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Sie sehen den Artikel: "Ein entscheidender Schritt hinein in die Informationsinfrastruktur". Veröffentlicht am: 29.06.2004
 
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„Ein entscheidender Schritt hinein in die Informationsinfrastruktur“

 

Information Lifecycle Management, Virtualisierung, die Akquisitionen von Documentum, Legato und VMware - mit diesen Schlagwochen hat EMC in den letzten Wochen und Monaten für Aufmerksamkeit gesorgt. In einem Gespräch mit Howard Elias, Executive Vice President, Corporate Marketing, Office of Technology & New Ventures, hat ON nachgefragt, wohin sich EMC bewegt und welche Strategie hinter diesen Aktivitäten steht.

 

Welche entscheidenden strategischen Entwicklungen und Trends machen Sie für den Speichermarkt in 2004 aus?

 

Das Informationswachstum geht mit großen Schritten voran. Selbst als es der Wirtschaft nicht so gut ging, war diese Entwicklung ungebrochen. Kunden müssen sich daher mit einer Reihe von Fragen zu Informations-Management, Vereinfachung der Speicherumgebung und Kostensenkung beschäftigen. Hinzu sind neue Themen wie Revisionssicherheit und Compliance gekommen, die in den letzten paar Jahren entscheidende Bedeutung gewonnen haben. Die Herausforderung lautet: Wie können Unternehmen mit weniger Mitteln die stetig steigende Anzahl an Anforderungen wie Datenwachstum, regulatorische Vorschriften, Auflagen für Revisionssicherheit sowie neue Bedürfnisse interner Nutzer und externer Kunden erfüllen? Dies alles erhöht natürlich den Druck auf die IT-Anbieter – und ganz besonders auf die Speicherhersteller: Sie müssen neue, innovative Lösungen präsentieren, mit denen Kunden ihre Kosten senken, Risiken minimieren und die Speicherumgebung vereinfachen können.

 

Was hat EMC getan, um darauf zu reagieren?

 

Wir haben unseren Kunden sehr genau zugehört und eine vorausschauende Strategie entwickelt, um ihnen nicht nur bei den aktuellen Themen zu helfen, sondern auch Lösungen für die Themen der Zukunft anzubieten. Kunden brauchen künftig eine effizientere und flexiblere Infrastruktur – deshalb haben wir Information Lifecycle Management (ILM) entwickelt.

 

ILM setzt auf der Prämisse auf, dass sich der Wert einer Information im Lauf der Zeit verändert. Je nach ihren Anforderungen benötigen sie unterschiedliche Speicherebenen, beispielsweise für höchste Performance, schnellen Zugriff oder verschiedene Sicherheits- und Authentifizierungs-Stufen. Kunden lernen durch ILM, in diesen Kategorien zu denken und ihre Infrastruktur entsprechend auszurichten. ILM ist eine Strategie, eine Vision, mit der Kunden besser verstehen, wie wir ihnen helfen können – wie unsere Technologien, Produkte, Services und Lösungen für ihren Nutzen zusammen kommen.

 

Was sind die großen Herausforderungen, denen Sie in dieser Hinsicht als Vice President New Ventures gegenüber stehen?

 

ILM ist ein umfassender Ansatz. Dementsprechend ist es unser Ziel, mit den richtigen Software- und Hardware-Lösungen, Services und Partnern ein so umfangreiches Angebot aufzustellen, dass es diesem Ansatz gerecht wird. Die Herausforderung und Chance liegt in der Frage, welche dieser Lösungen wir aus eigenen Kräften entwickeln können, wo wir besser mit Partnern kooperieren und an welcher Stelle wir Technologien und Wissen akquirieren. Wir haben in den letzten Monaten alle drei Wege erfolgreich beschritten und werden weiterhin je nach Fall entscheiden. Meine Rolle ist dabei, die richtige Handlungsstrategie zu entwickeln, um das ILM-Konzept mit Leben füllen. Dazu braucht es eine Organisation, die ILM lebt und zum Nutzen des Kunden umsetzt.

 

Geben Sie bitte eine prägnante Definition von ILM.

