Software-Talente gesucht -
Legato und Documentum gefunden!
Neue Übernahmen auf dem Weg zum Information Lifecycle
Management
EMC macht ernst mit seinem Ziel, 2005 30 Prozent des Umsatzes
mit Software zu erwirtschaften. Erst im Juli übernahm der Speicherexperte
das Software-Unternehmen Legato. CEO (Chief Executive Officer) Joe Tucci
erklärte damals bereits: „Der Kauf von Legato genügt nicht, um
EMCs geplantes Umsatzwachstum zu erreichen.“ Die Übernahme der Nummer
drei im Markt für Backup- und Recovery-Software ist inzwischen juristisch
abgeschlossen. Wie von Tucci vorhergesagt, vermeldete EMC schon Mitte Oktober
eine erneute Akquisition. Diesmal ging es um den Spezialisten für
Enterprise-Content-Management (ECM) Documentum. Damit katapultierte sich der
Speicherhersteller aus Hopkinton laut Computerzeitung unter die Top-Ten der
Software-Unternehmen.
Die Integration von Legato hat bei EMC bislang reibungslos
funktioniert. Das liegt vor allem an der „lockeren“ Anbindung von
Legato als unabhängiger Software-Division von EMC. Ein Großteil des
bisherigen Legato-Managements steuert unter der Führung von David B.
Wright die Aktivitäten bei Vertrieb, Marketing, Allianzen, Services und
Personal. Die Division greift auf ausgewählte Experten und die Infrastruktur
von EMC zu, um Synergien für das operative Geschäft zu nutzen. EMC
zieht Mehrwert aus der erfolgreichen Backup-Software, mit der Legato 2002 bei
UNIX- und Windows-Systemen Platz drei hinter Veritas und IBM belegte (Gartner).
Auch Clustering-Lösungen, die Server-basierende Replikationssoftware
Replistor sowie Lösungen für das Media- und Content-Management
ergänzen EMCs Portfolio gut. Es steht nicht zu befürchten, dass
Legatos Produkte künftig vorrangig für EMC-Hardware entwickelt
werden. Das würde der Open-Software-Strategie von EMC völlig
widersprechen.
Nachfrage nach Enterprise Content Management steigt
Mit der Übernahme von Documentum betritt EMC den
boomenden Bereich des Enterprise Content Management (ECM). So befasst sich der
Speicherspezialist jetzt auch erstmals mit den Inhalten der zu archivierenden
Dateien. Strategisch ist das sinnvoll, denn unstrukturierte Informationen wie
PDFs, Bilder und E-Mails vermehren sich rapide und die Anwender verlangen nach
geeigneten Verwaltungs-Tools, auch und vor allem in heterogenen
Anwendungsumgebungen. Mit dem ECM-Komplettanbieter will EMC besser integrierte
Produkte innerhalb kürzester Zeit auf dem Markt verfügbar machen.
Documentum hat mit EMC einen starken Partner an seiner Seite und kann so dem
Wettbewerb künftig besser die Stirn bieten. Der Zusammenschluss mit EMC
birgt noch einen weiteren Vorteil: Dokumenten-Management gewinnt einen neuen
Mehrwert, wenn es mit dem Speicher-Management den Informationsfluss im
Unternehmen von der Erstellung der Inhalte bis zur Langzeitarchivierung
steuert.
Da sich die Angebote von EMC und Documentum nur leicht
überschneiden, kann die Struktur der ECM-Schmiede weitestgehend
beibehalten werden. EMC wird Documentum als eigenständigen
Software-Bereich mit Hauptsitz in Pleasanton führen. Die Leitung
übernimmt Dave de Walt, derzeit President und CEO von Documentum. Die
Sales, Marketing und Service-Abteilungen dieser Division werden weiter
Documentum-Kunden und -Lösungen betreuen und vertreiben. Selbstverständlich
werden die Entwickler-Teams beider Unternehmen enger zusammen arbeiten, damit
die Integration der Portfolien zügig voran geht.
Verbündete für ILM
Mit dem Kauf von Legato und Documentum kann EMC vor allem
mehr Facetten des Information Lifecycle Management (ILM) weiter ausbauen. Der
Begriff steht für die Rundumversorgung von Daten in Unternehmen von deren
Entstehung, über die Archivierung bis zur Löschung. Mit
entsprechenden Lösungen können Anwender für jede Information zu
jedem Zeitpunkt in deren Lebenszyklus das passende Maß an
Verfügbarkeit, Sicherheit und Zugriffsgeschwindigkeit bei
geringstmöglichen TCO (Total Cost of Ownership) auswählen. Nach
Meinung von Analysten sind die jüngsten Akquisitionen der richtige Schritt
in Richtung eines kompletten Angebotes für Information Lifecycle
Management: „Gigant EMC hat noch nicht alle Teile für ILM, aber sie
sind derzeit am dichtesten dran“, sagt Steve Berg, Marktbeobachter bei
Punk Ziegel & Co.
