge ordnen die
Daten einer Anwendung bestimmten Speicherebenen zu. Gesetzliche oder interne
Aufbewahrungspflichten können so abgebildet werden.
In der letzten Phase wird der Übergang zu einer integrierten,
automatisierten und Applikations-übergreifenden ILM-Umgebung für alle denkbaren
Datenarten der Organisation geschaffen. Ziel ist es, jede Anwendung zum
richtigen Zeitpunkt einem entsprechenden Service Level zu zuteilen. Anhand der
beschriebenen Phasen kann das IT-Personal Qualifikationen und Verfahren
entwickeln, die dieses Verständnis technisch umsetzen. Je mehr praktische
Erfahrung ein Unternehmen dabei gewinnt, desto höhere Automatisierungsgrade
sind möglich. Um unternehmensweites ILM einzuführen, kommt es nur teilweise auf
neue Hard- und Software an. Entscheidend ist die Klassifizierung und
Qualifizierung der Informationen sowie die Aufstellung der Policies.
Integration aller Datenquellen
Zum ILM gehört neben der Verwaltung von Speicherkomponenten
und Archiven auch das Einbeziehen der einzelnen Applikationen im Unternehmen.
Sind die Datentypen der Anwendungen nach ihrem aktuellen und künftigen
Geschäftswert klassifiziert, können sie nach den definierten Regeln dem ILM
zugeführt werden. Der Vorteil ist, dass Informationen, die etwa aus Dokumenten-
oder Content-Management-Systemen kommen, unabhängig von deren Quelle und Format
innerhalb des Lifecycle Managements verwaltet werden. So können strukturierte
und unstrukturierte Daten aus sämtlichen Applikationen, Datenbanken und
Programmversionen zum Beispiel als XML-Dateien einheitlich in den
unternehmensweiten Informationsfluss einbezogen werden. Unternehmen, die mit
ihrer ILM-Lösung die Zusammenführung verschiedener Storage-, Archiv-, Content-
und Dokumenten-Management-Technologien anstreben, sollten deshalb bei der
Auswahl eines geeigneten Anbieters auf vielfältige Funktionen Wert legen. EMC
kann bereits heute die fünf zentralen Technologieebenen für eine
ILM-Infrastuktur mit seinem Angebots-Portfolio realisieren (siehe Kasten: Die
Schlüsselelemente für ILM aus einer Hand).
Technologische Basis für eine ILM-Umgebung ist eine
vernetzte, mehrstufige Speicherlandschaft, die je nach Bedarf Konzepte wie
Storage Area Networks (SANs), Network Attached Storage (NAS) oder Content
Addressed Storage (CAS) einschließt. Zur zweiten Technologieebene gehören
abgestufte Backup- und Recovery-Funktionen, die den Grad der
Datenverfügbarkeit, der zu überbrückenden Entfernung zwischen Standorten oder
der Wiederherstellungszeiten berücksichtigen. In einer dritten Ebene des
Technologiemodells von EMC erfolgt der Aufbau einer dynamischen und virtuellen
Infrastruktur für Applikationen und Speicherumgebung. So wird eine einheitliche
und kostensparende Informationsverarbeitung möglich. Damit Daten gemäß
definierter Regeln innerhalb der Infrastruktur bewegt werden können, ist
Management-Software erforderlich, die eine aktive Verwaltung der Informationen
erlaubt. Für diese vierte Technologieebene gibt es unterschiedliche Lösungen,
je nachdem ob strukturierte oder unstrukturierte Datentypen vorliegen. Eine
einheitliche, zentrale Verwaltungsumgebung bringt die vier vorgestellten
ILM-Ebenen unter einen Hut. Leistungsfähige Speicher-Management-Tools
automatisieren eine Vielzahl von Einzelaufgaben und sparen Zeit und Geld.
Perspektiven für die Praxis
Bereits heute realisieren Unternehmen aller Branchen ILM-Strategien,
die für ihre Geschäftsprozesse stimmig sind. Der Landeskrankenhilfe V.V.a.G. in
Lüneburg verwaltet unternehmensweit Informationen aus den unterschiedlichsten
Quellen mit Hilfe eines Enterprise-Content-Management (ECM). Ähnlich verfährt
das Formel-1-Team der Toyota Motorsport GmbH (TMG) in Köln. Dort werden
inaktive Daten automatisch in ein Archiv ausgelagert, um die Produktivsysteme
zu schonen.