 

ILM dient dazu, den Wert von Informationen maximal auszuschöpfen, zu den niedrigsten Kosten und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Im Zentrum stehen die Geschäftsanforderungen und das Verständnis für die Prozesse und Anwendungen des Kunden. Das Konzept umfasst alle Arten von Informationen, von strukturierten Datenbanken über unstrukturierte Inhalte wie Fixed Content, Dokumente, Video oder Audio. Durch regelbasiertes Informations-Management wird die Verwaltung vereinfacht und automatisiert. Durch einen offenen und heterogenen Ansatz kann ILM auch in bestehenden Infrastrukturen eingeführt werden und mit der Zeit wachsen und sich verändern. Wichtig ist, dass alle Systeme von einer zentralen Management-Umgebung gesteuert werden.

 

Wie hebt sich EMC von anderen ILM-Anbietern wie HP, IBM oder StorageTek ab?

 

Kunden und Branchenanalysten bestätigen uns immer wieder, dass EMC die umfassendste und vollständigste Strategie und Vision davon hat, was ILM ist und welche Vorteile die Kunden sich davon erwarten. Man benötigt für ILM eine Reihe verschiedener Produkte und Lösungen. Dazu gehören vernetzte Speichersysteme mit unterschiedlichen Service Levels, intelligente Management-Software, die Möglichkeit, ein Regelwerk aufzusetzen, das die Anforderungen der Geschäftsprozesse in der Speicherinfrastruktur wiedergibt, und natürlich die Fähigkeit, all das zu einem funktionierenden Ganzen zusammen zu bringen. EMC verfügt auf allen diesen Ebenen über führende Technologien und Lösungen, die wir sowohl als Einzelprodukt wie auch als Komplettlösung ausliefern können. In dieser Vollständigkeit bieten wir ILM derzeit als einzige an.

 

Wie beurteilen Sie die Strategien Ihrer Wettbewerber und welche Chancen räumen sie ihnen auf dem ILM-Markt ein?

 

Alle Hersteller sind mittlerweile auf den ILM-Zug aufgesprungen und bieten Lösungen an. Wenn man allerdings genauer hinsieht, erkennt man, dass es sich meist nur um ein spezifisches Teil im Rahmen der Gesamtstrategie handelt. Meist sind das exzellente Spitzentechnologien, und viele Kunden sind mit einer solchen Insellösung auch hoch zufrieden. Was EMC jedoch anbietet, ist mehr. Wir haben eine ausgereifte Vision von dem, was ILM ist. Wir haben hochwertige Technologien und Lösungen für jede Ebene. Und wir besitzen die Fähigkeit, diese auch zum Nutzen des Kunden zusammen zu bringen.

 

IBM hat kürzlich eine Lösung für revisionsichere Archivierung präsentiert, die mit EMCs CAS-System konkurriert. Wie sehen Sie diesen Vorstoß im Vergleich zu Centera?

 

Den besten Zeugen, den ich aufrufen kann, ist der Kunde und sein Kaufverhalten. Centera ist nach wie vor die erste Wahl, wenn es um die Speicherung von Fixed Content und besonders um die revisionssichere Archivierung sensibler Daten geht. Das System wurde von Grund auf für diesen Zweck gebaut, die gesamte Soft- und Hardware, die Intelligenz und das Regelwerk wurden speziell dafür entwickelt. Darin unterscheidet sich Centera grundsätzlich von den Angeboten anderer Hersteller, die lediglich neue Software-Ebenen auf bestehende Hardware-Systeme aufgesetzt haben.

 

Wie passen die letzten Akquisitionen in EMCs ILM-Strategie hinein?

 

Sie stehen im Zentrum unserer Strategie. Wir glauben, dass die Technologien, die wir mit Legato, Documentum und VMware erworben haben, essenzielle Bausteine für ein umfassendes ILM sind. Da wir nicht selbst über diese Fähigkeiten verfügten, haben wir sie gekauft. Legatos Backup- und Restore-Lösungen ergänzen EMCs eigene Produktpalette in diesem Bereich. Documentum und Legato haben eine Technologie eingebracht, mit der Kunden ihre strukturierten und unstrukturierten Daten klassifizieren und Regeln definieren können, wie sie mit ihnen verfahren wollen.

Mit VMware haben wir einen entscheidenden Baustein für den Aufbau einer virtuellen Informationsinfrastruktur erhalten. Die Verbindung von Server- und Storage-Virtualisierung ermöglicht es dem Kunden, sowohl seine Applikationen wie auch seine Daten freier zu bewegen und die Hardware flexibel an neue Anforderungen anzupassen.

