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Sie sehen den Artikel: Software-Talente gesucht - Legato und Documentum gefunden. Veröffentlicht am: 29.06.2004
 
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Software-Talente gesucht -
Legato und Documentum gefunden!

 

Neue Übernahmen auf dem Weg zum Information Lifecycle Management

 

EMC macht ernst mit seinem Ziel, 2005 30 Prozent des Umsatzes mit Software zu erwirtschaften. Erst im Juli übernahm der Speicherexperte das Software-Unternehmen Legato. CEO (Chief Executive Officer) Joe Tucci erklärte damals bereits: „Der Kauf von Legato genügt nicht, um EMCs geplantes Umsatzwachstum zu erreichen.“ Die Übernahme der Nummer drei im Markt für Backup- und Recovery-Software ist inzwischen juristisch abgeschlossen. Wie von Tucci vorhergesagt, vermeldete EMC schon Mitte Oktober eine erneute Akquisition. Diesmal ging es um den Spezialisten für Enterprise-Content-Management (ECM) Documentum. Damit katapultierte sich der Speicherhersteller aus Hopkinton laut Computerzeitung unter die Top-Ten der Software-Unternehmen.

 

Die Integration von Legato hat bei EMC bislang reibungslos funktioniert. Das liegt vor allem an der „lockeren“ Anbindung von Legato als unabhängiger Software-Division von EMC. Ein Großteil des bisherigen Legato-Managements steuert unter der Führung von David B. Wright die Aktivitäten bei Vertrieb, Marketing, Allianzen, Services und Personal. Die Division greift auf ausgewählte Experten und die Infrastruktur von EMC zu, um Synergien für das operative Geschäft zu nutzen. EMC zieht Mehrwert aus der erfolgreichen Backup-Software, mit der Legato 2002 bei UNIX- und Windows-Systemen Platz drei hinter Veritas und IBM belegte (Gartner). Auch Clustering-Lösungen, die Server-basierende Replikationssoftware Replistor sowie Lösungen für das Media- und Content-Management ergänzen EMCs Portfolio gut. Es steht nicht zu befürchten, dass Legatos Produkte künftig vorrangig für EMC-Hardware entwickelt werden. Das würde der Open-Software-Strategie von EMC völlig widersprechen.

 

Nachfrage nach Enterprise Content Management steigt

 

Mit der Übernahme von Documentum betritt EMC den boomenden Bereich des Enterprise Content Management (ECM). So befasst sich der Speicherspezialist jetzt auch erstmals mit den Inhalten der zu archivierenden Dateien. Strategisch ist das sinnvoll, denn unstrukturierte Informationen wie PDFs, Bilder und E-Mails vermehren sich rapide und die Anwender verlangen nach geeigneten Verwaltungs-Tools, auch und vor allem in heterogenen Anwendungsumgebungen. Mit dem ECM-Komplettanbieter will EMC besser integrierte Produkte innerhalb kürzester Zeit auf dem Markt verfügbar machen. Documentum hat mit EMC einen starken Partner an seiner Seite und kann so dem Wettbewerb künftig besser die Stirn bieten. Der Zusammenschluss mit EMC birgt noch einen weiteren Vorteil: Dokumenten-Management gewinnt einen neuen Mehrwert, wenn es mit dem Speicher-Management den Informationsfluss im Unternehmen von der Erstellung der Inhalte bis zur Langzeitarchivierung steuert.

 

Da sich die Angebote von EMC und Documentum nur leicht überschneiden, kann die Struktur der ECM-Schmiede weitestgehend beibehalten werden. EMC wird Documentum als eigenständigen Software-Bereich mit Hauptsitz in Pleasanton führen. Die Leitung übernimmt Dave de Walt, derzeit President und CEO von Documentum. Die Sales, Marketing und Service-Abteilungen dieser Division werden weiter Documentum-Kunden und -Lösungen betreuen und vertreiben. Selbstverständlich werden die Entwickler-Teams beider Unternehmen enger zusammen arbeiten, damit die Integration der Portfolien zügig voran geht.

 

Verbündete für ILM

 

Mit dem Kauf von Legato und Documentum kann EMC vor allem mehr Facetten des Information Lifecycle Management (ILM) weiter ausbauen. Der Begriff steht für die Rundumversorgung von Daten in Unternehmen von deren Entstehung, über die Archivierung bis zur Löschung. Mit entsprechenden Lösungen können Anwender für jede Information zu jedem Zeitpunkt in deren Lebenszyklus das passende Maß an Verfügbarkeit, Sicherheit und Zugriffsgeschwindigkeit bei geringstmöglichen TCO (Total Cost of Ownership) auswählen. Nach Meinung von Analysten sind die jüngsten Akquisitionen der richtige Schritt in Richtung eines kompletten Angebotes für Information Lifecycle Management: „Gigant EMC hat noch nicht alle Teile für ILM, aber sie sind derzeit am dichtesten dran“, sagt Steve Berg, Marktbeobachter bei Punk Ziegel & Co.

