Studie: Netzwerkspezialisten gesucht
Der deutsche Arbeitsmarkt kann den wachsenden Bedarf an
Netzwerkspezialisten in den nächsten Jahren nicht befriedigen
MÜNCHEN. Laut den Ergebnissen der aktuellen Studie des
Marktforschungsinstituts IDC (International Data Corporation) „Networking
Skills in Europe“ im Auftrag von Cisco Systems werden europäische Unternehmen
in den nächsten drei Jahren mehr Netzwerkspezialisten benötigen, als zur
Verfügung stehen werden. In Deutschland werden bis zum Jahr 2008 21.957
Experten mit fortgeschrittenen Netzwerkkenntnissen fehlen. Die Lücke zwischen
Angebot und Nachfrage beträgt 17 Prozent. Fortgeschrittene Netzwerkkenntnisse
umfassen Fertigkeiten bei Drahtloser Technologie, Sicherheit und IP-Telefonie.
Europaweit wird es bis 2008 einen Mangel von über einer
halben Million Arbeitskräften mit fortgeschrittenen Netzwerkkenntnissen geben. Dies
entspricht einer Lücke von über 15 Prozent. Dass der Mangel an
Netzwerkspezialisten nach wie vor signifikant ist, zeigen die Aussagen der
befragten CIOs. 60 Prozent nutzen das Netzwerk, um Geschäftsprozesse zu
unterstützen und die Kommunikation mit Kunden, Anbietern und Partnern zu
verbessern. 80 Prozent der Befragten sagten, die Bedeutung des Netzwerkes werde
in der Zukunft steigen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sehen zudem einen
steigenden Bedarf an IT-Personal mit ausgeprägter Wirtschaftskompetenz und
bereichsübergreifenden Fähigkeiten. Denn Wirtschaftskompetenz werde bei
Investmententscheidungen im Bereich der Netzwerktechnologien immer bedeutender,
so die vorherrschende Ansicht.
„Die Ergebnisse bedeuten eine ernste Herausforderung für
Unternehmen, denn der Mangel an Netzwerkkräften behindert die weitere Adaption
fortgeschrittener Technologien und damit Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in
Europa“, so Michael Ganser, Vice President und Geschäftsführer von Cisco
Systems in Deutschland.
Wie die Studie belegt, könnte ein Mangel an
Netzwerkspezialisten die europäische Wettbewerbsfähigkeit im internationalen
Markt einschränken und den politischen Zielen der Europäischen Kommission zu
wider laufen. Engpässe könnten auftreten, so IDC, bei einem angenommenen
Wachstum fortgeschrittener Netzwerktechnologien um 18 Prozent jährlich bis 2008
und anlässlich der Pläne der Europäischen Union, die Wettbewerbsfähigkeit über
Informations- und Kommunikationstechnologie zu verbessern. IDC befragte für die Studie über 950
CIOs in 31 europäischen Ländern nach ihrem Bedarf an Arbeitskräften mit Netzwerkkenntnissen.
Bildungsinitiative Networking
Um der Diskrepanz zwischen nachgefragten
Netzwerk-Spezialisten und vorhandenen Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt in
Deutschland vorzubeugen, führte Cisco Systems bereits 1999 die
Bildungsinitiative Networking ein. Damals hatte IDC in einer ersten Studie
einen Mangel an Netzwerk-Spezialisten aufgedeckt. In Kooperation mit den
Bundesländern absolvieren Schüler und Studenten an 311 lokalen Akademien in
Deutschland im Rahmen der Bildungsinitiative eine Ausbildung zum/zur
„Technischen Netzwerk-Assistent/in TNA/CCNA“. Je nach Schultyp beträgt die
Ausbildungszeit ein oder zwei Jahre. An dem Programm beteiligen sich
allgemeinbildende Schulen, Fachschulen, Fachoberschulen sowie Kollegien. Seit
Beginn der Bildungsinitiative Networking schlossen mehr als 9.000 Studenten die
Ausbildung ab.
Zu den Ergebnissen der IDC-Studie sagt Yvon Le Roux,
Vice-President von Cisco Systems: „Wir müssen stärker mit den Regierungen
zusammen arbeiten und dafür sorgen, das Bewusstsein für vorhandene
Beschäftigungsmöglichkeiten in Europa zu steigern und mehr Studenten in
spezialisierte Netzwerk-Kurse zu bekommen. Wenn in den Unternehmen nicht die
richtigen Fähigkeiten vorhanden sind, um
innovative Technologien und E-Business-Lösungen zu implementieren,
können sie nicht von den Produktivitätsvorteilen profitieren.“
Ursachen für den verstärkten Bedarf an Netzwerkspezialisten
Gründe für einen Mangel an Netzwerk-Experten sind unter
anderem die verstärkte Nutzung fortgeschrittener Technologien in Europa, das
schnelle Wachstum von E-Business und ungenügende Trainings-Programme in Europa.
Die IDC-Studie betrachtet zudem detailliert den Bedarf an Netzwerk-Fachkräften
in Europa. Die Schlüsselergebnisse umfassen unter anderem:
·
70 Prozent der Unternehmen sagen, Kompetenz in Sachen
Sicherheit wird in Zukunft immer wichtiger; 69 Prozent erwarten, dass
Kenntnisse in Drahtlosen Netzwerken an Bedeutung gewinnen werden; 57 Prozent
nehmen an, dass IP (Internet Protokoll)-Fertigkeiten in Zukunft gefragt sein
werden.
·
72 Prozent der Unternehmen in Europa sehen eine
Ausbildung zur Erlangung von Netzwerkfähigkeiten als wichtig an; vor allem
Unternehmen des öffentlichen Sektors.
·
Ein Drittel der Studienteilnehmer hatten in den letzten
12 Monaten Fachkräfte eingestellt, wobei die Hälfte angab, Schwierigkeiten bei
der Suche nach den richtigen Arbeitskräften mit den gewünschten Fähigkeiten zu
haben.
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ist mit 24,8 Milliarden US-Dollar Umsatz (30. Juli 2005) weltweit führender
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