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Sie sehen den Artikel: Fiber to the Home Architekturen. Veröffentlicht am: 03.06.2008
 
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Autor:

Steffen Probst,

Business Development Manager Cisco Deutschland

 

Fiber to the Home Architekturen

 

Dass Fiber to the Home (FTTH) kommen wird, steht fest. Die Frage ist nur wann und auf Basis welcher Architektur. Service Provider stehen daher vor einer grundsätzlichen Investitionsentscheidung zwischen Passiven Optischen Netzen (PON) und Ethernet-basierten Architekturen (E-FTTH). Denn während Aggregierungs- und Backbone-Netze verhältnismäßig einfach ausgebaut werden können, sind Investitionen in die Zugangsinfrastruktur statisch und langfristig. Netzplaner müssen also genau überlegen, ob die zunächst kostengünstigere Technologie auch zukunftssicher ist.

 

Alles über ein Netz. Um dieses Versprechen am Kunden einzuhalten, müssen Netzanbieter immer rasantere Anforderungen an die Bandbreite ihrer Anschlüsse befriedigen. Getrieben wird der Bandbreitenhunger von neuen Diensten und Medien, die über IP-Netze transportiert werden. Egal ob Video-on-Demand oder IPTV, Telepresence oder VoIP - alle haben hohe Anforderungen an die Bitraten. Collaboration-Tools und Peer-to-Peer File Sharing benötigen auch zum Netz hin konstant hohe Bandbreiten, was eine symmetrische Bitrate fordert. Datenraten in dieser Höhe können nur auf Basis von FTTH bereitgestellt werden.

 

PON vs E-FTTH

Für die letzte Meile stehen zwei Architekturmodelle zur Wahl: Passive Optische Netze (PON) und Punkt-zu-Punkttopologien mit Ethernet Übertragungstechnik (E-FTTH). Der Unterschied zwischen den beiden Architekturen besteht in der Nutzung der physischen Fasern. PON verwendet passive optische Splitter, um das Signal aufzuteilen und die Faser für mehrere Teilnehmer zu nutzen. E-FTTH dagegen wird in Sternstrukturen aufgebaut. Dabei werden von jedem Kundenanschluss aus dezidierte Fasern auf den „Point of Presence“ (POP) gezogen, wo sie auf Ethernet Switches abgeschlossen werden.

 

Die Mehrfachnutzung der Fasern ist der größte Treiber für PON-Installationen. Durch die Aufteilung der Übertragungskapazität mittels Time Division Multiplexing (TDM) und die Faserverzweigung per Splitter lassen sich neue Teilnehmer an bestehende Fasertrassen anschließen. Die Anfangsinvestitionen in das Netz sind bei PON daher geringer als bei E-FTTH. Dieser Kostenvorteil der Mehrfachnutzung von PON kommt nur bei bereits existenten Glasfasertrassen zum tragen, da dort keine Erdarbeiten bis zum Splitter nötig sind, um neue Teilnehmer anzuschließen. Bei Neuverlegung sind die Kosteneinsparungen vernachlässigbar. Der Aufwand für die Erneuerung der Hausanschlüsse und der Verkabelung im Haus selbst ist bei beiden Architekturen ebenfalls gleich.

 

Zukunftssicher durch Flexibilität und Kostenvorteile

Bei Ausbau der Dienste und Technologie-Migrationen ist die Bündelung mehrerer Teilnehmer auf einer Faser hinderlich. Bei E-FTTH ist jeder Teilnehmer an eine dezidierte Faser angeschlossen. E-FTTH-Netze sind dadurch nicht nur sicherer, sondern können individuell nach Bedarf aufgerüstet werden. Für eine Erweiterung der Datenrate von 100MBit/s auf 1GBit/s beispielsweise wird am Ethernetswitch im PoP eine neue Schnittstellenkarte eingefügt und die Faser des Kunden auf diese umgesteckt. Die Investition erfolgt so zielgenau dort, wo sie sofort Umsatz bringt. Bei PON-Netzen muss dagegen immer in alle Teilnehmer eines Clusters investiert werden, unabhängig davon, ob sie die neue Bandbreite auch nutzen. Damit ermöglicht E-FTTH deutlich flexiblere Geschäftsmodelle als PON. Und einer der wichtigsten Faktoren beim FTTH-Geschäftsmodell, die langfristigen Betriebskosten für Serviceprovisionierung, Netzausbau und Netzüberwachung, lassen sich bei E-FTTH perfekt automatisieren. E-FFTH-Lösungen benötigen einen Servicetechniker lediglich zur Installation. Danach kann der Teilnehmer die gewünschten Dienste selbst per Webportal auswählen.

 

Während also die geringeren Anfangsinvestitionen zunächst für PON-Architekturen sprechen, erfordert PON über den gesamten mehr als 20-jährigen Lebenszyklus der Glasfaserinfrastruktur erhebliche Zusatzinvestitionen. Ansonsten drohen deutliche Einschränkungen bei der zukünftigen Nutzung. Punkt-zu-Punkt-Topologien wie E-FTTH sind zukunftssicher in der Bandbreite, flexibel aufrüstbar und kostengünstiger im Betrieb. Dazu kommt, dass die letzte Meile alleine noch keine Kunden für moderne Quad-Play-Angebote gewinnt. Kaufentscheidend für den Teilnehmer sind letztlich die angebotenen Dienste und die benötigen eine optimierte Aggregierungslösung des gesamten Netzwerks Ende-zu-Ende. Für die richtige Investitionsentscheidung sind daher auch Backbone- und Aggregierungsnetz sowie OSS und Diensteplattformen zu berücksichtigen. Nicht zuletzt akzeptieren Geschäftskunden den sicheren Punkt-zu-Punkt-Anschluss einfacher als über den Zugang über das gemeinsame Medium PON.

 

Weitere Informationen

Cisco Systems

85339 Halbergmoos

www.cisco.de

 

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