IT-Sicherheitsbewusstsein von Telearbeitern steht im
Gegensatz zu ihrem Verhalten
Studie enthüllt Sicherheitsrisiken
MÜNCHEN. Der Großteil der in einer aktuellen Cisco-Studie
befragten Teleworker glaubt, ein hohes Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit der
IT zu haben. Die Angaben der mobilen Mitarbeiter zu ihrem Verhalten zeigen
jedoch das Gegenteil:
·
Sie nutzen das IT-Equipment der Firma privat und
erlauben dies auch Privatpersonen (Freude, Familie etc.)
·
Sie öffnen unbekannte E-Mails
·
Sie nutzen offene, drahtlose Netzwerke von Nachbarn
Dies sind die ersten, alarmierenden Ergebnisse einer
Cisco-Studie, die weltweit von dem unabhängigen Institut Insight Express
durchgeführt wurde. 1.000 Telearbeiter in 10 Ländern sind umfassend zum Thema
IT-Sicherheit befragt worden. Die Studie beleuchtet die durch kulturelle und verhaltensgesteuerte
Tendenzen hervorgerufenen Herausforderungen für die IT-/Sicherheits-Teams, da
Mitarbeiter zunehmend mobil arbeiten. Dieses Arbeitsmodell erhöht die
Produktivität, kann aber die Unternehmenssicherheit sowie die persönliche
Sicherheit gefährden.
Actions speak louder than words
Unabhängig davon, ob mobile Mitarbeiter Zuhause, in einem
Hotel oder Café arbeiten, zahlreiche Erkenntnisse der Studie zeigen, dass sie
die Netzwerksicherheit aufs Spiel setzen, da ihr Sicherheitsbewusstsein
trügerisch ist. In Deutschland bekräftigen 67 Prozent der befragten Teleworker,
sich über Sicherheitsanforderungen im Klaren zu sein. Dennoch räumen sie
Verhaltensweisen ein, die diesen Anforderungen widersprechen. Ihre Gründe
offerieren IT- und Sicherheits-Managern weltweit wertvolle Erkenntnisse auf dem
Weg ein engeres und proaktives Verhältnis zu den Endanwendern zu erzielen. Die
ersten Studienergebnisse im Detail :
Firmen IT-Equipment – Nicht nur von Mitarbeitern
verwendet
21 Prozent der Befragten Telearbeiter erlauben Freunden und
Familienmitgliedern ihren Firmencomputer zu nutzen, um ins Internet zu
gelangen. In Deutschland geben 22 Prozent der Studienteilnehmer an, von ihrer
Firma bereitgestellte IT auch Nicht-Mitarbeitern zugänglich zu machen. Die
meistgenannten Gründe für dieses Verhalten sind: „Ich sehe hier keinen Fehler“,
„Meine Firma hat nichts dagegen“, „Ich denke nicht, dass diese Erlaubnis
Sicherheitsrisiken vergrößert“, „Kollegen handeln ebenso“, „Ich gehe davon aus,
dass meine Firma keine Einwände hat“.
Nutzung drahtloser Netzwerke von Nachbarn
In China, Italien und Brasilien gab jeder fünfte Befragte
Telearbeiter zu, drahtlose Netzwerke von Nachbarn im Home-Office zu nutzen.
Obwohl der weltweite Durchschnitt bei 11 Prozent liegt, folgen Deutschland (15
Prozent) und die Vereinigten Statten (12 Prozent) oben genannten Ländern in der
Überschreitung dieses Wertes.
Häufig genannte Gründe für diesen Tatbestand sind: „Ich
musste so handeln, da ich einer Verpflichtung nachzukommen hatte“, „Ich kann
nicht unterscheiden, ob ich meine drahtlose Verbindung, oder die eines Anderen
nutze“, „Die Einrichtung meines eigenen drahtlosen Netzwerks ist schwierig und
verwirrend“, „Diese Nutzung ist komfortabel für mich“, „Da mein Nachbar es
nicht weiß, ist es in Ordnung“.
Verdächtige E-Mails und Anhänge werden gerne geöffnet
Für 25 Prozent der befragten Telearbeiter gehört die Öffnung
von unbekannten E-Mails und Attachments zur täglichen Praxis. In Deutschland
geben 27 Prozent der Studienteilnehmer an, verdächtige E-Mails und Anhänge
lieber zu öffnen als vorschriftsmäßig zu löschen. Der Spitzenreiter ist China.
57 Prozent der Befragten öffnen hier E-Mails von unbekannten Ressourcen.
Interessante Erkenntnisse zur privaten Nutzung
Einer der deutlichsten Widersprüche in den Ergebnissen der
Studie ist die Nutzung der Firmen-IT für private Zwecke. Nur 29 Prozent der
Befragten mobilen Mitarbeiter in allen 10 Ländern gaben eine Nutzung ihres
Firmencomputers für private Zwecke an. Ungeachtet dieser Tatsache räumten
jedoch 40 Prozent der Teilnehmer ein, ihren Firmen-PC für
Online-Shopping-Aktivitäten zu nutzen. Von China und Indien abgesehen trat
diese Diskrepanz in allen Ländern auf. In Deutschland geben beispielsweise nur
28 Prozent der Interviewten an, ihren Firmen-PC für persönliche Zwecke zu
nutzen, aber 41 Prozent geben an, online einzukaufen, wenn sie nicht im Büro
arbeiten.
Folgende Gründe werden hauptsächlich für diese Handlungen
angegeben.: „Meine Firma hat nichts dagegen“, „Ich würde diese Dinge nie
erledigen können, wenn ich das nicht während meiner Arbeit machte“, „Ich
bezweifle, dass meine Firma etwas dagegen hätte“, „Online-Shopping kann nicht
zu Sicherheitsproblemen führen“, „Ich denke mein Firmencomputer ist sicherer
als mein privater Computer“.
Die neue Rolle der IT
„Der Angriff auf drahtlose Netzwerke, oder die Nutzung des Firmen IT-Equipments durch
Privatpersonen ist ein signifikantes Risiko für die globale IT-Community“,
unterstreicht Dr. Bernd Heinrichs, Direktor Market Development bei Cisco
Deutschland. „Das unsichere Verhalten von nur 11 Telearbeitern – um das
Beispiel USA hervorzuheben – in einem Unternehmen mit 100 Mitarbeitern,
kann ein Netzwerk stilllegen sowie Unternehmensinformationen und persönliche
Identitäten gefährden.“
Nach Heinrichs ist dies genau der Ansatzpunkt für
IT-Unternehmen und Chief Security Officers. „Die Herausforderungen, die
Teleworker an die IT stellen, eröffnen IT- und Sicherheits-Team die Möglichkeit
proaktiver im Hinblick auf den Schutz ihrer Unternehmen zu agieren und ihre
Rolle in den Augen der Endanwender neu zu definieren. Diese Rolle ist
historisch bedingt taktisch und reaktiv.“
„IT muss dagegen eine strategischere Rolle spielen und um
dieses Ziel zu erreichen, muss ein stärkerer Austausch mit den Endanwendern
erzielt werden“, sagt Heinrichs. „Die Studie repräsentiert eine ausgezeichnete
Möglichkeit für die IT, ihre Rolle von einer reaktiven Back-Office-Funktion zu
einer progressiven Instanz zu verändern. Dieser kulturelle Wandel kann dabei
unterstützen, den Wert und die Sicherheit des Teleworking zu maximieren –
insbesondere in einer Zeit, in der Unternehmen zunehmend auf Mobilität
angewiesen sind.“
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