Eine Multi-Client-Befragung unter 192 Unternehmen aller
Branchen der Beratungsunternehmen Lünendonk und TechConsult vom August 2004 zeigt, dass ILM längst
keine graue Theorie mehr ist: 17 Prozent aller befragten Unternehmen haben das
Konzept bereits eingeführt oder planen die Umsetzung. Die Organisationen nutzen
ILM-Ansätze heute schon, um ungebremstes Datenwachstum durch E-Mail und
Office-Anwendungen und steigenden Kostendruck einzugrenzen und um verschärften
Sicherheitsrichtlinien sowie internen wie staatlichen Compliance-Anforderungen
zu begegnen. Bei den Investitionen steht Management-Software für Daten und
Infrastrukturen oben an, damit das Datenwachstum kontrolliert erfolgen kann. Um
die Kosten transparenter zu machen, verrechnen mittlerweile 30 Prozent der
Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern die Speichernutzung nach dem
Verursacherprinzip weiter an die Fachabteilungen. Von der Konsolidierung ihrer
Ressourcen in Speichernetzwerken erwarten viele Unternehmen ein hohes
Einsparpotenzial: Allein Bei den Storage Area Networks (SANs) wird die
Verbreitung von heute 51 auf 56 Prozent steigen. Auch bei den Software-Lösungen
für das Infrastruktur und Informationsmanagement wird weiter investiert. Regeln
für die Datenspeicherung sind heute noch stark von gesetzlichen Bestimmungen
und Anwendungs-spezifischen Faktoren geprägt. Künftig werden bei knapp der Hälfte
aller befragten Unternehmen auch Kostenbetrachtungen für die Art und Dauer der
Datenspeicherung relevant.
Mit ILM werben heute schon viele Hersteller. Doch nur dort,
wo die Anbieter von Speicherkomponenten, Content- und
Dokumenten-Management-Systemen zusammenarbeiten, können semi-strukturierte
Dokumente wie E-Mails, unstrukturierte Word-Dateien oder grafische Formate
bereits automatisch verwaltet und gespeichert werden. Schon gibt es die ersten
Lösungen, die strukturierte Informationen aus Datenbanken im Informationszyklus
verwalten können. Unternehmen, die sich heute bereits auf den konzeptionellen
Weg hin zu einem integrierten ILM machen, werden künftig mit Sicherheit mehr
Wert aus ihren Informationen ziehen können und die Kosten im Griff behalten. Letztlich
erzielen Unternehmen durch den Einsatz von ILM klare Wettbewerbsvorteile
gegenüber der Konkurrenz.
((8.784 Zeichen))
Autor: Malte Rademacher, Regional Marketing Manager für die
Regionen Deutschland und EEMESA, Pressesprecher der EMC Deutschland GmbH
Kasten: Die Schlüsselelemente für ILM aus einer Hand
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1. Vernetzte, mehrstufige Speicherlösung
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Inhalt: Speicherkonzepte für SAN (Blockdaten), NAS (Files)
und CAS (Objekte)
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EMC-Angebot:
SAN: Symmetrix DMX, CLARiON CX
NAS: NetWin, Celerra
CAS: Centera
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2. Integrierte Backup- und Recovery-Funktionen
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Inhalt: Verschiedene Recovery-Stufen je nach
Verfügbarkeitsgraden, Entfernungen und Wiederherstellungszeiten
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EMC-Angebot:
NetWorker, RepliStor, MirrorView, SRDF-A, AlphaStor, SnapView, SANCopy, SRDF,
TimeFinder Clones, TimeFinder Snaps
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3. Dynamische und virtuelle Infrastruktur
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Inhalt: Virtualisierung sowohl auf Applikations- als auch
auf Speicherebene für eine einheitliche, einfache und kostengünstige
Informationsverarbeitung
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EMC-Angebot:
VMware, Project FX
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4. Aktives
Informations-Management
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Inhalt: Informationen werden anhand von definierten Regeln
bewegt, abgelegt, katalogisiert und verfügbar gemacht / Management-Software
ordnet jeden Datentyp der entsprechenden Speicherstufe zu
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EMC-Angebot:
Für strukturierte Daten (Datenbanken, ERP, CRM): Legato DiskXtender,
DatabaseXtender
Für halb-strukturierte Daten (E-Mails): Legato
EmailXtender, Documentum Control Manager
Für unstrukturierte Daten (Dokumente, Web-Seiten, Video,
Audio): Documentum Records Manager, Legato Application Xtender
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5. Einheitliche
Verwaltungsumgebung
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Inhalt: Automatisiertes Speicher-Management, das einen
einheitlichen, zentralen Zugriff auf die gesamte Infrastruktur sichert und
Aufgaben automatisiert
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EMC-Angebot:
EMC ControlCenter
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