 

Datenwachstum und Informationswert

 

Was aber macht ILM für die Unternehmen heute so unentbehrlich? Erez Ofer, Executive Vice President Technology Strategy, hat diese Frage auf den Information Storage Days von EMC im Oktober beantwortet. Erstens wächst das digitale Informationskapital in den Unternehmen rasant: Im Jahr 2002 wurden unvorstellbare 5 Exabyte an neuen Informationen gespeichert. Nach einer Studie der Universität of California in Berkeley entspricht dieses Informationsvolumen 500.000 mal dem der US-Kongressbibliothek. 92 Prozent der neuen Bits & Bytes lagern auf magnetischen Medien, zumeist auf Festplatten. Und pro Jahr wachsen diese Neuzugänge um 30 Prozent an. Die Unternehmen haben also alle Hände voll zu tun, um auf dieses Wachstum mit dem zügigen Ausbau ihrer Kapazitäten zu antworten. An zweiter Stelle nennt Ofer die strategische Bedeutung von Informationen: Der sekundenschnelle Zugriff auf wichtige Daten wird immer stärker zum Wettbewerbsvorteil. Drittens betont der Manager, dass sich der Wert der Informationen im Laufe ihres Lebenszyklus permanent ändert. Je nach ihrer Wichtigkeit sollten Dateien entweder Online gespeichert, auf Festplatten oder in Langzeitarchive verlagert werden.

 

Die richtige Strategie für Aufsteiger

 

Will ein Hersteller ILM für seine Kunden verwirklichen, muss er umdenken und Hardware als Selbstverständlichkeit anbieten. Nur wer zusätzlich das passende Angebot von Software und Services bereit hält, kann ein ganzheitliches Informationsmanagement anbieten. Dafür hat EMC derzeit das umfassendste am Markt verfügbare Portfolio bestehend aus Hardware, Software und Services für den Aufbau und das Management heterogener Speicherlandschaften. Die Geschäftsergebnisse respektive die Unternehmensentwicklung bestätigen die Strategie. Joe Tucci will auch sein Versprechen von 2001 einlösen: EMC wird als eines der ersten IT-Unternehmen die Talsohle passieren, in die es als eines der letzten Unternehmen hinein geraten ist. Der Speicherhersteller scheint  auf dem richtigen Weg zu sein...

 

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Übernahme-Eckdaten

 

 

Legato

Documentum

Produkte

Backup- und Recovery-Software
Clustering-Lösungen
Replikations-Software
E-Mail-Archivierung
Hierarchisches Speicher-Management

Enterprise-Content-Management
Record Management
Web Content Management
digitales Asset Management
Collaboration Software

Kunden

31.000

über 2.500

Verkaufswert

1,3 Milliarden US-Dollar in Aktien

1,7 Milliarden US-Dollar in Aktien

Form der Integration

Durch die Übernahme wird keines der Legato-Produkte eingestellt. Statt dessen bleibt Legato ein eigenständiger Software-Bereich, der weiter von David Wright geführt wird.

Dave de Walt, CEO von Documentum, soll das Unternehmen künftig als Software-Division von EMC weiterführen.

 

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EMC im Presse-Spotlight

 

„EMC setzt auf ECM

Documentum-Übernahme soll Lösungsgeschäft forcieren

 

Der Speicherhersteller EMC entfernt sich von margenschwachen Hauptgeschäft. Mit dem Kauf von Documentum will die Company ihr Portfolio als Lösungsanbieter ausbauen...“

Computerwoche, 24.10.2003

 

„Mit Documentum gewinnen wir Wissen um Inhalt von Dateien“

Erez Ofer in der ComputerZeitung, 27.10.2003

 

„Beifall für Documentum-Kauf“

ComputerZeitung, 27.10.2003

 

„Speicherspezialist EMC kehrt auf Wachstumspfad zurück“

Handelsblatt, 18.10.2003

 

„Die ersten High-Tech-Firmen haben Talsohle durchschritten

 

... Gestern teilte der Computerspeicher-Anbieter EMC-Corporation mit, er werde für 1,7 Mrd. US-Dollar die US-Softwarefirma Documentum übernehmen...“

Handelsblatt, 15.10.2003

 

 

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