Zusammenfassung Studienergebnisse „Generation Digital“
In diesem Sommer hat der IT-Dienstleister
Computacenter zusammen mit TNS Emnid,
Medien- und Sozialforschung GmbH, Projektbereich Empirische Sozialforschung,
eine repräsentative Befragung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter
von 14 bis 29 Jahren in Deutschland durchgeführt. Vor dem Hintergrund des
Fachkräfte- und Nachwuchsmangels in der IT-Branche hat Computacenter
damit die digitale Lebenswelt der „Generation Digital“ sowie deren Einstellung
zu Berufen im ITK-Umfeld untersucht. In Kurzform sind
hier die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse der Studie zusammengefasst.
Weitere Informationen und Bildmaterial zum Thema sind unter http://www.computacenter.de/generation-digital/
abrufbar.
Meinungen und Wissen über IT-Berufe
IT – kein Job für mich
Knapp jeder Dritte Jugendliche und junge Erwachsene zieht ein
informationstechnisches Berufsziel in Erwägung. Die Mehrheit (69 Prozent) will
oder wollte keinen Beruf im IT-Bereich ergreifen.
Immer noch eine Männerdomäne
Männer können sich deutlich häufiger vorstellen, einen
informationstechnischen Beruf zu ergreifen als Frauen. 23 Prozent aller
Befragten sind an einem IT-Beruf interessierte junge Männer, nur 7 Prozent sind
weiblich.
Emotionale Aspekte bestimmen Berufswahl
Als Gründe für das Interesse an einem informationstechnischen
Beruf werden häufig emotional geprägte Argumente genannt: Interesse an
Computern, Spaß an der Computerarbeit (42 Prozent) sowie Computererfahrungen in
der Freizeit (12 Prozent).
Erfülle ich die Anforderungen?
Als Grund gegen einen informationstechnischen Berufswunsch
wird am häufigsten fehlendes Interesse an Computern und/oder Technik (48
Prozent) angeführt. 25 Prozent geben fehlendes Wissen und fehlende Begabung als
Grund an.
Der Informatiker: einerseits gefragter Mann mit Spaß am
Job – andererseits seltsamer Eigenbrödler
Einerseits ist der Beruf des Informatikers für 83 Prozent der
Befragten ein typischer Männerberuf. Weitere Merkmale, die junge Leute mit dem
Informatiker verbinden: hat Freude an seiner Tätigkeit (80 Prozent); Beruf
ermöglicht selbstständiges Arbeiten (77 Prozent); Beruf wird in Zukunft noch
stärker gefragt sein (74 Prozent); bietet gute Aufstiegschancen (70 Prozent).
Andererseits glauben 47 Prozent, der Beruf des Informatikers sei etwas für
Eigenbrödler, nur 35 Prozent ordnen dem Informatiker hohes Ansehen in der
Gesellschaft zu.
IT-Berufe: gute Chancen, aber niedriges Ansehen
Die Chancen für IT-Berufler auf dem Arbeitsmarkt werden im
Vergleich mit anderen Berufen (Lehrer, Anwalt, Arzt, Unternehmer) besser
bewertet, aber das Ansehen des Informatikers in der Gesellschaft ist niedriger.
Diskrepanz zwischen Anspruch an Arbeitsplatz und
Wahrnehmung der IT-Berufe
Vergleicht man die Ansprüche an einen Arbeitgeber bzw.
Arbeitsplatz im IT-Bereich mit der Wahrnehmung der Berufsbilder, so lassen sich
Diskrepanzen feststellen: 92 Prozent erwarten einen sicheren Arbeitsplatz, aber
nur 43 Prozent sehen den Beruf selbst als krisensicher an. Ein gutes Gehalt ist
für 85 Prozent wichtige Bedingung, aber nur die Hälfte denkt, dass Jobs im
IT-Umfeld einen hohen Verdienst bieten.
IT-Beruf? Keine Ahnung!
Das Wissen über konkrete IT-Berufe ist sehr begrenzt. Genaue
Vorstellungen über die Aufgabenbereiche von Software-Entwicklern,
Fachinformatikern, Informatik-Kaufleuten, IT-Elektronikern und
-Administratoren, SAP- und IT-Beratern sowie IT-Architekten hat nur eine
Minderheit. Je nach Beruf antworten zwischen 27 und 78 Prozent „habe davon
keine Ahnung“.
Digitale Lebenswelt
IT bestimmt den Alltag
Moderne Informationstechnologie hat eine hohe
Alltagsbedeutung. Nahezu alle jungen Erwachsenen haben Zugang zu einem Computer
(94 Prozent). Für 83 Prozent sind Computer und Handy wichtig für die
Kontaktpflege mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen. Ebenfalls 83 Prozent
stimmen der Aussage „Computer gehören zu meinem täglichen Leben“ ganz oder
teilweise zu.
Im Internet zuhause
Zwei Drittel schreiben oder empfangen täglich oder mehrmals
in der Woche E-Mails, jeweils 58 Prozent verwenden den Computer ebenso häufig
zum Chatten. Fast jeder Zweite nutzt mehrmals in der Woche virtuelle soziale
Netzwerke.
Computer bedienen? Kein Problem!
Eine große Mehrheit hat Erfahrungen mit klassischen
Computeranwendungen: Textverarbeitung und Tabellenkalkulation (86 Prozent),
Internetrecherche (77 Prozent). Ein Viertel der weiblichen und 40 Prozent der
männlichen Befragten haben in der Schule eine Programmiersprache gelernt.
Internet macht vieles einfacher
Das Internet wird von einer deutlichen Mehrheit (89 Prozent)
aus Gründen der Effizienz (Ersparnis von Zeit und Wegen) und von ebenfalls über
80 Prozent zur Information genutzt.
Ohne Internet kann ich meinen Job nicht ausüben
Der Aussage „Ohne das Internet könnte ich meinen Job/mein
Studium nicht ausüben“ stimmen 62 Prozent der Abiturienten und 64 Prozent der
(Fach-) Hochschulabsolventen zu. Damit ist der Anteil etwa doppelt so hoch wie
unter Haupt- und Realschülern (32 Prozent bzw. 34 Prozent).
IT-Interessenten nutzen Computer häufiger
Junge Erwachsene mit Interesse an einem IT-Beruf nutzen
deutlich häufiger die verschiedenen Computerfunktionen. Dies bezieht sich nicht
nur auf funktionale Anwendungen wie Informationsbeschaffung, Office-Programme
oder Programmieren, sondern auch auf die kommunikative Nutzung (E-Mail, Chat).
Kontaktpflege Online
Für 68 Prozent ist das Internet ein wichtiges Instrument zur
Pflege von Kontakten in Beruf, Schule und Ausbildung. Je jünger die Befragten,
desto verbreiteter sind Internetkontakte. Mit steigendem Alter der Jugendlichen
sinkt die Anzahl der Online-Freunde.
Soziale Kontakte finden im Web statt
Nur ein Viertel der jungen Erwachsenen hat ausschließlich
persönliche Kontakte mit Freunden und Bekannten. Demnach kommunizieren drei
Viertel auch virtuell oder online. Dem Internet kommt somit große Bedeutung
hinsichtlich der sozialen Kontakte der jungen Generation zu.
„Digital Natives“? – nie gehört!
Die Jugend versteht sich nicht als „Digital Natives“. Neun
von zehn Befragten haben den Begriff noch nie gehört.