Schüler fordern mehr IT in Schulen und bessere
IT-Kenntnisse der Lehrer
Studie des IBI zeigt Chancen und Handlungsbedarf bei dem
Einsatz neuer Medien in der Bildung auf
BERLIN/MÜNCHEN. Schüler fordern höhere IT-Kompetenz bei
Lehrern, wünschen sich mediengestützten Unterricht und nicht nur die
Internet-Recherche als maximalen methodischen Anspruch. Voraussetzung ist eine
technische Infrastruktur, die jedem Schüler vernetztes Lernen ermöglicht und
die „digitale Lücke“ schließt. Zudem sind eine Erneuerung der Lernkultur und
ein umfassendes „eEducation“-Konzept in staatlichen Schulen dringend notwendig.
Das ergibt die im Auftrag von Cisco Systems erstellte Studie „Die Stimmen der
Schüler: Informations- und Kommunikationstechnologien und Lernen“, die das IBI
– Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft an der Technischen
Universität Berlin jetzt vorlegt.
Das IBI hat unter Leitung von Prof. Dr. Wilfried Hendricks an
zehn Schulen (Haupt- und Gesamtschulen sowie Gymnasien) in fünf Bundesländern
Schüler danach befragt, welche Auswirkungen der Einsatz von Informations- und
Kommunikationstechnologien (IuK), insbesondere die Nutzung des Internets, auf
ihre Lernerfahrungen und -erwartungen haben, wie sie die Bedingungen und
Verhältnisse des Lernens mit IuK einschätzen, wie sicher sie sich im Umgang mit
den neuen Medien fühlen und wie sich der Unterricht und die Betreuung durch die
Lehrer durch den Einsatz neuer Medien verändert.
Vernetzte Bildung ist realisierbar
Cisco Systems beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit
der Fragestellung IT in Schulen und hat mit „Vernetzte Bildung“ ein umfassendes
Konzept entwickelt. Es soll dazu beitragen, dass Lernbedingungen an
öffentlichen Schulen die Standards einer modernen Bildungsgesellschaft
erfüllen. Es ist kein reines Technologiekonzept, sondern bezieht explizit
weitere Parameter ein: Finanzierungsfragen, Ausbildung der Lehrer und
didaktische Einbindung der staatlich vorgegebenen Inhalte. Das Konzept sieht
eine IT-Ausstattung vor, die mit der in der Wirtschaft gängigen vergleichbar
ist, damit reale Bedingungen vorherrschen. „Es muss eine mediengestützte,
regionale Bildungslandschaft entstehen, um allen Kindern und Jugendlichen das
Lernen mit und am Computer zu ermöglichen“, erklärt Thomas Schmidt, Vertriebsleiter
Kommunen, Schulen, Kirchen bei Cisco Systems Deutschland. „Medienkompetenz ist
eine Schlüsselkompetenz, die als Basis für das Berufsleben unabdingbar ist.“
Weitere Ergebnisse der IBI-Studie: Hohe Erwartungen an
digitale Medien
Die Erwartungen der Schüler an das Lernen mit digitalen
Medien sind insgesamt sehr hoch. Die Schüler sehen bei der Anwendung im
Unterricht mehr Vor- als Nachteile, sie sind sich aber auch der Gefahren
bewusst, die von einem unreflektierten Unterrichtseinsatz ausgehen. Interesse
und Ideen für die Nutzung der neuen Medien im Unterricht sind bei ihnen
reichlich vorhanden.
Die engagierten und leistungsstarken Schüler betonen, ohne
Recherchen im Internet nicht mehr lernen zu wollen und die Angebote regelmäßig
zu nutzen. Lernen in Netzen ist für die Schüler nicht mehr Zukunft, sondern
regelmäßig geübte Praxis, wobei das informelle Lernen deutlich an Gewicht zu
gewinnen scheint.
Meinung der Betroffenen im Fokus
Ziel der Studie war es, authentische Aussagen von Schülern zu
erhalten, nachdem zahlreiche Erhebungen zuvor die Lehrerperspektive im Fokus
hatten. Die schmale empirische Basis ist nicht repräsentativ, daher sind die
Ergebnisse der Studie explorativ und als Trends zu betrachten. Sie sind aber
stabil und decken sich mit Ergebnissen aus vergleichbaren Untersuchungen. Wilfried
Hendricks zieht deshalb ein kurzes Fazit: „Eine zeitgemäße Lernkultur, in der
die Schüler ihren Lernprozess weitgehend selbst organisieren, erfordert neue
pädagogisch-didaktische Konzepte, die von kompetenten Lehrern mit Hilfe
digitaler Medien zielgruppenkonform gestaltet werden können.“
Die Studie ist eine britisch-deutsche
Gemeinschaftsproduktion, und wurde an englischen und deutschen Schulen
durchgeführt. Die Forschungsarbeiten wurden von Sue Brindley von der Fakultät
für Erziehungswissenschaften der Universität Cambridge (UK) koordiniert.
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