 

Früher hieß es immer, EMC sei das einzige Unternehmen, das zu 100 Prozent auf Storage konzentriert ist. Mit VMware geht es plötzlich auch um die Server-Landschaft beim Kunden. Würden Sie sagen, dass sich EMC vom Speichergeschäft im eigentlichen Sinne fort bewegt?

 

Da ist sicherlich was dran. Es ist ein mutiger Schritt fort vom eigentlichen Storage-Geschäft. Andererseits ist es ein entscheidender Schritt hinein in die Informationsinfrastruktur. Kunden denken bei IT immer noch in Kategorien wie Storage, Server, Netzwerk und Access. Wir durchbrechen die Grenzen dieser Kategorien und verknüpfen sie, damit die Kunden noch flexibler werden und sowohl Daten wie auch Anwendungen stets so zum Einsatz bringen können, wie sie es gerade benötigen.

 

Bewegt sich EMC also mehr in Richtung System-Management?

 

Das hängt davon ab, wie Sie System-Management definieren. Wir nähern uns sicherlich einer Position an, in der wir die Informationsinfrastruktur proaktiv steuern. Ich denke aber nicht, dass wir irgendetwas für die Verwaltung von PCs oder IP-Netzwerken beisteuern könnten. Da gibt es hervorragende Lösungen anderer Anbieter, mit denen wir kooperieren.

 

Virtualisierung ist genau genommen nichts Neues für EMC. Doch hat das Unternehmen immer vermieden, diesen Begriff zu verwenden. Mit VMware wird EMC aber nicht mehr umhin kommen, über Virtualisierung zu reden. Welche Strategie verfolgt EMC damit?

 

Virtualisierung ist ein Mittel zum Zweck. Kein Kunde wird „Virtualisierung“ kaufen. Aber er wird Virtualisierung erhalten, um bestimmte Ziele zu erreichen, beispielsweise um die Ausnutzung der vorhanden Ressourcen zu verbessern. Kunden wollen heute ihre Server- und Speichersysteme als eine flexible Infrastuktur nutzen, die sie je nach Bedarf problemlos und flexibel einsetzen können. Das erreichen sie nur durch Virtualisierungstechnologien.

 

Wo sehen Sie dringenden Handlungsbedarf, um EMCs Produktportfolio und Strategie in Hinsicht auf ILM auszubauen?

 

Der nächste Schritt besteht ganz klar darin, ILM bei unseren Kunden Realität werden zu lassen. Wir sind sehr gut gestartet mit einer Strategie, die bei den Kunden Anklang gefunden hat. Wir haben viele Technologien und Lösungen selbst entwickelt, an entscheidenden Stellen aber auch Technologien hinzugekauft. Jetzt müssen wir diese Akquisitionen schnellstmöglich integrieren und weiter an der Implementierung von ILM-Strategien bei unseren Kunden arbeiten. Wir sind noch lange nicht fertig. Doch wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir gemeinsam mit dem Kunden lernen müssen, was gut funktioniert und an welchen Stellen wir noch nachbessern müssen. Wo erzielen wir einen schnellen Return on Investment, vereinfachen die Infrastruktur und senken die Kosten unserer Kunden? Das sind die Fragen, die wir jetzt gemeinsam klären müssen. Wir haben eine gute Strategie, die wir jetzt validieren und wo nötig weiter verbessern.

 

Seit kurzem hört man immer wieder von so genannten Proven Solutions bei EMC. Was genau ist damit gemeint?

 

Denken Sie an einen Blueprint. Wir setzen uns mit dem Kunden hin und finden gemeinsam heraus, was ILM im Detail für ihn bedeutet. Denn jeder Kunde ist anders. Der eine denkt vertikal entlang von Anwendungen wie Oracle oder SAP, andere denken horizontal und suchen eine Lösung für Business Continuity oder für Applikations-übergreifendes Daten-Management. Dann gibt es noch die besonderen Anforderungen spezifischer Branchen wie Gesundheitswesen oder Telekommunikation, und so weiter. Bei den Proven Solutions geht es darum, für jeden dieser Ansätze eine Art Musterlösung zu konzipieren. Damit stellen wir sicher, dass nicht nur unsere eigenen Lösungen und Produkte gut zusammen arbeiten, sondern dass sie auch mit den Lösungen unserer Partner und Kunden kooperieren.

 

 

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21.04.2004
Howard Elias
Executive Vice President, Global Services and Resource Management Software Group
 
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