Datenwachstum und Informationswert
Was aber macht ILM für die Unternehmen heute so
unentbehrlich? Erez Ofer, Executive Vice President Technology Strategy, hat
diese Frage auf den Information Storage Days von EMC im Oktober beantwortet.
Erstens wächst das digitale Informationskapital in den Unternehmen rasant:
Im Jahr 2002 wurden unvorstellbare 5 Exabyte an neuen Informationen
gespeichert. Nach einer Studie der Universität of California in Berkeley
entspricht dieses Informationsvolumen 500.000 mal dem der
US-Kongressbibliothek. 92 Prozent der neuen Bits & Bytes lagern auf magnetischen
Medien, zumeist auf Festplatten. Und pro Jahr wachsen diese Neuzugänge um
30 Prozent an. Die Unternehmen haben also alle Hände voll zu tun, um auf
dieses Wachstum mit dem zügigen Ausbau ihrer Kapazitäten zu
antworten. An zweiter Stelle nennt Ofer die strategische Bedeutung von
Informationen: Der sekundenschnelle Zugriff auf wichtige Daten wird immer
stärker zum Wettbewerbsvorteil. Drittens betont der Manager, dass sich der
Wert der Informationen im Laufe ihres Lebenszyklus permanent ändert. Je nach
ihrer Wichtigkeit sollten Dateien entweder Online gespeichert, auf Festplatten
oder in Langzeitarchive verlagert werden.
Die richtige Strategie für Aufsteiger
Will ein Hersteller ILM für seine Kunden verwirklichen,
muss er umdenken und Hardware als Selbstverständlichkeit anbieten. Nur wer
zusätzlich das passende Angebot von Software und Services bereit
hält, kann ein ganzheitliches Informationsmanagement anbieten. Dafür
hat EMC derzeit das umfassendste am Markt verfügbare Portfolio bestehend
aus Hardware, Software und Services für den Aufbau und das Management
heterogener Speicherlandschaften. Die Geschäftsergebnisse respektive die
Unternehmensentwicklung bestätigen die Strategie. Joe Tucci will auch sein
Versprechen von 2001 einlösen: EMC wird als eines der ersten
IT-Unternehmen die Talsohle passieren, in die es als eines der letzten
Unternehmen hinein geraten ist. Der Speicherhersteller scheint auf dem richtigen Weg zu sein...
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Übernahme-Eckdaten
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Legato
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Documentum
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Produkte
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Backup- und Recovery-Software
Clustering-Lösungen
Replikations-Software
E-Mail-Archivierung
Hierarchisches Speicher-Management
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Enterprise-Content-Management
Record Management
Web Content Management
digitales Asset Management
Collaboration Software
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Kunden
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31.000
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über 2.500
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Verkaufswert
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1,3 Milliarden US-Dollar in Aktien
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1,7 Milliarden US-Dollar in Aktien
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Form der Integration
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Durch die Übernahme wird keines der Legato-Produkte
eingestellt. Statt dessen bleibt Legato ein eigenständiger
Software-Bereich, der weiter von David Wright geführt wird.
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Dave de Walt, CEO von Documentum, soll das Unternehmen
künftig als Software-Division von EMC weiterführen.
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EMC im Presse-Spotlight
„EMC setzt auf ECM
Documentum-Übernahme soll Lösungsgeschäft
forcieren
Der Speicherhersteller EMC entfernt sich von margenschwachen
Hauptgeschäft. Mit dem Kauf von Documentum will die Company ihr Portfolio
als Lösungsanbieter ausbauen...“
Computerwoche, 24.10.2003
„Mit Documentum gewinnen wir Wissen um Inhalt von
Dateien“
Erez Ofer in der ComputerZeitung, 27.10.2003
„Beifall für Documentum-Kauf“
ComputerZeitung, 27.10.2003
„Speicherspezialist EMC kehrt auf Wachstumspfad
zurück“
Handelsblatt, 18.10.2003
„Die ersten High-Tech-Firmen haben Talsohle
durchschritten
... Gestern teilte der Computerspeicher-Anbieter
EMC-Corporation mit, er werde für 1,7 Mrd. US-Dollar die US-Softwarefirma
Documentum übernehmen...“
Handelsblatt, 15.10.2003
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